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Juli-Inflation und Eurozone-BIP für das zweite Quartal sind entscheidend für die Fortsetzung der Euro-Rallye

Juli-Inflation und Eurozone-BIP für das zweite Quartal sind entscheidend für die Fortsetzung der Euro-Rallye

2017-08-01 08:00:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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Juli-Inflation und Eurozone-BIP für das zweite Quartal sind entscheidend für die Fortsetzung der Euro-Rallye

Prognose für das Paar EUR/USD auf Basis der Fundamentaldaten: Neutral

- Die demnächst veröffentlichten Inflationsdaten für den Juli dürften zeigen, dass der Preisdruck nur knapp mehr als die Hälfte des EZB-Zielwerts beträgt. Je mehr der Euro aufwertet, desto stärker wird die Inflation davon beeinträchtigt.

- An den Futures-Märkten behaupten sich die Netto-Long-Positionen im Euro weiterhin auf ihrem höchsten Stand seit Mai 2011 – damals erreichte das Paar EUR/USD mit knapp unter 1,5000 USD seinen Spitzenwert.

- Werfen Sie zum Ausklang des Monats Juli einen Blick auf unsere Prognosen für das Paar EUR/USD für das dritte Quartal 2017.

Der Euro wies letzte Woche keineswegs die beste Wertentwicklung auf, geriet aber auch nicht allzu weit ins Hintertreffen: Das EUR-Cross mit der schlechtesten Performance in der letzten kompletten Juliwoche war das Paar EUR/GBP, das lediglich mit 0,31 Prozent im Minus schloss. Nachdem die geldpolitische Stellungnahme der Federal Reserve vom Mittwoch von Marktteilnehmern als defensiv aufgefasst worden war, beflügelte dies die Risikobereitschaft und fast alle Hauptwährungen legten im Wochenverlauf gegenüber dem US-Dollar zu. Während das Paar EUR/USD nach einer Rallye von +0,75 Prozent auf seinem höchsten Stand seit Januar 2015 schloss, legte das Paar EUR/CHF um +3,11 Prozent zu und notierte auf seinem höchsten Level, seitdem die Schweizerische Nationalbank den Mindestkurs für das Paar EUR/CHF im Januar 2015 aufhob.

Im Allgemeinen gewinnt man den Eindruck, dass die Faktoren, die für die generelle Stärke des Euro in den vergangenen Monaten verantwortlich sind, auch die Risikobereitschaft nachhaltig und deutlich erhöht haben: Die politischen Risiken in Europa haben sich schnell in Luft aufgelöst, die Europäische Zentralbank scheint allmählich zur nächsten Phase des Abbaus des quantitativen Lockerungsprogramms überzugehen und die Schuldenkrise scheint auch fürs Erste gebannt. Außerdem verbessert sich das Wirtschaftswachstum in Frankreich und in Spanien und Griechenland kehrt auf die internationalen Anleihenmärkte zurück.

Obwohl die nächsten Tage reichlich Beweise dafür liefern werden, dass es gut läuft in Europa, insbesondere der vorläufige BIP-Bericht für die Eurozone für das zweite Quartal am Dienstag, stehen auch einige Daten zur Veröffentlichung an, die der EZB kaum Freude bereiten dürften. Zum Wochenauftakt am Montag wird der vorläufige Verbraucherpreisindex für die Eurozone für den Monat Juli publiziert. Die niedrige Inflationsrate stellt weiterhin ein Problem dar laut Konsensschätzungen, wobei die Gesamtinflation +1,3 Prozent und die Kerninflation +1,1 Prozent (gegenüber dem Vorjahr) betragen sollen. Die Inflation ist damit gegenüber Juni unverändert.

Tatsächlich verhält es sich an den Devisenmärkten so, dass die Stärke des Euro aufgrund der niedrigen Inflation nur eine gewisse Zeit toleriert wird. Technisch gesehen geht die EZB beim Paar EUR/USD für 2017 von einem Wechselkurs von 1,0800 USD aus, aber das Paar schloss vergangene Woche knapp unter 1,1750 USD.

Noch ein paar Monate eines stärkeren Euro, schwächerer Energiepreise und hartnäckig niedriger Inflationszahlen, und man kann sich gut vorstellen, dass die EZB ein Problem mit der straffungsorientierten Interpretation durch den Markt der geldpolitischen Anpassungen, die vorgenommen wurden, haben wird. Derzeit scheint es, dass die EZB-Offiziellen eine Reduzierung des quantitativen Lockerungsprogramms bereits für September planen.

Wenn die den Euro betreffenden Konjunkturberichte, die diese Woche zur Veröffentlichung anstehen, mittelmäßig ausfallen, könnte dies dem aggressiven Optimismus der Trader einen Dämpfer versetzen. In den vergangenen Wochen hat sich die Stimmung still und heimlich etwas eingetrübt: Der Euro-Zone Citi Economic Surprise Index hat sich in den letzten vier Wochen von 30,3 auf 16,1 verschlechtert. Die 5-jährigen inflationsindexierten Termin-Sätze in 5 Jahren, ein Marktbarometer für die mittelfristigen Inflationserwartungen, sind von 1,579 Prozent (30. Juni) auf 1,557 Prozent (28. Juli) eingebrochen. Es scheint, als würde die anhaltende Schwäche des US-Dollars die fundamentale Verschlechterung im Euro-Raum kaschieren.

Laut Marktpositionierung muss jede kurzfristige Schwäche im Euro zwangsläufig auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein. Der Euro-Long-Trade erfreut sich gewiss großer Beliebtheit (relativ gesehen). Laut dem jüngsten CFTC-COT-Bericht hielten Spekulanten im Futures-Markt während der Woche bis 25. Juli 90.800 Netto-Long-Kontrakte. Das ist der höchste Wert seit der Woche bis 3. Mai 2011 (als das Paar EUR/USD knapp unterhalb der Marke von 1,5000 USD seinen Spitzenwert erreichte). Obwohl die Positionierung noch an Stärke gewinnen könnte, darf nicht vergessen werden, dass der Euro-Long-Trade überlaufen ist und bald eine Atempause einlegen könnte.

Schauen Sie in unsere Euro-Prognose für das dritte Quartal 2017 und in die DailyFX Trading-Leitfäden.

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.