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China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

2016-01-26 21:30:00
James Stanley, Strategist
Teile:

Anknüpfungspunkte:

- China scheint am Rande einer Explosion zu stehen, doch nur wenige wissen warum. Wie immer liegt es an den Schulden, und das beunruhigende hinsichtlich China ist, dass die Schuldensituation sehr undurchsichtig ist. Niemand kann sicher sein, wie viel Schulden es gibt, und es gibt seitens der Regierung starke Differenzen hinsichtlich der Menge (1,5%) schlechter Schulden (nicht eingehaltene Kredite) im Vergleich du den Schätzungen Dritter (6%-21%).

- Es gab unzählige Fragen hinsichtlich der Dauerhaftigkeit und Stärke des chinesischen Wachstums, da etwas konsistentes oft nicht „real“ ist. Doch wenn wir einen Blick darauf werfen, wie China sein BIP berechnet und wie $14 Billionen Schulden seit 2007 in Bauprojekte geleitet wurden, dann wird klar, wie sich diese Zahlen ergeben.

- Die Undurchsichtigkeit der chinesischen Volkswirtschaft, kombiniert mit den Auswirkungen der Globalisierung weist darauf hin, dass es sich hier nicht nur um ein rein chinesisches Problem handelt. Dies ist ein globales Problem.

Die Jahreswende in das Jahr 2016 hat für die Märkte weltweit zu einem unsanften Erwachen geführt. Das Auge des Sturms konzentrierte sich direkt auf Ostasien, und noch genauer auf China, denn obwohl es die Welt nicht wahrhaben will, könnte sich China auf dem Weg in eine Rezession befinden.

Und dies könnte in der Tat stimmen. Es ist möglicherweise sogar sehr wahrscheinlich, nachdem was sich bisher im neuen Jahr (und noch wichtiger, was sich in der zweiten Jahreshälfte des letzten Jahres) entwickelt hat. Doch wie die meisten panikanfälligen Situationen, gibt es viel Lärm um die chinesische Volkswirtschaft, und angesichts der Undurchsichtigkeit einer immer noch relativ geschlossenen Gesellschaft, in der der Staat die meisten Lebensaspekte, einschließlich Medien und Informationflüsse kontrolliert, kann es schwer sein zu bestimmen, was wirklich vor sich geht. Einiges dieses Lärms könnte sich auf etwas beziehen, was noch vor uns liegt, während jedoch das meiste einfach zur lähmenden Verwirrung einer bereits verfahrenen Situation beiträgt.

In diesem Bericht zielen wir darauf, den Lärm von dem Wichtigen zu trennen, und auf den folgenden Seiten werden wir Ihnen eine Zusammenfassung der aktuellen Situation, eine kurze historische Wiederholung, wie sich die Beziehung der Welt zu China in den derzeitigen Stand entwickelt hat, und besonders wichtig, wie die Investoren ihre Portfolios und Strategien optimal positionieren können, bieten.

Zu Beginn möchten wir uns eine bessere Vorstellung der aktuellen Situation der chinesischen Volkswirtschaft machen. Auf dem Chart unten werfen wir einen Blick auf den Wert der Shanghai Composite, der größten Aktienbörse des Festlandes Chinas. Dies ist ein Markt, der traditionell betrachtet höhere Teilnahmelevel von Retail-Tradern aufweist als wir es im Westen gewohnt sind. Die meisten westlichen Länder haben mehrere Booms und Flauten erlebt, was zu wesentlicher Regulation und Begrenzungen geführt hat. Ich sage nicht, dass dies „gut“ oder „schlecht“ ist, jedoch definiert Regulation die Regeln, auf Basis derer ein ordentlicher Marktplatz existieren kann. China muss mit seiner Bevölkerung diese Schwankungen erst noch durchmachen. Die chinesischen Aktien werden größtenteils von Retail-Investoren in einer relativ wenig regulierten Umgebung kontrolliert. Dies führt zu stärkerer Volatilität, da Gier schnell Blasen bildet und Angst sie noch schneller verpuffen lässt.

Chinese Aktien waren verkratert, doch im Zusammenhang sind die chinesischen Aktienkurse im Vergleich zu vor zwei Jahren immer noch hoch:

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Microsoft Excel; Daten von Yahoo Finance; zusammengestellt von James Stanley

Wenn also die Aktienkurse immer noch um 44% höher liegen, als vor zwei Jahren, warum dann all diese Panik? Genau dies macht die Wirtschaftssituation in China so unheimlich interessant und aufregend, und diese Aufregung ist nicht unbedingt eine „positive“ Sache, wie es die Investoren weltweit über die Märkte hinweg bisher in 2016 bereits gezeigt haben. Offen gesagt, fürchten viele internationale Investoren, wie sehr sich China vom Rest der Welt unterscheidet; dies gründet teilweise auf der Tatsache, dass dieses Land nur 40 Jahre zuvor noch eine vollständig geschlossene kommunistische Gesellschaft mit sehr wenig Einfluss von außerhalb Chinas war. China geht in vielerlei Hinsicht immer noch seinen eigenen Weg, und die noch sehr junge Volkswirtschaft wird noch einige Wachstumsschmerzen durchmachen müssen. Doch diese Geschichte hat wirklich erst gerade begonnen ...

Viel dieser Panik stammt von der Tatsache, dass China schneller als jegliche andere Volkswirtschaft der Geschichte gewachsen ist. Und in der Regel wurden in solchen Situationen wesentliche Risiken eingegangen. Das Land verzeichnete umwerfende Wachstumsraten in den 80ern und 90ern, wie sie die Welt nie zuvor erlebt hatte. Auf dem Chart unten werfen wir einen Blick auf die BIP-Wachstumsraten in China ab 1978 bis heute. Dies markiert den Beginn der Eröffnung der chinesischen Volkswirtschaft, und diese Wachstumsraten illustrieren, wie unglaublich „das chinesische Wunder“ wirklich gewesen ist. Genau das nennt man die Wirtschaftsperiode in der chinesischen Geschichte: ein Wunder. Leider erweisen sich die meisten „Wunder“ als zu gut, um wahr zu sein, und genau das ist hier der Angstfaktor. Der Chart unten ist in Milliarden-USD geführt, und man beachte wie beginnend ab unterhalb 1 Billion in 1978 eine Volkswirtschaft mit einem Wert von mehr als $10 Billionen wuchs, was sie zu der größten nationalen Volkswirtschaft weltweit innerhalb einer kurzen Periode von 37 Jahren macht. Beachten Sie jedoch das beinahe parabolische Wachstum. Dies ist das Alarmsignal Nummer eins für die Investoren, da sich solch klare und starke Trends selten entwickeln.

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Microsoft Excel; Daten von China NBS; zusammengestellt von James Stanley

Ist Ihnen an dem Chart etwas Ungewöhnliches aufgefallen? Es ist beinahe parabolisch, mit sehr wenig Rückgang oder Retracement.

Sie werden vielleicht eine Vorstellung von dem erhalten, was hier die Ängste bei den Investoren auslöst: das Wachstum Chinas war so unheimlich erstaunlich, dass es kaum eine Verlangsamung oder Mäßigung gab, zumindest auf Basis der Daten. Und genau wie jeder andere wachsende Bullenmarkt, werden beträchtliche Risiken eingegangen, während die Kurse klettern. Solche Risiken kommen oft ans Tageslicht, wenn eine Volkswirtschaft rückgängig ist, und langfristig betrachtet ist dies eine gute Sache. Es führt zur Entfernung von Unrat, und Effizienz rückt in den Fokus. Es ist diese Verbrennung innerhalb einer Volkswirtschaft, die eine Wachstumsbasis innerhalb der Volkswirtschaft schafft, nachdem der Geschäftszyklus darauf vorbereitet wurde.

Aber wir wollen uns hier noch zentraler auf China beziehen, denn wenn man in China ist – wen interessieren dann US Dollar? Wir möchten einen Blick auf das chinesische BIP-Wachstum werfen, ausgedrückt als das, was der chinesische Durchschnittsbürger erlebt haben könnte. In dem Chart unten betrachten wir das BIP-Wachstum als PPP, oder auch bezeichnet als Kaufkraftparität. Dies ist die Wachstumsrate ausgedrückt in Yuan, denn das wird tatsächlich verwendet und ist innerhalb der chinesischen Volkswirtschaft relevant.

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Microsoft Excel; Daten von Yahoo Finance; zusammengestellt von James Stanley

Und obwohl solch erhöhtes und anhaltendes Wachstum, sagen wir „ungewöhnlich“ ist, bedeutet dies nicht, dass es unmöglich ist. Es macht Investoren nur vorsichtig. Wenn wir jedoch in die chinesische Volkswirtschaft schauen, dann erkennen wir, dass die Sache zunehmend ungeordnet wird, und genau das trägt zu Undurchsichtigkeit der aktuellen Situation bei und ist ein wesentlicher Faktor der Angst, die Investoren mit dieser Thematik verbinden.

Der Grund, dass das BIP-Wachstum in China so unglaublich anhaltend war, liegt darin, dass das Land sein BIP anders als der Rest der Welt berechnet. In China wird ein Gebäude, sobald es gebaut wird, zum BIP hinzugerechnet. Im Westen zählt jenes Gebäude nicht zum BIP, bis dort tatsächlich Geschäfte abgewickelt werden, jemand es kauft oder es vermietet und Mieten einnimmt. Es zählt nicht zum BIP, bis es tatsächlich etwas produziert. In China wird das BIP von der Regierung in Form von Ausgabeprojekten aufgestellt. Es müssen keine Geschäftstätigkeiten in Verbindung mit dem Bau oder dem Programm bestehen, damit es zum BIP gezählt wird.

Dies lässt eine Reihe von Fragen aufkommen: Als erstes, wer kümmert sich hier um die Bewertungen, und welches System wird verwendet, um zu bestimmen, ob etwas zum BIP gehört? Und weiter, falls die Regierungsausgaben direkt zum BIP beitragen, woher kommen dann die Barmittel, um all diese Bauvorhaben zu finanzieren?

Es führt immer zurück zu Schulden – Schulden bauen sich auf und Kreditausfälle führen zur Zerstörung

Wenn eine Volkswirtschaft wächst, sind Schulden ein wichtiges Werkzeug zur Befähigung von Wachstum. Laut keynesischer Wirtschaftspolitik ist der Grundgedanke, dass die Regierung bei langsamen oder risikoreichen Perioden in den Märkten Schulden aufnimmt, um das Wachstum zu unterstützen, worauf die Schulden dann während Zeiten mit starkem Wirtschaftswachstum zurückgezahlt werden. Dies hält den Zyklus aufrecht, sodass bei einer nächsten Rezession die Regierung über genügend Mittel zur Neubelebung der Wirtschaft verfügt. Dies ist der „normale“ Ablauf. Die Welt hat dies nun seit einiger Zeit nicht mehr lebt, da die meisten Regierungsschulden einfach in noch mehr Schulden umgewandelt werden. Das ist seit dem Zweiten Weltkrieg so. Es gleicht einem Schneeball, der abwärts rollt, bevor er eine Lawine verursacht. Dies ist nicht neu. Man recherchiere nur Rom oder Japan im Mittelalter. – Schulden sind tödlich.

Es ist immer die gleiche Geschichte mit verschiedenen Beteiligten. Solange wie sich diese Kette fortsetzt, so lange wie eine willige Öffentlichkeit weiterhin Staatsanleihen kauft, um diese Fortsetzung der Verschiebung von Staatsschulden zu finanzieren, rollt der Schneeball weiter, und es besteht eine große Gefahr oder Angst, bis er außer Kontrolle gerät. Dann gehen die Investoren einen Schritt zurück, die Zinsen steigen, und die Regierung wird Schwierigkeiten haben ihren Schuldenverpflichtungen aus jahrelangem Schuldenaufbau nachzukommen. Dann kann sie Zinszahlungen nicht erfüllen und noch weniger Berechtigungsprogramme. Die Geschwindigkeit des Schneeballs erreicht ein Level, an dem ein normaler Mensch ihn nicht mehr am Abwärtsrollen hindern kann. Dies ist nicht „nur“ ein chinesisches Problem, dies ist derzeit bezeichnend für die ganze globale Wirtschaft, wobei Neo-Keynesische Wirtschaft von den Zentralbanken in vollem Ausmaß angewendet wird. Doch China ist einer der Bereiche, der das größte „Boom und Bust“-Potenzial aufweist. Jedoch befindet sich China nur an der Spitze des Speers.

Wir haben bereits einen sich bildenden Schneeball gesehen, der im Slalom den Hügel hinabrollt, und dies begann im letzten Jahr.

Und hier ist der besorgniserregende Teil: Niemand weiß wirklich, wie groß dieser Schneeball tatsächlich ist. Und für einen Kreditgeber ist dies ein extrem wichtiger Datenpunkt, um die Kreditwürdigkeit zu beurteilen. Stellen Sie sich vor, sie gehen zu Ihrer Bank und bitten um einen Kredit von $2 Mio. ohne der Bank sagen zu wollen, wie hoch Ihr Einkommen ist oder wie viele Aktiva Sie haben. Das wird wohl kaum klappen. Und sagen wir dann, dass die einzige Information, die Sie der Bank geben, Ihre Bilanz ist, aber Sie sind nur bereit, dass die Bank Ihre Aktiva gemäß den Ihnen bestimmten Werten berücksichtigt. Diese Timex-Uhr, die Sie mit einem Preisschild von $30.000 versehen haben, muss die Bank akzeptieren und darf nicht sagen, "naja, eigentlich ist die nur 10 Dollar wert".

Sagen wir einfach, dass diese Person wohl kaum einen Kredit erhalten wird, egal wie teuer das Auto ist und wie kreditwürdig sie zu sein "scheint".

Falls wir die Verschuldung Chinas über den Daumen gepeilt schätzen wollen, müssen wir Meinungen von Blackrock und McKinsey einholen, die im Januar vergangenen Jahres von Business Insider abgedeckt wurden. Eine kurze Zusammenfassung von dem, was gesagt wurde, sehen wir gleich in der Schlagzeile: "Blackrock warnt: Chinas Verschuldung hat an Kraft verloren und wird nun zu einem Gift’’. In diesem Bericht schätzt McKinsey, dass die Verschuldung in China von 2007 bis 2014 um $21 Billionen (das ist wirklich ein "B") zugenommen hat. Also wurden grob 200% der Volkswirtschaft innerhalb von sieben Jahren als Verschuldung hinzugefügt. Dies brachte das chinesische Schulden-BIP-Verhältnis von 158% auf erstaunliche 282% in nur acht Jahren. Im Vergleich dazu werden die USA oft mit einem Schulden zu BIP Verhältnis von 110,5% als "gestreckt" angesehen.

Nun wissen wir also, wie das BIP-Wachstum so lange so robust (und beständig) bleiben konnte …

Dies steht in starkem Gegensatz zu den offiziellen Schätzungen in China, die ein Schulden zu BIP Verhältnis von nur ungefähr 40% ausweisen. Ein Großteil der Anleiheemissionen in dieser Zeitspanne war unternehmerisch, was China zum größten Unternehmensanleihemarkt der Welt machte. Und solange die Volkswirtschaft wuchs und Geld nach China floss, gab es keine großen Probleme, da die Investoren fröhlich ihr Geld in die chinesischen Unternehmen pumpten, die rasch wuchsen, während ein Großteil der restlichen Welt mit den von der Nullzinspolitik verursachten niedrigen Zinsen zu kämpfen hatte.

Wenn die Verschuldung aber zunimmt, wird das Bezahlen der Zinsen eine größere Herausforderung, denn dazu wird ein größerer Teil Ihres Einkommens benötigt. Und während das nun passiert, beginnen die Investoren vorsichtiger bei der Kreditvergabe zu werden, denn sie befürchten, nicht zurückbezahlt zu werden. Und dies geschieht alles in einer Situation, in der sich niemand auf die Zahlen verlassen kann, nur auf die zunehmenden, möglichen Risikofaktoren, mit denen sich die Investoren begnügen müssen. In den meisten ähnlichen Situationen werden die Investoren einfach aufhören, Anleihen zu kaufen.

Nachdem dieser Artikel und der Bericht veröffentlicht worden waren, war der Rest des Jahres 2015 für die Anleihemärkte Chinas nicht freundlich. In diesem November-Artikel des Wall Street Journals, der ungefähr 10 Monate nach dem früheren Bericht publiziert worden war, sehen wir die Auswirkungen dessen, wenn die Investoren aufhören, Anleihen zu kaufen. In diesem Bericht sagte eine der vier Banken, die von der chinesischen Aufsicht für Forderungsausfälle (notleidende Kredite) zuständig ist, dass die Forderungsausfälle in China in den nächsten vier bis sechs Quartalen voraussichtlich weiter steigen würden. Die notleidenden Kredite haben so stark zugenommen, dass diese vier Banken Mühe haben, sie alle zu absorbieren.

Sogar diese Zahlen der chinesischen Aufsicht wurden infrage gestellt und wurden in diesem Artikel von Bloomberg vom vergangenen Oktober mit dem Titel "Kredit-Spürhunde in China entdecken Forderungsausfälle, die die offiziellen 1,5% in den Schatten stellen" erwähnt. Diese Zahl von 1,5% ist die Schätzung, die die chinesische Aufsicht für notleidende Kredite bestimmt. 1,5 ist kontrollierbar. Aber die Schätzungen dieser "Kredit-Spürhunde" zeigen eine viel weniger kontrollierbare Zahl von zwischen 6 und 21%.

Man kann eine Volkswirtschaft ankurbeln, solange eine von fünf Anleihen als uneinbringlich abgeschrieben wird. Hier wird einfach nur Kapital zerstört, und niemand sieht es. Das passiert nun schon seit fast einem Jahr.

Dies scheint der Punkt im Kreditzyklus zu sein, in dem China beginnen wird, die Belastung zu spüren. Was passiert, wenn die Forderungsausfälle derart zunehmen, dass diese vier Kreditgeber sie nicht mehr absorbieren können? Nun ja, dann werden die Preise dieser Anleihen sinken (und die Rendite steigen), da die Nachfrage abnehmen wird. Hier beginnt dann die Schulden-Razzia, denn die Investoren suchen Deckung aus Angst, dass Peking die Flut der Verkäufer nicht aufzuhalten vermag.

Vielleicht noch problematischer ist, dass die Kredite möglicherweise einen freien Fall starten könnten, da die Investoren weltweit die Schulden einer undurchsichtigen Volkswirtschaft meiden, die unter einer unbekannten Menge Druck steht und die Schuldenblase, die die 2,8-fache Größe der chinesischen Volkswirtschaft hat, wird sich wieder zu Hause niederlassen.

Hier kommt der Aktienmarkt ins Spiel …

"Der Bullenmarkt startet bei 4.000"

Jeder, der jemals Unterricht im Finanzwesen hatte, weiß, dass es zwei Möglichkeiten gibt, um Kapital zu beschaffen: Anleihen und Aktien. Die Anleihen sind normalerweise billiger, da sie zurückbezahlt werden können, und deswegen sind sie die bevorzugte Methode für die Wachstumsfinanzierung in China, nachdem die Weltwirtschaftskrise die Aktienbörsen zermalmt hatte. Obwohl ein Großteil der Welt in den Jahren nach der Krise Gewinne von 20-30% in den Aktienmärkten sahen, erlebte China ein flaches Trading in seinen Aktien. Die chinesischen Investoren suchten anderswo einen Ort, um ihr Geld zu parken, vor allem in Anleihen und Immobilien, und dorthin folgten auch die meisten internationalen Investoren.

Als die Belastung in der Verschuldung Chinas problematischer wurde, brauchte China ein neues Finanzierungsmittel, um frisches Kapital in die Volkswirtschaft zu bringen, das sich dieses Schuldenbergs annehmen würde. Und das geschah ungefähr zum selben Zeitpunkt, als das Anleihewachstum langsamer wurde und die Aktienkurse in China zu steigen begannen.

Das war nicht nur ein gewöhnlicher Bullenmarkt, es war eine gesellschaftliche Bewegung in China, da die glitzernden Aktienkurse landesweit neue Tages-Trader schufen.

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Microsoft Excel; Daten von Yahoo Finance; zusammengestellt von James Stanley

Während die Aktienkurse bis Ende 2014 und Anfang 2015 weiter zulegten, wuchs auch die Partizipation der Retail-Trader in China. Die offizielle, kommunistische Zeitung in China, People’s Daily, begann die Vorteile des Aktienbesitzes zu behandeln und beurteilte den Besitz von Aktien chinesischer Unternehmen als einmalige Gelegenheit. Die höheren Kurse führten zu immer mehr Retail-Tradern, und irgendwann tauschten sogar die Landwirte ihre Mistgabeln gegen Laptops aus, da jeder versuchte, der nächste Warren Buffet zu werden.

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Microsoft Excel, Daten von Yahoo Finance; zusammengestellt von James Stanley

Am 21. April verkündete die People’s Daily deutlich: “DER BULLENMARKT STARTET BEI 4.000.” Das bezog sich auf den Shanghai Composite, der noch vor einem Jahr bei 2.065 geschlossen hatte. Nachdem in einem Jahr der Index also um 100% angestiegen war, übermittelte das Sprachrohr der kommunistischen Partei den Investoren, dass die Blase eben erst begonnen hatte. Was denken Sie, verursachte dies in einer rasend investierenden Menge? Sie wurde aufgeregt… ungefähr einen Monat lang. Die Margin-Levels stiegen raketenartig an, da das Trading in China nicht annähernd so stark reguliert war wie in den meisten westlichen Ländern. Nur wenige Woche, bevor die Ansage der People’s Daily von höheren Aktienkursen publiziert wurde, veröffentlichte Bloomberg einen Artikel mit dem Titel "China balanciert auf einem Seil von $264 Milliarden, da die Margen-Schulden die Aktien antreiben". Zu diesem Zeitpunkt betrug die Margen-Schuld in China ungefähr das doppelte der in den USA, und diese dicke Schlagzeile in der People’s Daily verlängerte diese Bewegung nur noch. Das ist ein sprudelnder Markt, der von Leverage angetrieben wird, und das ist selten etwas Gutes.

Nachdem der Artikel in der People’s Daily veröffentlicht worden war, erhielten die Aktien stärkeren Zuschlag und legten in den darauffolgenden acht Wochen um 16% zu. Aber irgendwann war jeder, der kaufen wollte, bereits long. Und dann begannen die Kurse zu sinken, denn es war schlicht und einfach niemand mehr übrig, der Aktien kaufen wollte, oder zumindest nicht genügend, um jene abzudecken, die bereits Aktien besaßen und sie verkaufen wollten. Und für einen Markt, der bereits so stark gehebelt war, bedeuteten diese tieferen Kurse starke Verluste für die Investoren, die der Rendite nachjagten. Weniger als zwei Monate nach diesem Hoch war der Shanghai Composite wieder unter seinen Kurs vom 21. April gefallen.

Die Anatomie des Zusammenbruchs (Anfangsphasen)

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Microsoft Excel; Daten von Yahoo Finance; zusammengestellt von James Stanley

Nachdem sich der Abverkauf in China immer stärker intensivierte, begannen die Weltmärkte aufmerksam zu werden. Nachdem die Anleihen in China in Verruf gerieten und die Kapitalbeschaffung für eine langsamer werdende Volkswirtschaft immer schwieriger wurde, zeigte sich der Aktienmarkt vielversprechend. Wenn die Aktienkurse steigen, ist es für die chinesischen Unternehmen einfacher, Kapital in Form von Börsengängen zu beschaffen.

Während die chinesischen Aktienkurse höher marschierten, war dies ein enormes Geschäft. Zu einem gewissen Zeitpunkt sprang fast jeder Börsengang am ersten Handelstag um die erlaubten 44% auf, und viele Emissionen zeigten dreistellige Gewinne in den darauffolgenden Wochen. Einige Börsengänge überzeichneten sogar das 130-fache! Das bedeutet, dass wenn 10.000.000 Aktien verfügbar waren, würden 1,3 Milliarden Aktien-Order dazukommen, und die meisten Investoren hätten dann keine Ausführung. Sie mussten diese Aktien im Sekundärmarkt kaufen, und dies führte nur zu weiteren Gewinnen mit neu emittierten Aktien und immer mehr Leuten, die die Neuemissionen zeichnen wollten.

Aber als die chinesischen Aktienmärkte im Juni und Juli letzten Jahres einen Crash erlitten, bremste die chinesische Aufsicht die Rückgänge mit der Einführung zahlreicher Richtlinien. Eine davon hob neue IPO-Emissionen auf; der Gedanke dahinter war, dass diese Mittel, die für den Kauf von IPOs verwendet würden, nun die bereits vorhandenen unterstützen könnte. Aber es war eine andere Maßnahme, die die Aufmerksamkeit der Märkte erregte, und das geschah am 11. August. Dann veränderte die PBoC nämlich komplett die Machart, mit der sie den Yuan bewertete. Zum gleichen Zeitpunkt begannen die globalen Aktien einen Selloff aus Angst vor einem Zusammenbruch in China und anschließend in Asien.

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Vor diesem Datum war der Wert der chinesischen Währung auf dem Wert des US Dollars basiert. Da es eine kontrollierte Währung ist, würde die People’s Bank of China eine tägliche Referenzrange einrichten, die sich auf den Wert des US-Dollar stützt, und aus diesem Grund gab es vor der ersten blauen Box auf dem Chart oben wenig Volatilität. Als der USD nach Ende des QE abtauchte, weil dies fantastisch für die chinesische Volkswirtschaft. Es bedeutete im wesentlichen, dass der Yuan steigen würde, solange der US-Dollar nachgeben würde, und dies war eine enorme Unterstützung für die chinesischen Exporte, die nach wie vor einen wichtigen Faktor der chinesischen Volkswirtschaft darstellen.

Doch während der Dollar an Stärke gewann, erhöhte sich der Druck auf die chinesische Volkswirtschaft und ihre Exporte. Anfang August schien es sicher zu sein, dass die Vereinigten Staaten ihre Zinsen in den kommenden Monaten anheben würden, und dies hätte einen stärkeren USD bedeutet (was ebenso einen stärkeren Yuan bedeutet hätte). Es war sprichwörtlich an die Wand geschrieben ...

Ein stärkerer Yuan der eine anfällige Volkswirtschaft zur Folge und würde unbeschreiblichen Druck erzeugen und würde außerdem insgesamt die Kontrolle von Peking abziehen. Ob sie es nun mögen würden oder nicht, ein stärkerer US-Dollar und ein stärkerer Yuan würden Druck auf die Exporte ausüben, und das würde wahrscheinlich jegliches noch verbleibendes Wachstum in China stoppen, was wiederum die Bedienung von Schulden in den nächsten Jahren nahezu unmöglich machen würde.

Dies ist einer der Gründe, warum die Abverkäufe im August und im September, die weltweit stattfanden, so unglaublich brutal waren: China stellte einen absoluten Risikowert dar, der einfach nicht definiert werden konnte. Ein schwächerer Yuan bedeutete, dass der Handel mit China für jede Volkswirtschaft, die Handel mit China Betrieb, noch unvorteilhafter werden würde. Die chinesischen Importe würden in Ihrer Volkswirtschaft billiger werden, und Ihre Exporte würden teurer werden. Für ein Unternehmen wie Apple, das in erster Linie sein Wachstum aufgrund der starken Präsenz in China verzeichnet, stellt dies einen wirklich bedrohlichen Faktor dar.

China hat von Japan gelernt – was passiert, wenn für eine exportbasierte Volkswirtschaft mit einer wirklich schwachen Währung, die nicht gestärkt werden kann, eine Blase zerplatzt? Die Volkswirtschaft kollabiert.

Währungen haben Einfluss – Yen-Stärke (blaue abfallende Linie) führt niedrigere Aktienkurse an (Candlestick)

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Schließlich war es genau das, was Japan in einen mehr als 30 Jahre dauernden Deflationszyklus führte. Als der USD/JPY bei 150,00 tradete, konnte Toyota ¥3.000,000 für jeden Toyota von $20.000 einbringen, den das Unternehmen in den USA verkaufte. Nachdem der USD/JPY bei 75,00 tradete, würde ein Auto im Wert von $20.000 nur noch ¥1.500.000 bringen. Wie wird Toyota wohl Ihrer Meinung nach darauf reagieren? Sie können entweder den Autopreis erhöhen oder eine Methode finden, um drastisch Kosten zu senken. So oder so haben sie nicht viele positive Optionen, und China stand genau vor derselben Situation vor dem 11. August. Falls Sie mehr darüber erfahren wollen, lesen Sie unseren Artikel mit dem Titel Der Kern des Forex-Markts, in dem wir die Bedeutung der Devisenkurse im Handel und in den Kapitalflüssen aufzeigen.

Außerdem – was passiert mit all den Schulden, wenn der US Dollar (und der Yuan) stärker werden, während viele andere Hauptwährungen schwächer werden? Genau – relativ betrachtet, wachsen jene Schulden. Wenn Sie €10.000.000 schulden, notiert in USD, wenn der EUR/USD bei 1,4000 steht, nun ja, dann schulden Sie €14.000.000, wenn der EUR/USD sich bei Parität befindet. Sie haben nichts getan, und Sie haben in der Tat nicht noch mehr Geld aufgenommen. Sie haben sich einfach nur auf der falschen Seite eines Währungstrades befunden, und Peking sah es kommen.

Also war diese Bewegung am 11. August zur Neubewertung des Yuan ein Warnschuss für den Rest der Welt, dass a) Probleme in China möglicherweise größer als zunächst angenommen waren, b) dies nicht ein alleiniges „China-Problem“ war und c) auf die Welt einige Volatilität zukommen wird. Peking würde nicht ohne Kampf aufgeben. Die Regierung wollte mehr Kontrolle über ihre Währung, und es gab nichts, was gesagt oder getan werden könnte, um sie davon zurückzuhalten. Jetzt ist der Yuan an einem "Korb" globaler Währungen fixiert, jedoch immer noch unter Kontrolle der PBOC.

Der vorherrschende Gedanke ist, dass der Yuan "tiefer geleitet" wird, während der Druck auf China steigt. Und wenn der Yuan "tiefer geleitet" wird, bedeutet dies Probleme für die Handelspartner Chinas, vor allem die USA und Japan, da diese beiden die zwei verwundbareren Volkswirtschaften sind nach sechs bzw. drei Jahren QE, die weder zu einem deutlichen Wachstum noch zu einer Inflation führten. Aber die PBoC hat von der Politik des einfachen Geldes der Federal Reserve und der EZB gelernt, die lautstark ihre Absichten übermittelten, damit die Investoren eine Gratisfahrt auf ihren Programmen unternehmen konnten, und sie wird wohl nicht erlauben, dass dies zu einem einseitigen Handel wird.

Und hier ist das, was zu einer Kapitulation führen könnte: China baucht einen schwächeren Yuan, um das akkommodative Umfeld wettzumachen und die aktuellen Probleme zu umschiffen; was passiert aber mit den $28 Billionen auf dem USD lautenden Anleihen, wenn der Yuan sich um 20% abschwächt? Ja, genau, die Zahl $28 Billionen wird dann zu $33,6 Billionen. Es wurden keine Schulden abgebaut, keine Ausgabenprojekte wurden gestartet - es handelt sich einfach nur um einen sehr schlechten Währungshandel, der fünfeinhalb Billionen kostet.

Themen für die Portfolio-/Trading-Positionierung:

Das erste und offensichtlichste Ziel sind Shorts in den globalen Aktien, und das stand im Mittelpunkt unserer Analyse zur Prognose für das erste Quartal in den Aktienindizes. Das ist ziemlich offensichtlich, denn China ist das Symptom des größeren Problems, und zwar ist dieses die Tatsache, dass sechs Jahre QE und Nullzinspolitik viel Schaum in die Finanzmärkte geführt haben. Der S&P 500 befindet sich zurzeit ungefähr auf seinem dreifachen Wert von vor sieben Jahren, und im selben Zeitraum wuchs das BIP der USA nur um 12%. Hier ist also deutlich eine Abweichung festzustellen. Unser Plan von 401.000 muss vorläufig der Fed dafür danken.

Wir sahen bereits, was mit den Rohstoffen passiert, wenn sich diese Zyklen zum Schlechten wenden, und darum ging es im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres und in diesem Jahr. Aber die Aktienkurse sind immer noch erhöht.

Es ist klar, es gab schon zahlreiche Gründe für eine Wende, aber das Problem dabei ist, dass es nur noch wenige Orte gibt, zu denen das Geld fließen kann. Damit tatsächlich ein Abverkauf in den Aktien stattfindet, brauchen wir einen Schock, der eine Risikoaversion auslöst. Dies könnte das Kapital dazu bringen, in Staatsanleihen entwickelter, starker Volkswirtschaften zu fließen. Dies könnte sogar zu negativen Zinssätzen in den USA führen, wenn der Schockfaktor stark genug ist.

Nachstehend sehen Sie den S&P mit einer Langzeit-Projektion aufgrund der jüngsten Kursbewegungen:

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Was vielleicht für China noch wichtiger und gegenüber den Problemen Chinas deutlich stärker gefährdet ist, ist Japan. Das ist eine gute Fallstudie für das QE, denn die Bank of Japan war die erste, die damit experimentierte. In ihrer Geschichte hat es noch nie funktioniert. Wir sind nun dabei herauszufinden, dass die letzten drei Jahre QE nicht "funktioniert" haben. Die große Frage lautet nun, wie aggressiv die BoJ dies bekämpfen könnte, und ob sie ihr Programm nun aufstocken wird oder nicht.

Egal ob das nun passiert oder nicht, die Investoren haben bereits begonnen, gegenüber dem Nikkei risikoaversiv zu sein, wie die durchbrochene QE-Trendlinie im nächsten Chart aufzeigt:

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Der schmerzhafte Teil der Wirtschaft ist der, dass es hinter diesen Dingen viele Implikationen für die Realwirtschaft gibt. Man könnte denken, dass man wegen dieser Wichtigkeit mehr daran arbeiten sollte, um das zu begreifen. Stattdessen verwenden wir immer noch veraltete Modelle der 1980er Jahre und Theorien von den 1930er Jahren, um unsere Wirtschaft zu steuern. Aber Tatsache ist, dass die wirtschaftlichen Rezessionen politische Unruhen verursachen. Das ist eigentlich das Positive in den "Abwärtszyklen". Dort wird der Unrat beseitigt. Die Politiker verlieren ihre Posten aufgrund einer Bevölkerung, die von einer Wirtschaftsrezession gebeutelt wird. Aber das QE hat etwas davon zerstreut, oder? Denn das QE hat die Weltwirtschaft technisch weiterhinken lassen, ohne ein reales, tatsächliches Wachstum zu bringen. Dies gibt Bewegungen wie Occupy Wall Street Auftrieb. Darum ist auch zurzeit ein offen bekennender Sozialist ein legitimer Präsidentschaftskandidat in den USA.

In Europa ist die Situation jedoch noch weit bedrohlicher. Nach sechs Jahren, in denen die Politiker den Ball laufen ließen (wobei George Soros es passender ausdrückte, als er sagte, "den Ball den Hügel hinaufschießen, damit er wieder hinunterrollt", haben sie sich an die Vermeidung gewöhnt. Während Griechenland Kapitalkontrollen einführte, als die Volkswirtschaft des Landes zerrissen wurde, warteten die Technokraten in Frankfurt einfach ab. Die Migrantenkrise könnte kein Ball sein, den man einfach laufen lässt. Und in Anbetracht der zunehmenden wirtschaftlichen Probleme, könnte dies der Auslöser sein, der Europa an einen Wendepunkt treibt.

Der DAX wartet ab …

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Die viel interessanteren Märkte für dieses Thema liegen in der Welt der Devisen. Der Forex-Markt bietet eine derart große Flexibilität, dass Trader sich nach Belieben positionieren können. Und außerdem können Trader eine Währung wählen, von der sie eine Aufwertung erwarten, und sie mit etwas paaren, das voraussichtlich sinken wird.

Wenn wir die Schwäche in Asien nehmen, so ist dies ein passender Kandidat für eine Short-Aussetzung im AUD/USD, bei dem der langfristige Abwärtstrend bereits begonnen hat. Nachdem die Tech-Blase in den USA geplatzt war und das Wachstum in China wirklich zulegte, stieg auch die Nachfrage nach Rohstoffen aus Australien. Dies brachte höhere Rohstoffkurse, was zu einem stärkeren Aussie und mehr Wachstum für Australien führte. Nachdem das QE in den USA eingeführt wurde, wurde nur noch mehr Kapital in China, den Rohstoffen und den Aussie investiert.

Die Rohstoffe sind bereits auf dem Sinkflug, das chinesische Wachstum schwächt sich ab, und der Druck auf Australien hat sich bereits verstärkt.

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Und in Bezug auf die Flexibilität und den Fokus auf die Aussetzung in einer Verlangsamung in Asien können Trader sogar ihr Setup im Aussie anpassen, um von einem möglicherweise starken Yen zu profitieren, wenn die chinesischen Behörden den Yuan weiter abwerten.

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

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Und ein letzter, interessanter Markt, zurzeit einer der am verwundbarsten in Bezug auf die Weltwirtschaft, sind die Schwellenländer. Sollte sich diese Verlangsamung in Asien zu etwas Größerem entwickeln, können diese Schwellenländer leider nur wenig unternehmen, um die Schwäche zu bekämpfen. Wir befinden uns bereits mitten in einer ausgewachsenen Wirtschaftskrise in Brasilien, und die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro werden in diesem Jahr die Aufmerksamkeit auf eine Volkswirtschaft lenken, die vor einer Hyperinflation steht.

Wenn man jedoch ein ähnliches, allerdings weniger entwickeltes Thema sucht, kann man auf Mexiko und den Peso zugreifen. Diese geringere Entwicklung kann sogar positiv sein, denn diese Situationen können für die Volkswirtschaften der Schwellenländer so schlimm werden, dass wir vielleicht nicht weit von Kapitalkontrollen entfernt sind (die für die Positionen der Trader ein großes Risiko darstellen können). Brasilien ist wohl deutlich näher daran, Kapitalkontrollen einzuführen als Mexiko.

China: Es ist nur eine Frage der Zeit, und hat möglicherweise bereits begonnen

Erstellt mit Marketscope/Trading Station II; von James Stanley

Schlussfolgerung

Rezessionen sind ein sehr normaler Bestandteil des gesunden Betriebs einer Volkswirtschaft. Es ist die Anmaßung des Menschen, zu denken, dass man nur Gutes haben kann, ohne sich mit dem Schlechten abgeben zu müssen, und dies hat sich seit jeher als verrückter Gedanke erwiesen.

Rezessionen bedeuten nicht Tod oder Schmerz oder etwas Größeres, solange sie angemessen kontrolliert werden. Aber wenn die Rezessionen kontrolliert werden, indem man die normalen Menschen, die täglich zur Arbeit gehen, zusätzlichen Gefahren aussetzt, dann besteht die Gefahr einer Revolte in der Bevölkerung; und das ist in jedem Land dieser Welt ernst zu nehmen. Die Politiker sind nicht im Geschäft, um an Macht zu verlieren, sei es in China, den USA oder Europa. In den letzten sechs Jahren haben wir gesehen, wie die meisten großen Volkswirtschaften der Erde Maßnahmen ergriffen, um das Unvermeidliche irgendwie aufzuhalten. Je stärker das Pendel zurückgezogen wird, desto stärker ist der darauffolgende Schwung in die Gegenrichtung. Es scheint so, als ob nun das Pendel wieder auf seinem Weg zurück ist, und die einzige wahre Frage ist, ob die Regierungen weltweit diesem Pendel noch mehr Schwung verleihen werden, bevor der Schneeball zu groß und somit unkontrollierbar wird.

Das Einzige, was diese Aussichten auf Dauer umkehren könnte, wäre ein weiteres Abkommen wie der Plaza Accord oder Bretton Woods, und das ist zurzeit viel zu spekulativ und unwahrscheinlich, als dass wir einschätzen könnten, was in einem solchen Fall geschehen würde. Wir haben noch viel Geschichte zu schreiben, bevor diese Art Aussicht annähernd wahrscheinlich wird. Bis dahin, machen Sie sich bereit.

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