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Euro erhält mehr Spielraum nach oben ... für den Moment

Euro erhält mehr Spielraum nach oben ... für den Moment

2017-08-28 10:14:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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Euro erhält mehr Spielraum nach oben ... für den Moment

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Die Rede des EZB-Präsidenten Draghi in Jackson Hole trug nichts Konkretes zur Förderung eines stärkeren Euro bei, aber sie tat ganz gewiss auch nichts Gegenteiliges.

- Kommende VPI-Daten für die Eurozone für August werden zeigen, dass der Preisdruck sich stabilisiert hat, nachdem er während des zweiten Quartals gefallen war.

- EUR/USD-Netto-Short-Positionen sind unter den Privat-Tradern in den letzten Tagen angestiegen.

Der Euro war in der letzten Woche eine der am besten abschneidenden Währungen, nachdem der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi im Rahmen des wirtschaftspolitischen Symposiums der US-Notenbank Federal Reserve in Jackson Hole seine Rede gehalten hat. Es wurde weithin erwartet, dass die Rede ein gewisses Element der Heruntersetzung der exzessiven Euro-Stärke in den letzten Monaten enthalten würde. Das Fehlen von defensiven Kommentaren überraschte dann jedoch die Marktteilnehmer.

Das Ausmaß der Reaktionen beim Währungspaar am Freitag muss in einen Gesamtzusammenhang gesetzt werden: Es war Freitagnachmittag gegen Ende des Sommers, ein Zeitraum, der für seine geringe Marktbeteiligung bekannt ist. Illiquide Bedingungen sorgten für ein Umfeld, das für eine überdimensionierte Bewegung reif war. Ungeachtet dessen, was EZB-Präsident Draghi am Freitag sagte, das Währungspaar EUR/USD war für eine größere Bewegung bereit.

Für den Moment, so scheint es, möchte die EZB ihr Pulver trocken halten und abwarten, um sich dann zu einem späteren Zeitpunkt gegen die Euro-Stärke zu stellen. Tatsächlich verhält es sich an den Devisenmärkten so, dass die Stärke des Euro aufgrund der niedrigen Inflation nur eine gewisse Zeit toleriert werden wird. Technisch gesehen geht die EZB beim Paar EUR/USD für 2017 von einem Wechselkurs von 1,0800 USD aus, aber das Paar schloss vergangene Woche knapp unter 1,1920 USD.

Ob das Währungspaar EUR/USD kurzfristig über 1,2000 USD zulegen kann, scheint von der Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex für die Eurozone für August am Donnerstag abzuhängen: Enttäuschende Zahlen würden dafür spechen, dass der starke Euro einem Erreichen der geldpolitischen Ziele der EZB im Weg ist und auch weiterhin sein wird. Selbst wenn EZB-Präsident Draghi den Euro letzte Woche nicht ausdrücklich schwächer redete, werden jedwede Belege, dass die EZB noch für eine Weile ihr Inflationsziel nicht erreichen werden kann, Spekulationen neues Leben verleihen, dass die EZB im Rahmen ihrer geldpolitischen Sitzung im September keine signifikanten Drosselungen ihrer geldpolitischen Anreize ankündigen wird.

Andernfalls sollten Trader damit beginnen über die Sommermonate hinauszuschauen und sich auf ein aktiveres Abrutschen vorbereiten. Wenn das „Labour Day“-Wochenende in den USA nächste Woche vorüber ist, wird die Liquidität zurückkehren und die Marktbeteiligung wird wieder steigen. Die Bundestagswahlen in Deutschland im September haben bisher noch nicht viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, werden aber wahrscheinlich stärker in den Mittelpunkt rücken, je näher sie kommen. In den USA könnte ein sog. „Government Shutdown“ bevorstehen, also eine weitgehende Einstellung der Tätigkeit von Bundesbehörden, falls bis Ende des Monats keine Einigung über die Schuldensituation erzielt werden kann. Für den Moment wurde dem Euro ein gewisser Spielraum für eine Rally gewährt. Es gibt jedoch auch eine Menge Hindernisse und Katalysatoren für Volatilität

Schauen Sie in unsere Euro-Prognose für das dritte Quartal 2017 und in die DailyFX Trading-Leitfäden.

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