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Die Märkte brüllen, Zentralbanken bieten uneinheitliche Reaktionen

Die Märkte brüllen, Zentralbanken bieten uneinheitliche Reaktionen

James Stanley, Jamie Saettele, CMT,

Beobachten Sie, wie Retail-Trader sich unter Benutzung der FFXCM SSI-Daten auf der DailyFx Sentiment Seite

bei den Hauptwährungen positionieren.

Als das Neue Jahr begann, wurde es offensichtlich, dass ein Mangel an weiterer Unterstützung seitens der Zentralbank im Dezember die gebrechliche Erholung, die weltweit nach dem Finanz-Absturz gesehen wurde, bedrohte. Die Europäische Zentralbank warb bei ihrer Dezember-Sitzung für mehr QE-Kredite und das fiel am 3. Dezember flach, als die Bank ihr QE-Programm nicht erweiterte und stattdessen nur die Einlagezinsen auf ein noch tieferes Level reduzierte. Die Bank of Japan vermied im Dezember jeden weiteren Stimulus, doch von der Federal Reserve erhielten wir tatsächlich eine Zinserhöhung. In gewissem Sinne sah es also so aus, als ob wir uns dem Ende des ZIRP-betankten Umfeldes näherten, das die Weltmärkte in den letzten sieben Jahren beherrschte. Aber dieses Gefühl der Stärke hielt nicht lange an.

Die Nachwirkungen wurden im neuen Jahr fast augenblicklich gespürt. Die Schmerzfaktoren eines asiatischen Rückgangs, während ein voll entwickeltes Blutbad bei den Rohstoffkursen stattfand, war für die Welt in dem engeren (oder weniger losen) geldpolitischen Umfeld schwer zu ertragen. Es waren nur sechs schmerzliche Wochen nötig, bevor sich die Zentralbanken dem Druck beugten. Die Tiefs wurden in vielen Märkten am 11. Februar erreicht und das war am zweiten Tag von Janet Yellens Anhörung vor dem Kongressausschuss. Obwohl sie direkt nichts Bestimmtes über die Zinserhöhungspolitik oder QE sagte, verlieh sie den Finanzmärkten genügend Vertrauen, dass die Fed beim Aufflackern der globalen Risikofaktoren weitere Unterstützung leisten würde.

 Die Märkte brüllen, Zentralbanken bieten uneinheitliche Reaktionen

Erstellt mit TradingView; vorbereitet von James Stanley

Das hatte eine Tag-und-Nacht Auswirkung auf die Risiko-Toleranz und dieser unterstützende Stand wurde im März wiederholt, als die Europäische Zentralbank ihr QE-Programm massiv erhöhte, auf das wiederum die Fed-Veröffentlichung über eine Reduzierung ihrer Prognose für Zinserhöhungen in 2016 folgte. In Q2 haben damit die Zentralbanken für die Risikoneigung wieder das Sagen und die Erfüllung dieser Erwartungen für weitere Unterstützung muss erreicht werden, sodass die Risikotrends und Indices weiterhin anziehen können. Sollten sie straucheln oder sollten die Zentralbanken das Vertrauen der Märkte verlieren, könnte sich die gesamte Post-Yellen Rallye sehr schnell auflösen und wir wären gleich wieder im "Bärenmarkt Umfeld".

Besonders interessant in Bezug auf die Tonart des Risikos für das Q2 werden die Sitzungen der Bank of Japan und der Fed im April und Juni sein, und vielleicht sogar die Aussicht auf ein Brexit, wenn die UK darüber am 23. Juni abstimmen wird. Im Chart oben sehen Sie, dass der Nikkei das Schlusslicht der fünf verfolgten Indizes bildete. Die Bank of Japan führte Ende Januar Negativzinsen ein, was alle Finanzmärkten aufwühlte. Diese Maßnahme diente dazu, die Kapitalströme umzuleiten, aber in Tat und Wahrheit erhöhte dies nur die Risikoaversion, und der Nikkei wurde besonders stark getroffen. Die nächste Sitzung der Bank of Japan findet am 27. und 28. April statt, und dies könnte nicht nur eine wichtige Sitzung für den Nikkei sondern auch für die Risikotoleranz weltweit werden; wenn die BoJ weitere, innovative "notfallmäßige" Maßnahmen einführt, dann wird die Risikoaversion zweifellos zurückkehren. Wie wir Ende Januar von der BoJ sahen (als die Risikoaversion zunahm) und erneut Mitte Februar mit Janet Yellen (als die Risikoaversion wieder umkehrte), so können sich Sitzungen der Zentralbank eines Landes durchaus stark auf die Volkswirtschaft anderer Länder auswirken. Die Sitzungen der Fed stehen am 27. April und dann wieder am 15. Juni auf dem Kalender, und in letzter Zeit werden sie schlussendlich bestimmen, ob das Risiko weiter zunehmen wird oder nicht.

Technischer Ausblick

US30 Monatschart

Wenn wir eine Analyse der Indizes starten, ist es klug, auch den langfristigen Rahmen zu berücksichtigen. Dieser Monatschart des Dow Jones Industrials ist so langfristig wie es nur gehen kann! Grundsätzlich ist der "Einflusswinkel" auf langfristiger Basis die Linie, die die Tiefs von 1932 und 1982 verbindet. Eine Parallele, die sich vom Top von 1966 erstreckt, bildet einen Kanal. Diese obere Kanallinie agierte in den vergangenen 16 Jahren als Unterstützung und Widerstand. Tatsächlich war diese Linie die genaue Unterstützung im September 2001 und die Unterstützung in 2004 und 2006, als die globalen Aktien bis zu ihren Tops von 2007 stiegen. Das Tief der Weltwirtschaftskrise wurde auf der Mittellinie dieses Kanals verzeichnet. Die vorher erwähnte obere Kanallinie wurde im November 2014 erneut berührt. Der Index tradete um diese Linie herum bis Juni 2015. In anderen Worten, die ehemalige Unterstützung (in 2001 und 2004 bis 2006) wurde zum Widerstand (2014-2015). Die Dynamik ist langfristig bärisch, aber der Index kann immer noch auf neue Hochs vorstoßen. Dieselbe Linie wird erneut für den Widerstand interessant werden. Wir beurteilen also die Indizes im nächsten Quartal und darüber hinaus unter der Annahme, dass die langfristige Rendite-Risiko-Situation allgemein ungünstig sein wird.

 Die Märkte brüllen, Zentralbanken bieten uneinheitliche Reaktionen

SPX500 Wochenchart

Die Rallye des S&P 500 ab dem Tief von 2009 wird so wie die Rallye des Dow Jones ab dem Tief von 1932 beurteilt: Als Kanal. Im November des vergangenen Jahres fand eine deutliche Verhaltensänderung statt, als die obere Kanallinie (rot) einen Widerstand bildete. Falls ein neues Hoch gebildet wird, dient dieselbe Linie wieder als Widerstand. Die Linie liegt nur knapp über dem Mai-Hoch, also würde ein neues Hoch als letzter Atemzug erachtet, und das neue Hoch wäre wohl nur knapp höher. Die inneren Kanallinien (bei 25%, 50% und 75%) haben sich manchmal als Pivots bewiesen. Während ich diesen Artikel verfasse (23.03.), bietet die 75% Linie, die im Oktober 2014 die Unterstützung bildete, einen Widerstand. Die 50% Linie (Mittellinie) war die Unterstützung im vergangenen August und Oktober. Diese Linie könnte im zweiten Quartal eine Unterstützung um 1965 (Tief vom Dezember 2014 und hohes Volumen-Level vom Rückgang ab August 2015) bieten. Zum Schluss deuten die saisonalen Tendenzen ein Top Ende April an, und Juni ist historisch gesehen der schlechteste Monat des Jahres für den Aktienmarkt. Das zweite Quartal könnte also eine Art Knirschen verursachen (innerhalb einer Bandbreite von 1965 bis 2160) bis zum nächsten Top im Markt (achten Sie auf die rote Linie!), bevor zum Quartalsende eine starke Schwäche kommt.

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GER30 Wochenchart

Der DAX hielt seinen 200-Wochen-Durchschnitt im Februar. Ansonsten sieht der Index furchtbar aus. Der Trend ab dem Tief von 2009 wurde von einer Andrew's Struktur definiert. Die Unterstützung dieser Struktur wurde im Januar durchbrochen und wird nun als wahrscheinlicher Widerstand um 10200 erachtet, und bald könnte er die Hochs von 2000 und 2007 bei 8136 und/oder die Trendlinie von 2009-2011 testen, die tiefer liegt. Der DAX könnte sich halten, während der S&P 500 ein neues Hoch ausquetscht, aber der Fokus in diesem Index liegt im Verkauf des Widerstands.

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UK100 Wochen-/Jahreschart

Der FTSE sieht auch nicht besonders gut aus. Der gescheiterte Ausbruch auf ein Rekordhoch im April 2015 bleibt der wichtigste Höhepunkt auf diesem Chart und ist längerfristig bärisch. Die geschätzte Unterstützung für das zweite Quartal ist 5731 (Schlusskurs der Tief-Woche). Der Widerstand ist besser definiert, und zwar als Bereich zwischen den 50% und 61,8% Retracements des Rückgangs von April 2015-Februar 2016 von 6311-6503. Der Schwerpunkt liegt auf der oberen Grenze der Zone, wegen des Hochs vom Oktober 2015 bei 6487 und dem 200-Wochen-Durchschnitt (zurzeit bei 6420). Außerdem ist die Jahreskerze für 2015 eine der äußeren, bärischen Art.

 Die Märkte brüllen, Zentralbanken bieten uneinheitliche Reaktionen   Die Märkte brüllen, Zentralbanken bieten uneinheitliche Reaktionen

Nikkei 225 Wochenüberblick

Die Rallye des Nikkei 225 bis Juli 2015 war wahrscheinlich ein Anstieg der dritten Welle innerhalb eines 5-Wellenzyklus ab dem Tief von 2009. Dies deutet an, dass die Schwäche seit Juli 2015 eine korrektive Phase darstellt, die irgendwann zu einer Etappe höher führen wird, welche das Hoch von 2015 übersteigen wird. Das Februar-Tief befindet sich beim 200-Wochen-Durchschnitt, und was noch wichtiger ist, an der Oberseite der Trendlinie von 1996-2007 (vorheriger Widerstand, der Unterstützung bietet), also ist es möglich, dass das Tief der 4. Welle bereits gebildet wurde. Ein "besserer" Ort für das Tief ist jedoch der Bereich um 14300. Dieses Level hat sich seit 1992 zu verschiedenen Gelegenheiten als feste Unterstützung erwiesen, zuletzt im Oktober 2014, als die BoJ die Abenomics einführten. Werden wir dieses Level im zweiten Quartal erreichen? Keine Ahnung, aber es ist klug, das Level auf Ihrem Chart einzukreisen. Ein Anstieg in Richtung saisonales Top (Ende April) wäre nicht überraschend. Das Februar-Hoch von 17898 und das 61,8% Retracement des Rückgangs vom Dezember 2015-Februar 2016 von 18019 fügen sich zusammen, um einen klar definierten Widerstandsbereich zu bilden.

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