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US-Dollar hält sich an FOMC-Zinsentscheid und US-BIP für das zweite Quartal 2017 als Bremse der Verluste

US-Dollar hält sich an FOMC-Zinsentscheid und US-BIP für das zweite Quartal 2017 als Bremse der Verluste

2017-07-24 11:43:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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US-Dollar hält sich an FOMC-Zinsentscheid und US-BIP für das zweite Quartal 2017 als Bremse der Verluste

Fundamentalprognose für den DXY-Index: Neutral

- Die kommende Woche ist wieder einmal voller Wirtschaftsdaten und -ereignisse: Am Mittwoch kommt der FOMC-Zinsentscheid, am Donnerstag der vorläufige Durable Goods Report für Juni und am Freitag die anfänglichen BIP-Zahlen für das zweite Quartal 2017.

- Der US-Dollar (über den DXY-Index) befindet sich ganz dicht an den Jahrestiefs, während die Wirtschaftsdatentrends weiter abgwärtsgeneigt sind; für eine Stabilisierung bedarf es in Hinsicht auf die Datenlage einer starken Woche.- Ein Viertel des Quartals ist beinahe um.

Schauen Sie in unsere EUR/USD-Prognose für das dritte Quartal 2017.

Trotz keiner Wirtschaftsmeldungen, die von Seiten der Daten oder Reden hereingekommen wären, gab es beim Abverkauf des US-Dollar in der letzten Woche keine Atempause. Der Greenback schloss als die am zweitschlechtesten abschneidende Währung. Dabei ist erwähnenswert, dass das Währungspaar EUR/USD, trotz eines scheinbar defensiven Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, um +1,68 Prozent zulegen und somit auf Zwei-Jahres-Hochs steigen konnte. Das Währungpaar USD/JPY verlor auf ähnliche Weise, trotz einer entschlossen defensiven Bank of Japan, 1,26 Prozent. Nachdem der US-Dollar (über den DXY-Index) sich jetzt direkt an den Jahrestiefs befindet, richtet sich die Aufmerksamkeit auf einen mit US-Wirtschaftsdaten vollen Kalender und die geldpolitische Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch, um zu sehen, ob der Greenback etwas finden kann, um sich zu stabilisieren.

Obwohl sie als ein mit „Hoch“ bewertetes Ereignis darstellen, sind die Zahlen für das Verbrauchervertrauen in den USA für Juli am Dienstag wahrscheinlich das am wenigsten wichtige mit „Hoch“ bewertete Ereignis auf dem Kalender dieser Woche. Stimmungswerte und die reale Wirtschaftsaktivität haben sich schon seit langem voneinander gelöst. Der Markt wird daher über die Daten einfach hinwegblicken oder sie gar komplett ignorieren. Obwohl die US-Aktienmärkte sich in der Nähe von Rekordhochs bewegen, hat der konstante Streit in Washington D.C. möglicherweise begonnen, ausgezeichnete Stimmungswerte (die sich ebenfalls in der Nähe des höchsten Niveaus seit 2000 befinden) auszuwaschen.

Die Woche beginnt erst Mittwoch so richtig für den US-Dollar, obwohl nicht erwartet wird, dass die Federal Reserve etwas mit den Zinsen tun wird. Immerhin ist es eine „außerzyklische Sitzung“ bzw. eine, die keine neue Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen (SEPs) oder eine Pressekonferenz mit Fed-Chefin Janet Yellen bringt. Dementsprechend wird die geldpolitische Erklärung die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Angesichts der festen Unterstützung einer Mehrheit der geldpolitischen Entscheider der Fed – insbesondere der im Jahr 2017 stimmberechtigten Mitglieder –, die Zinsen bis Ende des Jahres noch einmal anzuheben, ist es möglich, dass die Fed diese „außerzyklische“ Sitzung dazu nutzen wird, mit der Umsetzung ihrer Bilanz-Normalisierungsstrategie zu beginnen, die bereits im Rahmen der Juni-Sitzung in den „Grundsätzen und Plänen zur Normalisierung der Geldpolitik“ dargelegt wurde. Die Fed beabsichtigt ihre Bilanz mit einer anfänglichen Deckelung der Reinvestitionen von „anfangs 6 Mrd. US-Dollar und einer Erhöhung in Schritten von 6 Mrd. US-Dollar in dreimonatigen Intervallen über zwölf Monate bis 30 Mrd. US-Dollar monatlich erreicht sind“ zu reduzieren.

„Für Kapitalzahlungen, die die Federal Reserve aus ihren Positionen in Agency Debt und hypothekenbesicherten Wertpapieren erhält, erwartet der Ausschuss eine Deckelung bei 4 Mrd. US-Dollar pro Monat anfänglich und dann eine Steigerung in Schritten von 4 Mrd. US-Dollar in dreimonatigen Intervallen über zwölf Monate bis 20 Mrd. US-Dollar pro Monat erreicht sind“.

Chart 1: DXY-Index gegenüber US 5-Year, 5 Year Inflation Swap Forwards (Juli 2016 bis Juli 2017)

US-Dollar hält sich an FOMC-Zinsentscheid und US-BIP für das zweite Quartal 2017 als Bremse der Verluste

Das entschlossene Verhalten der Fed, ihre Maßnahmen durchzuführen und ihren gewünschten Straffungsplan weiter fortzusetzen, könnte Spekulationen über den Zeitpunkt von Zinsmaßnahmen wiederbeleben. Diese waren in den letzten Wochen mit schwachen Wirtschaftsdaten entschieden defensiv. Der US Citi Economic Surprise Index schloss letzte Woche bei -52,6, ein Rückgang von -4,8 drei Monate zuvor. Während dieses Zeitraums sind die Inflationserwartungen parallel hierzu gefallen. So fielen die 5-Year, 5-Year Inflation Swap Forwards von 2,404 Prozent am 28. April auf 2,207 Prozent am 21. Juli.

Chart 2: Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung durch die Fed bis Ende 2017

US-Dollar hält sich an FOMC-Zinsentscheid und US-BIP für das zweite Quartal 2017 als Bremse der Verluste

Bei matten US-Daten und einem Rückgang mittelfristiger US-Inflationserwartungen sind die Wetten auf eine Fed-Zinsanhebung bis Dezember 2017 stetig gesunken. Ende letzter Woche, am 21. Juli, lag die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte bei 40,4 Prozent. Noch drei Wochen zuvor, am 28. April, hatte sie bei 46,7 Prozent gelegen. Der Zeitpunkt der nächsten Anhebung deutet laut Fed-Funds-Future-Kontrakten auf März 2018 hin, obwohl dies in den letzten Tagen zu einem späteren Zeitpunkt hin oszilllierte: Es wird jetzt das Ende des ersten Quartals 2018 oder der Beginn des zweiten Quartals 2018 eingepreist.

Sollte die geldpolitisiche Erklärung der Federal Reserve den Beginn des Normalisierungsprozesses ausweisen und eine Bekräftigung des Wunsches, die Zinsen bis Ende des Jahres anzuheben, wären die Marktteilnehmer möglicherweise gezwungen, sich der Divergenz zwischen dem, das die Fed sagt, was sie tun möchte, und der viel defensiveren Interpretation, die der Markt derzeit folgt, zu stellen. Falls dem so sein sollte, könnte der US-Dollar nach seiner jüngsten Abwärtsbewegung endlich eine Atempause erhalten.

Zum Ende der Woche werden die voläufigen Durable Goods Orders in den USA für Juni am Donnerstag die übliche Aufmerksamkeit erhalten. Durable Goods (langlebige Güter) sind Waren mit einer Lebensdauer von drei Jahren oder länger (beispielsweise Haushaltswaren). Die Daten tendieren daher dazu ein zuverlässiger Indikator für die zugrundeliegenden Konsumtrends in der US-Wirtschaft zu sein. Außerdem werden die US-Handelsbilanzzahlen für Juni veröffentlicht, obwohl sie angesichts der anderen Datenveröffentlichungen wohl keine große Aufmerksamkeit auf sich ziehen werden.

Schließlich kommt am Freitag der anfängliche BIP-Report für die USA für das zweite Quartal 2017. Alle Augen sind nach einer schwachen +1,4 Prozent Performance im ersten Quartal auf eine Erholung gerichtet. Laut einer Bloomberg News Erhebung geht die Konsensprognose von einem annualisierten Wachstum von 2,5 Prozent zwischen April und Juni aus. Das entspricht genau der Schätzung des GDPNow-Prognosemodells der Atlanta Fed.

Insgesamt wird die kommende Woche für den US-Dollar wohl eine potenziell entscheidende werden. Über die ganze Woche verteilte Wirtschaftsdaten umgeben einen FOMC-Zinsentscheid in der Mitte. Das bedeutet, die Volatilität beim US-Dollar dürfte höher sein. Bei der ganzen Unruhe könnte der US-Dollar dennoch dazu in der Lage sein, einen stabilisierenden Faktor zu finden, der ihm als Bremse der Verluste der letzten Zeit dient.

Schauen Sie in unsere US-Dollar-Prognose für das dritte Quartal und die DailyFX Trading-Leitfäden.

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.