Kupfer gehört zu den meistverwendeten Metallen der Welt und spielt eine tragende Rolle im Alltag: Zu seinen vielseitigen Einsatzgebieten zählen etwa elektrische Drähte ebenso wie Dünger. Der Kupferpreis gilt als verlässlicher Maßstab für wirtschaftliche Gesundheit. Veränderungen im Kupferpreis können auf globales Wachstum oder eine anstehende Rezession hindeuten. Aufgrund dieser Verknüpfung zwischen Weltwirtschaft und Kupferpreisen gilt das Metall unter Tradern, die auf bestimmte Sektoren spekulieren möchten, als beliebte Wahl. Kupfer-Kurscharts können dazu dienen, das Sentiment in anderen Finanzmärkten wie beispielsweise dem Aktienmarkt einzuschätzen.
Die Kupferpreisentwicklung wird von einer Reihe verschiedener Faktoren beeinflusst, doch wie alle Rohstoffe wird er vorrangig von Angebot und Nachfrage bestimmt.
Auf der Angebotsseite gehören die größten kupferproduzierenden Länder – Chile, China, Peru, die USA und der Kongo – sowie die großen Reedereien und andere Parteien in der Vertriebskette zu den Schlüsselakteuren. Kupferpreise können von geopolitischen und natürlichen Ereignissen beeinträchtigt werden, welche die Minenproduktion beeinflussen, wie etwa Arbeiterstreiks oder Erdbeben.
Auf der Nachfrageseite stehen Nettoimporteure in Gestalt von Staaten, die mehr Kupfer (oder andere Güter und Dienstleistungen) importieren, als sie exportieren. Im Laufe der vergangenen 100 Jahre ist die Nachfrage nach Kupfer fast um das 20-Fache gestiegen, da Entwicklungsländer ihre Infrastruktur erweitern und ihre Wirtschaft stärken.
Der Kupferpreis ist außerdem an Binnen-Immobilienmärkte geknüpft, da die Bauindustrie große Mengen des Metalls verwendet. Das bedeutet, dass Faktoren, die den Immobilienmarkt beeinflussen, sich häufig auch auf Kupferpreise auswirken, etwa Ex-Agrar-Beschäftigungszahlen, Hypothekenzinsraten und BIP.
Und schließlich kann auch der Einsatz alternativer Metalle den Kupferpreis beeinträchtigen. Wenn der Kupferpreis zu stark steigt, sehen sich Käufer nach günstigeren Alternativen um, und die Nachfrage sinkt. Mitte der 2000er Jahre führte der steigende Kupferpreis beispielsweise zu Fortschritten im Einsatz von Aluminium für Leitungen und die Automobilproduktion.
Kupfer wird seit mindestens 10.000 Jahren von Menschen gefördert und verwendet – zurückgehend bis in die Bronzezeit, als Kupfer das erste Metall war, das der Mensch zum Schmelzen brachte. Zum damaligen Zeitpunkt, als das kommerzielle Handelssystem auf Tauschhandel beruhte, wurde der Wert von Kupfer in Nahrungsmitteln, Wein, Nutztieren und alternativen Metallen bemessen.
Kupfer wird seit der Römerzeit zusammen mit Gold und Silber zur Münzproduktion verwendet. Wegen des niedrigen Werts von Kupfer wurde dieses Metall jedoch nie als monetärer Standard betrachtet.
Wir spulen vor ins 20. Jahrhundert – Kupfer wird rund um die Welt in zahlreichen Sektoren verwendet, etwa Bau, Landwirtschaft und Transport. Aus diesem Grund ist der Kupferpreis zunehmend an seine industrielle Verwendung für Leitungen, Elektronik und Herstellung gebunden.
Wie Gold und Silber ist Kupfer unter Tradern beliebt und hat eine Vielzahl von Einsatzgebieten. Anders als diese Edelmetalle ist Kupfer jedoch ein Basismetall, das weit verbreitet und leicht zu finden ist. Während Gold und Silber also einen Eigenwert haben, ist der Preis von Kupfer an dessen Nutzen gebunden.
Der Kupferpreis kann als Maßstab wirtschaftlicher Gesundheit betrachtet werden. Deshalb wird gelegentlich gescherzt, Kupfer habe einen Doktortitel in Ökonomie, und sein Spitzname lautet „Dr. Kupfer“. Für die Prognose der globalen Konjunktur kommen Analysten daher an einer Kupferpreis Prognose nicht vorbei. Aus diesem Grund können Trader bei Kupfer eine Position einnehmen, die auf ihrer Einschätzung des globalen Wirtschaftswachstums und BIP basiert. Auf den Kupferpreis zu spekulieren, birgt jedoch auch Risiken, denn sobald die Wirtschaft abkühlt, leidet der Markt. Rohstoff-Trader müssen außerdem berücksichtigen, dass die Vorkommen von Kupfer, wie die aller Metalle, begrenzt sind – laut Schätzungen könnten die weltweiten Reserven im Laufe der nächsten 60–70 Jahre aufgebraucht werden.
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