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Rohölpreis-Prognose: Spaltung innerhalb der OPEC könnte zu höheren Preisen führen

Rohölpreis-Prognose: Spaltung innerhalb der OPEC könnte zu höheren Preisen führen

Tyler Yell, CMT, Währungsstratege

Rohölpreis-Prognose – Gesprächsansätze:

  • Das EINE: Die Positionierung in Brent-Futures ist von dem Spitzenwert 2018 aus um ca. 40 Prozent gefallen. Es könnte aber zu einer Erholung kommen, die dazu beiträgt, den Preis in der Nähe der Hochs der letzten Zeit oder potenziell sogar darüber hinaus zu halten. Die Entscheidung der OPEC und Russlands im Rahmen des Treffens am 22. Juni, ob man die Produktion bei dem Treffen in Wien am 22. und 23. Juni erhöhen sollte, ist nach wie vor von Ungewissheit umgeben. Aber der Positionierungshintergrund könnte für überschaubares Abwärtspotenzial sprechen.
  • WTI-Rohöl – Technische Analyse und Strategie: Rohöl hat von der Spitze im Mai fast 12 Prozent verloren und ist somit tief gefallen. Die Trader blicken jetzt mit Recht auf das Hoch vom 1. Juni bei 67,27 Dollar. Ein Durchbruch nach oben bei den Front-Month-Kontrakten könnte ein Indikator für einen weiteren Lauf in Richtung des unteren 70 Dollar Bereichs für WTI sein. Ein Durchbruch unter das Tief vom 4. Juni bei 64,18 Dollar würde dafür sprechen, dass die Positionierung weiter schrumpfen dürfte, was zu einem Test der Preiszone um 58/60 Dollar beitragen würde.

Wichtige Chart-Niveaus für WTI-Rohöl:

  • Widerstand: 67,24-68,61 Dollar pro Fass – Hoch der Eröffnungsspanne im Juni, korrigierendes Hoch vom 30. Mai
  • Spot: 66,14 Dollar/Fass
  • Unterstützung: 64,18 Dollar – Tief der Juni-Eröffnungsspanne, Verzögerungslinie der Unterstützungin der Ichimoku-Wolke

Rohölmarkt-Update

Am Montag kam es zu einer positiven Kursbewegung bei Rohöl. Hintergrund waren Meldungen über Störungen bei den nigerianischen Exporten. Der langfristige Trend wird wahrscheinlich aber davon abhängen, was in den kommenden Wochen geschieht.

Bärische Entwicklungen aufgrund dessen, dass die OPEC und Russland ihre Produktionsförderungen aufgeben könnten, haben den Markt während der letzten Wochen getroffen. Während der Markt sich auf die Diskussionen über eine Produktionssteigerung in Russland und Saudi-Arabien konzentriert, haben jedoch der Iran und Venezuela die Stimme erhoben.

Vor kurzem forderte der Irak die OPEC auf, Bestrebungen, das globale Angebot zu erhöhen, was die Preiszugewinne, die wir beobachten konnten einschränken würde, zu widerstehen. Insbesondere die Angebotssenkungen zeigten sich eindeutig in der Futures-Kurve, wo kurzdatierte Kontrakte aufgrund einer vermeintlichen Verknappung einen hohen Aufschlag gegenüber länger datierten Kontrakten auswiesen. Trotz der Futures-Aufschläge argumentiert der Irak, der zweitgrößte OPEC-Produzent, dass die OPEC ihr vorgegebenes Ziel noch nicht ganz erreicht habe.

Am 22. Juni werden die OPEC und Russland in Wien zusammenkommen um zu diskutieren, in welche Richtung die derzeitige Fördersenkungskampagne weiterlaufen soll. Gemäß jüngsten Meldungen, dass Saudi-Arabien die Produktion so stark wie seit Oktober nicht mehr gesteigert hat, könnten bereits die Voraussetzungen geschaffen worden sein, die Produktionssenkungen zurückzufahren. Jedwede Hinweise darauf, dass Saudi-Arabien sich der Ansicht des Iraks, Irans und Venezuelas, die Produktionssenkungen beizubehalten, anschließt, könnten jedoch eine intensive Rückkehr zu Long-Positionen bewirken, die dem Preis noch weiteren Auftrieb verleihen könnte.

Positionierung könnte für weitere Zugewinne von Rohöl sprechen

Rohölpreis-Prognose: Spaltung innerhalb der OPEC könnte zu höheren Preisen führen

Datenquelle: CFTC, Bloomberg

Der Chart oben dürfte den Bullen Hoffnung geben. Kurz gesagt zeigt er, dass trotz einer Reduzierung der Brent-Futures-Long-Positionen unter den Institutionen um fast 40 Prozent Brent nur um ca. 8 Prozent gefallen ist.

Gleichzeitig scheinen die Inflationsmaßnahmen fest zu bleiben und eine im Spätzyklus befindliche Weltwirtschaft ist tendenziell das Umfeld, in dem Rohöl sich überdurchschnittlich entwickelt.

Der Rückgang der Longs lässt sich auf die Angst vor einer neuen Produktion auf Seiten der Mega-Produzenten der OPEC in Verbindung mit sprunghaften Anstiegen der Ölbestände in den USA zurückführen, was in einer Verflachung der WTO-Rohölkurve resultierte. Dies deutet darauf hin, dass sich der Engpass im physischen Markt auflöst.

Jedwede positive, fundamentale Überraschung, die wieder zu Hinweisen auf eine Verknappung führt, egal ob über die Nachfrage- oder Angebotsseite, könnte dazu führen, dass höhere Ölpreise von Bestand bleiben. Ein Kampf gegen den Aufwärtstrend könnte sich daher als schwierigerer Ansatz erweisen, um von diesem Rohstoff zu profitieren, als sich einfach an den Trend zu halten.

NYMEX WTI – Tageschart: Auflösung hat identifizierte Unterstützung erreicht; die nächste Bewegung ist wichtig

Rohölpreis-Prognose: Spaltung innerhalb der OPEC könnte zu höheren Preisen führen

Chartquelle: Pro Real Time mit IG UK Preis-Feed. Erstellt von Tyler Yell, CMT

Interne Trendlinien können Tradern dabei helfen, Unterstützung für einen breiteren Trend zu erkennen. Die in dem Chart oben eingezeichnete Trendlinie zeigt, dass Rohöl von den „höheren Tiefs“ eine Neigung, die von dem Kanal der Andrew's Pitchfork aus gezeichnet ist, gesprungen ist.

Zusätzlich konnte der Preis über die tägliche Ichimoku-Wolke Unterstützung finden. Obwohl der Preis unter die Wolke durchgestoßen ist, werden die Trader sehen, dass sich Sprünge von Durchbrüchen nach unten aus um die Wolke entwickelt haben.

Falls es zu einem Sprung kommen sollte, sollten Trader auf die Hochs vom 30. Mai und 1. Juni bei 67,24-68,61 Dollar pro Fass achten. Ein Durchbruch und Schluss darüber wäre ein Indikator für einen weiteren Lauf nach oben. Ein Durchbruch unter das Tief vom 4. Juni bei 64,17 Dollar würde den Preis jedoch auch unter die interne Trendlinie führen und für eine umfassendere Verhaltensverschiebung in Richtung Bärenmarkt sprechen.

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