(DailyFX.de) – Derzeit sehen die Aussichten für ein Barrel (ca. 159 Liter) der Sorte WTI erfreulich aus. Die Aussichten verbessern sich zum einen fundamental und zum anderen auch charttechnisch. Aktuell wird ein Barrel der Sorte WTI nach IG Markets auf 51,62 US-Dollar taxiert. Damit legte das schwarze Gold bereits im frühen Handel rund 1,20 Prozentpunkte zu.

Fundamental wird die längst überfällige Durchsetzung der OPEC-Staaten offensichtlicher. Allen voran startet das Königreich Saudi-Arabien mit drastischen Kürzungen der Rohölfördermengen, um den Preis für das schwarze Gold anzutreiben. Das Königreich hat einen starken Einfluss auf die Politik der OPEC.

Die Kommunikation vergangener Drosselungen der Fördermengen hat den Kurs nicht stützen können. Dies lag m. E. an dem geringen Zusammenhalt der OPEC-Staaten und der hohen Schieferölproduktion in den USA. Sogar der Generalsekretär des Verbands erdölexportierender Staaten (OPEC), Mohammed Barkindo, hat die Schieferöl-Produzenten in den USA inzwischen aufgefordert, sich an der zwischen der OPEC und Russland vereinbarten Drosselung der weltweiten Ölförderung zu beteiligen.

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Das Interesse an einem Rohölpreis oberhalb der bedeutenden 60-US-Dollar-Marke ist ungemein groß, insbesondere für das Königreich Saudi-Arabien und der Russischen Föderation. Gerade für Saudi-Arabien drängt die Zeit in zweifacher Weise. Bis zum Ende des folgenden Jahres soll ein Teil der staatlichen Ölgesellschaft Saudi Aramco an den Kapitalmarkt gebracht werden. Marktteilnehmer und Investoren werden mit Argus Augen auf den Rohölpreis schauen, bevor sie die Aktie kaufen.

Je höher die Rohölpreise zum Zeitpunkt des IPOs sind, umso höher dürfte Aramco insgesamt bewertet werden. Darüber hinaus kam der Haushalt des Königreichs in den vergangenen Monaten erstmals in so eine große Schieflage, dass Saudi-Arabien erstmals Bonds emittierte, um Geld an den internationalen Anleihemärkten leihen zu können.

Aus charttechnischer Sicht erhöht sich ebenfalls das Tempo. Der Rohölpreis hält an der bedeutenden 50-US-Dollar-Marke fest. Die Bullen wollen vehement den Kurs oberhalb der fallenden 200-Tage-gleitenden Durchschnittslinie und dem 50-US-Dollar halten. Motiviert werden die Bullen auch durch den seit Oktober fallenden Spread zwischen Rohölsorten WTI und Brent. Folgende Abbildung zeigt den fallenden Verlauf des Spreads in den letzten sechs Monaten.

Rohöl: Sinkende Lagerbestände und positive Aussichten stützen den Preis für WTI

Quelle: DailyFX Research

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Auf kurzfristiger Basis müssen die Bullen den Tagespivotpunkt bei 50,94 US-Dollar verteidigen, um den aktuellen Aufwärtstrend weiter fortsetzen zu können. Gelingt dies den Bullen, könnte es zunächst weiter bis zur horizontalen Widerstandsebene bei rund 53 US-Dollar gehen. Ein Fall unterhalb der 50,94 US-Dollar könnte jederzeit die psychologisch wichtige Marke von 50-US-Dollar in Gefahr bringen. Die Bären sind in diesem Kursbereich auf Lauerstellung. Ein Fall auf dieses Niveau wurde m. E. starken Verkaufsdruck auslösen, der dann auf die fallende 200-Tage-Durchschnittslinie bei 48,92 US-Dollar treffen kann.

Rohöl: Sinkende Lagerbestände und positive Aussichten stützen den Preis für WTI

Chart erstellt mit IG Charts (WTI Tageschart)

Bei einem Blick auf das IG Sentiment für Rohöl zeigt sich ein anderes Bild. Die Daten der Privatanleger zeigen das 54,3 % der Trader Netto-Long positioniert sind. Mit einem Verhältnis der Long-zu-Short-Positionen von 1,19 zu 1. Die Long Positionen verzeichnen auf Wochenbasis einen Rückgang in Höhe von 11 %. Wir nutzen das IG Sentiment als Kontraindikator. Der Fakt das die Mehrheit der Trader Netto-Long sind deutet eventuell darauf hin, dass der Kurs eher weiter fallen könnte.

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@SalahBouhmidi