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Last für Gold: Aussicht auf frühe Zinswende in den USA

Last für Gold: Aussicht auf frühe Zinswende in den USA

2014-09-06 06:00:00
Niall Delventhal, Marktanalyst
Teile:

Die Stimmung am US-Terminmarkt trübte sich zuletzt für Gold

Trotz der bestehenden internationalen Krisen zogen Finanzinvestoren Ende August sich deutlicher am Gold-Terminmarkt zurück. Angetrieben durch die stärkeren Verkäufe startete der Goldkurs bearish in den September. Es gelang dem Kurs nicht das Augusttief von 1269,3 USD zu verteidigen. Trotz der präsenten Gefahr unterhalb der 1.260 USD auf die Supportniveaus von 1.240,2 (Juni-Tief) und darauf Richtung der 1.231,4 USD zu fallen, lassen geringe Open Interest Werte an der COMEX und auch niedrige erwartete Schwankungsbreiten, gewonnen aus Optionsdaten, Zweifel aufkommen, ob größere Kursbewegungen in den nächsten Wochen überhaupt zu erwarten sind.

COT Gold Niall Delventhal Gold Finanzinvestoren Non Commercials COMEX Terminmarkt

Auf knapp über 113.000 Futures-Kontrakte fiel die Netto-Position (der Überhang von Kaufkontrakten gegenüber Verkaufskontrakten) an der COMEX. Anfang Juli lag die Position noch bei marginal über 150.000 Kontrakten und fiel damit in den letzten sieben Wochen um rund 25%. Die Gruppe der Non Commercials spiegelt die Position von Fonds, Banken & Vermögensverwalter an der COMEX wider. Sie agieren in der Regel trendfolgend, d.h., bei anhaltendem Kursverlust fangen die institutionellen Spekulanten übergeordnet an darauf zu reagieren. Ein Drosseln der Long-Positionierung und ein Aufbau der Short-Positionierung entspricht einer nach dem Trend ausgerichteten Positionierung und zwar einer nach dem Vorteil des Marktes orientieren Positionierung.

Gold Terminmarkt Open Interest Niall Delventhal

Das Open Interest an der COMEX zeigt sich weiterhin unauffällig um 360.000 Kontrakte herum und deutet auf einen eher ruhigen bevorstehenden Handel. Die Aussicht eines weiterhin trägen Handels, und möglicherweise gar wieder um die 1.300 USD oszillierend, wird unterstützt von einem weiterhin niedrigen Niveau in der impliziten Volatilität an der CBOE (GVZ).

CBOE Gold implizite Vola. Niall Delventhal Gold

Mit einem Blick auf übergeordnete Zeitintervalle, zeigt sich der Kurs ohnehin träge. Die Konsolidierungsphase im Bereich von 1.178 – 1.392 USD lässt den Kurs gerade auf die aufsteigende Trendlinie zusteuern. Stärker Support kann im Bereich der 1.250 gesehen werden. Ein nachhaltiger Bruch der Trendllinie (aktuell 1.250 USD) würde jedoch für weitere Kursrückgänge sprechen. Unterhalb läge dann die Hoffnung der Bullen auf dem Support der 1.178 USD.

Monatschart: XAU/USD (Gold CFD über den Broker FXCM)

Last für Gold: Aussicht auf frühe Zinswende in den USA

Fundamental droht dem Goldkurs Druck – der Geldhahn der US-Notenbank wird zudreht

Je näher die Zinswende in den USA rückt, desto deutlicherer Gegenwind droht.

Last für Gold: Aussicht auf frühe Zinswende in den USA

Gerade positive US-Konjunkturzahlen würden in den kommenden Wochen untermauern, der Wirtschaft in den USA kann zunehmend die konjunkturelle Stütze der Fed entzogen werden. Ein starker US-Dollar und ein Zinsanstieg der US-Staatsanleihen der längeren Laufzeiten könnten im Falle von verstärkten Zinsfantasien der Marktteilnehmer auf dem Goldkurs lasten.

US Treasuries US Dollar 05092014 Niall Delventhal

Gerade die US-Papiere mit längeren Laufzeiten waren zuletzt sehr begehrt. Die Renditen fielen deutlich. Seit dem Jahresbeginn gar über 20% im Fall der zehn-, zwanzig- und dreizigjährigen US-Staatsanleihen. Diese zunehmende Abflachung in der Zinskurve könnte mit zunehmenden Spekulationen auf eine früh in 2015 erfolgende Zinswende enden. Doch während die Fed sich auf einen restriktiveren geldpolitischen Pfad begibt, dreht eine weitere große Zentralbanken den Geldhahn zunehmend auf. Die EZB senkte Anfang September nicht nur die Zinsen, sondern wird zudem auch mit einem breiten Ankauf von ABS-Papieren beginnen. Auch eine Quantitative Easing sollte nicht ausgeschlossen werden. Eine weitere Eintrübung der wirtschaftlichen Leistung, die Aussicht einer weiter fallenden Inflation (aktuell bei 0,3%) und einer anhaltend hohen Arbeitslosenquote könnte die EZB also noch aktiver werden lassen. In weiteren Lockerungsmaßnahmen der EZB ließe sich eine potenzielle Unterstützung für Gold sehen.

Auch die internationalen Spannungen bleiben nach wie vor Thema und können schnell bei weiteren Zuspitzungen „Risk Off“ Kapitalströme anstoßen und Anleger die sicheren Häfen Gold und Sillber ansteuern lassen.

Zinsstrukturkurve US Staatsanleihen Niall Delventhal Veränderung der Renditen längerer Laufzeiten

Ein weiteres Sentiment-Tool für Gold

Der Speculative Sentiment Index der positionierten Kunden FXCM gibt uns einen Überblick über die Haltung der Retail-Trader. Aufgrund des typischen antizyklischen Verhaltens können wir die Sentiment-Daten der Retail-Trader als Kontraindikator heranziehen.

Die (1) die mehrheitlich bestehende Long-Position (% Long-Position > 50%) sowie (2) die zuletzt verstärkt aufgenommene Long-Position (letzte Positionsänderung) der Trader ergibt zusammen eine bearishe Trading Tendenz (Kontraindikation der Daten für den Goldkurs). Die SSI Betrachtung ist wesentlich kurzfristigerer Natur als die obigen COT-Betrachtungen, daher lohnt in den kommenden Wochen ein regelmäßiger Blick auf die aktualisierten Ausarbeitungen auf DailyFX.de.

Eine Auflistung der SSI Daten finden Sie regelmäßig im Gold Talk oder zweimal börsentäglich auf Englisch aktualisiert im DailyFX-Plus Bereich.

Last für Gold: Aussicht auf frühe Zinswende in den USA

Eine DailyFX-Neuerung, unser Echtzeitnachrichten-Feed: http://www.dailyfx.com/deutsch/real_time_news/

Analyse geschrieben von Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.de

Um Niall Delventhal zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Niall Delventhal auf Twitter: @NiallDelventhal

Last für Gold: Aussicht auf frühe Zinswende in den USA

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