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Wird der US-Dollar nach einer Zinsanhebung der Fed steigen? Möglicherweise nicht.

Wird der US-Dollar nach einer Zinsanhebung der Fed steigen? Möglicherweise nicht.

2016-12-13 07:50:00
Ilya Spivak, Head Strategist, APAC
Teile:

Fundamentalprognose für den US-Dollar: Neutral

  • Der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed wird wohl die weithin erwartete Zinsanhebung vornehmen.
  • Aktualisierte Prognosen, Yellens Kommentare werden wahrscheinlich dem Status Quo entsprechen
  • US-Dollar könnte aufgrund von Portfolioanpassungen zum Jahresende fallen

Während der kommenden Woche rückt die Geldpolitik in den USA wieder ins Rampenlicht und die Finanzmärkte werden den Blick auf die letzte FOMC-Sitzung des Jahres richten. Eine Zinsanhebung scheint so gut wie sicher: die in den Kursen der Fed Funds Futures eingepreisten Erwartungen implizieren, dass Trader die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts bei 100 Prozent sehen.

Diese Erwartung besteht schon seit einiger Zeit, was bedeutet, die Zinserhöhung an sich hat wahrscheinlich ihr Marktbewegungspotenzial bereits verloren. Weiterhin erwartet der Markt zwei Zinsschritte für 2017. Trotz der stark steileren Entwicklung des prognostizierten Zinspfads nach den Präsidentschaftswahlen in den USA entspricht dies den Erwartungen, die die Notenbank selber im September hatte.

Die Vorsitzende Yellen und ihre Kollegen haben möglicherweise ihre Lektion aus dem „Liftoff“-Debakel im vergangenen Jahr gelernt. Damals wie jetzt bereitete die Fed weit im Voraus die Anleger auf eine Zinsanhebung vor. Dann sagten sie aber vier Zinsschritte für 2016 vorher, das Doppelte der Straffungsmaßnahmen, die in den Marktpreisen berücksichtigt waren. Es überrascht nicht, dass die Risikobereitschaft kollabierte.

Die darauffolgenden Maßnahmen zur Schadensbegrenzung bedeuteten Monate fein abgestimmter Botschaften der Fed, die ihre Glaubwürdigkeit strapazierten. Die geldpolitischen Entscheider werden dieses Mal ein ähnliches Szenario ganz gewiss vermeiden wollen. Das bedeutet, sie werden sich wahrscheinlich an den Ausblick für die Zinsentwicklung im September halten.

Das gleiche gilt wahrscheinlich auch für die offiziellen Wachstums- und Inflationserwartungen. Umfangreiche Kommentare von Top-Vertretern der Fed während der letzten Monate vermittelten die Botschaft, dass viel davon abhängt, was auf der finanzpolitischen Seite der Gleichung geschieht. Da das noch unklar ist, erscheint Abwarten eine umsichtige Option zu sein.

Damit bleibt Yellens Konferenz nach der Ankündigung. Das Repertoire der Notenbank-Vorsitzenden besteht normalerweise nicht aus forscher Rhetorik und gewagten Versprechungen. Sie zieht es vor, Dinge vage zu halten, und ist recht gut darin geworden, ausgeglichene Kommentare zu liefern, die der neugierigen Öffentlichkeit nicht zu viel offenbaren.

Dementsprechend wird dies wohl auf einen Zinsentscheid hinauslaufen, der im Großen und Ganzen den Status Quo bekräftigt, aber nur wenig zur Steigerung der Dynamik beiträgt. Nachdem nicht mehr viel anderes bis zum Jahresende ansteht, könnte dies ein grünes Licht für Gewinnmitnahmen bedeuten, die den Greenback noch vor dem Jahreswechsel von seinen 13-Jahre-Hochs herunterziehen könnten.

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