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Eine ernsthafte Dollar-Rally braucht mehr von Trump und Yellen oder mehr Risikobereitschaft

Eine ernsthafte Dollar-Rally braucht mehr von Trump und Yellen oder mehr Risikobereitschaft

John Kicklighter, Chef-Stratege
Eine ernsthafte Dollar-Rally braucht mehr von Trump und Yellen oder mehr Risikobereitschaft

Fundamentalprognose für den Dollar: Neutral

  • Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung bis 15. März liegt bei 26 Prozent, der 3. Mai bei 41 Prozent – wird Yellen diese Daten ändern?
  • Sowohl das G20 Treffen der Finanzminister, als auch der Moody's Staatsanleihen-Review werden Ansichten von außen zur Richtung des Landes bieten.
  • Im DailyFX Webinar Kalendar können Sie herausfinden, welche der wesentlichen Eventrisiken sich in den kommenden Tagen auf die FX-Märkte auswirken werden

Der Dollar schnitt vergangene Woche mit am besten ab – und das nicht nur gegenüber anderen Währungen. Die ehrgeizige Rally von der Stauung in letzter Zeit aus war beeindruckend, die Dynamik lässt sich aber in Zweifel ziehen. Hintergrund der Bewegung war eindeutig die einseitige Verbesserung der Finanzbedingungen in den USA durch die politischen Veränderungen. Dennoch wurde dieser besondere Kurshebel in letzter Zeit recht freizügig eingesetzt und seine Effektivität wird ohne greifbare Fortschritte, die Spekulanten eine Basis bieten, von wo aus es weiter nach oben gehen kann, zu schwinden beginnen. In der kommenden Woche haben wir traditionelle Wirtschaftsdaten, aktuelle Informationen zur Situation der Geldpolitik und allgemeine Risikotrends. Aus diversen Gründen, werden aber alle drei dieser Themen Schwierigkeiten haben, Fuß zu fassen. Sofern wir keine dramatische Überraschung zu diesem Routine-Eventrisiko erhalten, werden Einzelheiten der Behörden, die Aussichten auf einen politischen Vorteil der USA oder ein Zulegen der US-Märkte (und Währung) bieten, schnell Dynamik verlieren.

Betrachtet man das Eventrisiko für die kommende Woche, stehen uns Meldungen zu allen der populärsten, spekulativen Themen bevor, mit denen wir uns schon während der letzten Monate und Jahre befasst haben. Dennoch bedarf es zur Motivation des Marktes hier und jetzt signifikanter Änderungen eines bestimmten fundamentalen Themas. Es ist in den letzten paar Wochen vielmehr klar geworden, dass politische Risiken, das am wenigsten berücksichtigte Risiko darstellen, und daher über das größte Potenzial verfügen, eine signifikante Bewegung des Dollars und von US-Anlagewerten zu bewirken. Während der Wochen, die auf die US-Wahlen Anfang November folgten, schnellte der Markt in die Höhe. Diese Woche schaffte der Dollar es, einen signifikanten Bärentrend zu durchbrechen. Der Hintergrund war für beide Entwicklungen der gleiche: die politischen Versprechungen des neuen Präsidenten.

Teil der Kampagne Donald Trumps war das Versprechen, kühne Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaftsaktivität umzusetzen. Es gab Zusicherungen der Verabschiedung eines massiven Infrastruktur-Investitionsprogramms und zur Steuersenkung, die als wachstumsfreundliche Programme aufgefasst wurden, die von einem politischen Führer, der rasch Veränderungen versprochen hatte, zügig umgesetzt werden würden. Obwohl während der letzten drei Wochen viele Maßnahmen durch präsidiale Verfügungen, den sog. Executive Orders, und auf andere Weise umgesetzt wurden, hat sich bei diesen für die Wirtschaft wichtigen Tagesordnungspunkten nur wenig getan. In der letzten Woche weckten neue Äußerungen zu den Steuersenkungen und einem Vereinfachungsprogramm das Interesse der Spekulanten wieder, aber das nächste Mal wird der Lauf des Dollars wahrscheinlich viel zurückhaltender sein, als beim ersten Mal. Andeutungen des Präsidenten und seiner Administration, dass in zwei bis drei Wochen weitere Einzelheiten folgen werden, bleiben also noch eine Zeitlang die einzigen Hinweise und Möglichkeiten zur Einschätzung.

In der Zwischenzeit werden Gewicht und Effektivität des Steuerprogramms, des Versprechens der finanzpolitischen Anreize, der Grenzsteuer und anderer wichtiger, aber nur einseitig nützlicher Maßnahmen diese Woche von Nicht-Markt-Stellen beurteilt. Zunächst ist da die Auslegung dieser Zusicherungen durch die Federal Reserve, die im Rahmen der halbjährlichen Humphrey-Hawkins Aussage der Fed-Chefin Janet Yellen vor dem Kongress präsentiert wird. Eine Beurteilung des Binnenwachstums und der globalen Risiken vor dem Hintergrund von Handelsbarrieren wird kritische Einsichten für Binnenanlagen, Risikotrends und auch die Erwartungen für die Geldpolitik bieten. Ebenso kommt Ende der Woche die Beurteilung des Kreditrisikos der Vereinigten Staaten von der Kreditratingagentur Moody’s - das sollte man für sein Wochenendengagement auf dem Zettel haben. Die Entscheidung von Standard & Poor’s, das Top-Kreditrating des Landes zu senken, wirkte sich weltweit aus. Obwohl eine weitere Senkung unwahrscheinlich ist, könnte der Ausblick allein das Gleichgewicht dramatisch ändern.

Ein weiteres Ereignis, auf das man genau achten sollte, ist das zweitägige Treffen der G20 Finanzminister. Obwohl dieses Treffen nicht so wichtig ist, wie der Gipfel Mitte März, werden bei dieser Zusammenkunft die wichtigsten Gesprächspunkte für das Treffen im nächsten Monat festgelegt. Ganz zweifellos wird ein Austausch über die zunehmenden Handelsauseinandersetzungen – insbesondere aufgrund der Drohungen der USA – wichtiges Thema sein. Zwischen diesen kritischen Terminen gibt es zwar auch noch genug Standard-Eventrisiko, die Märkte werden aber stärker von überraschenden Entwicklungen abhängen und sich dabei natürlich schwer tun. Die Fed-Rhetorik und die Statistiken für die Verbraucherinflation im Januar gehen auf ein Thema ein, das in den Hintergrund getreten ist. Die Kapitalflüsse (TIC) und Statistiken vom Eigenheimmarkt gehen nicht weit genug. Ohne einen starken Schub wird der Lauf des Dollars diese Woche schnell beginnen, Schwierigkeiten zu bekommen. – JK

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