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EUR/USD: Stellt die EZB heute weitere geldpolitische Sondermaßnahmen in Aussicht?

EUR/USD: Stellt die EZB heute weitere geldpolitische Sondermaßnahmen in Aussicht?

2015-10-22 07:20:00
Niall Delventhal, Marktanalyst
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EUR/USD: Stellt die EZB heute weitere geldpolitische Sondermaßnahmen in Aussicht?

(DailyFX.de) Nach zwei Perioden erhöhter Marktspannungen in diesem Jahr stellt sich die Frage, ob die EZB weitere geldpolitische Sondermaßnahmen zunehmend in Betracht zieht. Während die Entwicklungen in Griechenland im zweiten Quartal nur relativ geringe Auswirkungen auf die Finanzmärkte hatten, stießen vor allem im dritten Quartal Konjunktursorgen in China Spannungen und globale Unisicherheiten in den Märkten an. Beträchtliche Ansteckungseffekte zeigten sich an den internationalen Aktienmärkten.

Der Euro konnte in diesem Umfeld trotz der geldpolitisch akkommodierenden Haltung der EZB angesichts einer stark gedämpften Risikofreudigkeit und einer schwächeren globalen Konjunktur effektiv zulegen – auch in Relation zum US-Dollar.

In Euro finanzierte Carry-Trades wurden aufgelöst. Die rückläufige Verkaufsposition spekulativer Marktakteure im Euro FX lässt sich den COT-Daten der US Commodity Futures Trading Commission entnehmen. Noch im März stieg die mehrheitliche Verkaufsposition von Finanzinvestoren am Terminmarkt mit 226.560 Futures-Kontrakten auf ein Rekordhoch. In den letzten Monaten fiel diese einseitige Position zurück auf 80.576 Kontrakte, damit betrug die Verkaufsposition Mitte Oktober nur noch rund 11,43 Mrd. USD.

Der tiefe Ölpreis drückte global auf die Teuerungsraten. Im Euroraum fiel die jährliche Teuerungsrate nach 6 Monaten im September zurück unter Null. Die heutigen Inflationsprognosen der EZB werden vorrausichtlich widerspiegeln, dass die Teuerung langsamer anziehen dürfte als zuvor erwartet und die Abwärtsrisiken präsent bleiben.

Das Wachstumstempo der Wirtschaft in der Eurozone verlangsamte sich im zweiten Quartal mit einem Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal (+ 0,5 Prozent). Es dürfte auch im dritten Quartal weiter gebremst worden sein und sich nur gemäßigt fortgesetzt haben. Die globale Konjunkturentwicklung in den vergangenen Monaten dämpft den Export des Euroraums und

spricht für eine negative Anpassung der konjunkturellen Projektionen der EZB. Bereits auf der letzten Sitzung revidierten die Währungshüter ihre Projektionen nach unten.

Die EZB wird alle im Rahmen ihres Mandats verfügbaren Instrumente einzusetzen, sollte dies als notwendig angesehen werden. Auch wenn ich heute noch mit einer abwartenden Haltung der EZB rechne, so könnte auf der Pressekonferenz der EZB angesichts der gelisteten Entwicklungen rhetorisch die Tür zu weiteren Anleihekäufen weiter aufgestoßen werden. Dass die EZB sich flexibel in Bezug auf die Anpassung des Volumens, der Zusammensetzung und der Dauer des Programms positionierte, wurde zuletzt häufiger betont. Für den EUR/USD-Kurs kann ein volatiler Tag erwartet werden.

EUR/USD: Stellt die EZB heute weitere geldpolitische Sondermaßnahmen in Aussicht?

Daily Chart erstellt mit FXCMs Trading Station

Sollte im EUR/USD auf der Oberseite die 1,146 zurückerobert werden, wäre mit weiterem Aufwärtsdruck bis 1,171 zu rechnen. Kippt der Kurs hingegen wieder unter 1,12, könnte die Unterstützungsregion um 1,11 angelaufen werden. Bricht der Kurs tiefer wäre weiterer Druck bis 1,1 denkbar. Unterhalb könnte die Region der Mai- und Juli-Tiefs um 1,08 wieder anvisiert werden.

Diskutieren Sie das Kursgeschehen im EUR/USD Talk.

Analyse geschrieben von Niall Delventhal, Marktanalyst von DailyFX.de

Um Niall Delventhal zu kontaktieren, sende man eine E-Mail an instructor@dailyfx.com

Folgen Sie Niall Delventhal auf Twitter: @NiallDelventhal

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