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GBP/USD: Cable knickt ein

GBP/USD: Cable knickt ein

2017-07-28 12:58:00
James Stanley, Strategist
Teile:

Gesprächsansätze:

- Neues Hoch im Jahr 2017 im Paar GBP/USD nach der gestrigen Ankündigung des Offenmarktausschusses. Nach dem Erreichen des Hochs bei circa 1,3160 USD übernahmen die Bären das Ruder und zwangen das Pfund in die Knie.

- Verantwortlich für die Wende heute Morgen schien die Nachricht, dass Sir David Ramsden zum neuen Vizegouverneur der BoE ernannt wurde und damit Charlotte Hogg ersetzt, die im früheren Jahresverlauf ihr Amt aufgab. David Ramsden gilt als zurückhaltend, wodurch sich eine mögliche Zinsstraffung bei der BoE verzögern könnte.

- Gestern wurde eine Analystenmeinung publiziert, die eine Short-Position im Paar GBP/USD empfahl. Nachdem der Kurs sich bis ca. 5 Pips an die Stop-Marke angenähert hatte, ist der Trade nun im Geld.

- Suchen Sie nach Trading-Ideen? Informieren Sie sich mit unseren Trading-Leitfäden. Und falls Sie nach kurzfristigeren Trade-Ideen suchen, schauen Sie doch einmal in unser IG-Client-Sentiment.

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In unserem letzten Artikel haben wir uns mit dem Paar GBP/USD beschäftigt nach seiner Rückkehr auf den Level von 1,3000 USD. Die Aussicht auf eine längerfristige und ausgedehnte Rallye im Britischen Pfund bleibt weiterhin äußerst attraktiv. Im Prinzip handelt es sich dabei um ein Mean-Reversion-Szenario, angestoßen durch die heftige Kursanpassung des GBP zur Zeit des Brexit-Referendums im letzten Jahr. Allerdings fehlt eine wichtige Zutat für die Realisierung eines solchen Szenarios. Diese nötige Zutat ist eine restriktivere Bank of England, die von ihrer über-defensiven Position als Reaktion auf den Brexit Abstand nehmen müsste.

Im Juni schien es, als würde sich eine solche Entwicklung tatsächlich anbahnen. Die Inflation im Mai betrug 2,9 Prozent und bei der Abstimmung über eine Zinsanhebung gab es bei der Bank of England drei Abweichler, die sich zugunsten eines Zinsschritts aussprachen. Es handelte sich dabei um die größte Anzahl von Stimmen im MPC seit 2011, die sich für eine Zinsanhebung aussprachen. Und angesichts der Art des Inflationsdrucks schien es, als könnte dieses Thema bis in den Sommer hinein aktuell bleiben. Als Mark Carney sich gegen Ende Juni persönlich zu diesem Thema äußerte und zu erkennen gab, dass eine Zinsanhebung im Bereich des Möglichen liegen könnte, durchbrach Cable endlich wieder die entscheidende Marke von 1,3000 USD nach oben.

Aber Anfang Juli schien dieses Thema nicht mehr allzu nachhaltig, als die Inflationsrate für den Juni auf 2,6 Prozent sank. Und da sich die Bank of England, beunruhigt durch die möglichen Auswirkungen des Brexits, als hartnäckig defensiv erwiesen hat, ist diese Inflationsrate unter Umständen nicht hoch genug, um eine größere Zahl von Mitgliedern des MPC von einer stärker restriktiven Haltung zu überzeugen. Aber der US-Dollar erwies sich als äußerst schwach. Nachdem Cable vergangene Woche auf 1,2930 USD abverkauft worden war, begann das Paar aufgrund der Dollarschwäche wieder zuzulegen. Nach der gestrigen Sitzung des Offenmarktausschusses brach der US-Dollar deutlich ein, was dem Paar GBP/USD zu einem neuen Hoch bei 1,3159 USD verhalf.

GBP/USD-Tageschart: Cable markiert neue Jahreshochs nach der Sitzung des Offenmarktausschusses

GBP/USD: Cable knickt ein

Chart erstellt von James Stanley

Heute Morgen wurde Sir David Ramsden zum neuen Vizegouverneur der BoE ernannt und ersetzt damit Charlotte Hogg, die im früheren Jahresverlauf ihr Amt aufgab. David Ramsden gilt im Allgemeinen als zurückhaltend, wodurch sich eine mögliche Zinsanhebung bei der Bank of England weiter verzögern könnte. Diese Personalie, in Verbindung mit hervorragenden Ergebnissen bei den US-Gebrauchsgütern, die dem US-Dollar wieder etwas Stärke verliehen, schickte das Paar auf Talfahrt. Zum Redaktionsschluss, nur wenige Stunden nach jener Ankündigung, sind wir ungefähr 100 Pips vom besagten Hoch entfernt, und seitens der Käufer gab es bislang wenig Unterstützung. Obwohl David Ramsden zukünftig zweifellos Einfluss auf den GBP-Kurs nehmen wird, tritt er seine neue Stelle bei der Bank erst am 4. September an, was bedeutet, dass er beim Super-Donnerstag-Event der Bank of England nächste Woche noch keine Rolle spielen wird.

Der nächste Donnerstag ist ein wichtiger Tag für Kursbewegungen im Britischen Pfund. Als die Inflation noch im Steigen begriffen war, machte sich Hoffnung breit, dass die BoE auf dieser Sitzung Abstand nehmen könnte von ihrer über-defensiven Haltung. Aber die derzeitige Dynamik spricht dagegen: Ein stärkeres GBP würde den Inflationsdruck voraussichtlich zusätzlich erhöhen, wobei die Inflation nach wie vor deutlich über dem Ziel der Bank von 2 Prozent liegt. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die Tatsache, dass die BoE recht entschlossen scheint und wohl derzeit noch keine restriktiven Maßnahmen zu erwarten sind.

Aktuelle Trading-Bedingungen: Behutsames Vorgehen ist angesagt, insbesondere sollten sich Trader vorsehen, die auf eine Abwärtsbewegung setzen. Stops wären relativ teuer, würde man sie oberhalb des früheren Swing-Hochs setzen, und Trader, die auf einen Kursverfall wetten, würden wohl die Marke von 1,3000 USD als ersten Stop ins Auge fassen, woraus sich ein äußerst unattraktives Rendite-Risiko-Verhältnis ergibt.

Die Marke von 1,3045 USD könnte im Rahmen einer kurzfristigen Strategie sinnvoll sein. Es handelt sich dabei um das 50%-Fibonacci-Retracement der jüngsten Aufwärtsbewegung, und wenn der Kurs diese Marke nach unten durchbricht, gewinnen die Aussichten auf eine fortgesetzte Abwärtsbewegung an Attraktivität. Dies ergäbe auch die Möglichkeit, Stops oberhalb des früheren Swing-Hochs bei 1,3084 USD zu platzieren, da dieser Bereich für die Bewirtschaftung des Risikos attraktiver wäre. Was längerfristige Szenarien betrifft, würde ein Durchbruch unterhalb der Marke von 1,3000 USD die Möglichkeit bieten, auf übergeordnete Abwärtsbewegungen zu setzen. Aber bleiben Sie bis dahin vorsichtig und wachsam im GBP.

GBP/USD: Cable knickt ein

Chart erstellt von James Stanley

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