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Am wichtigsten für die EZB-Sitzung diese Woche ist der Euro selbst

Am wichtigsten für die EZB-Sitzung diese Woche ist der Euro selbst

2017-09-04 12:00:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Am wichtigsten für die EZB-Sitzung diese Woche ist der Euro selbst

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Das Währungspaar EUR/USD wurde letzten Dienstag auf neue Jahreshochs gehandelt, schloss die Woche nach dem US-Arbeitsmarktbericht für August am Freitag dann aber im roten Bereich.

- Die nächste Bewegung des Euro wird voll und ganz davon bestimmt werden, was bei der geldpolitischen September-Sitzung der Europäischen Zentralbank an diesem Donnerstag geschieht.

- Die Privat-Trader-Positionierung deutet weiterhin darauf hin, dass die Positionierung in EUR-Paaren gedehnt ist, der Trend hat aber noch nicht kapituliert.

Der Euro hatte eine eher fade Woche und schloss, was die Performance der führenden Währungen betrifft, die von DailyFX Research abgedeckt werden, direkt in der Mitte. Allerdings waren die Handelsbedingungen typisch für diese Zeit des Jahres, die letzte Sommerwoche: niedrige Volatilität, noch niedrigere Partizipation und nur wenige bedeutende Treiber der Kursbewegung, die die Trends im Markt beeinflussen. Das alles wird sich ändern, wenn erst der Labor Day in den USA am Montag vorbei ist und sich alles um den Euro drehen wird.

Die geldpolitische Sitzung der Europäischen Zentralbank am kommenden Donnerstag ist eine von vier Sitzungen pro Jahr, bei der neue Wirtschaftsprojektionen der Mitarbeiter (SEPs) vorgelegt werden, wodurch die Einsätze für die nächste Woche sich erheblich erhöhen. Aber anders als einige geldpolitische Sitzungen in der Vergangenheit, bei denen die Bekanntgabe der SEPs eher wie eine reine Formaltiät erschien, könnte der am Donnerstag kommende Zinsentscheid wesentliche Konsequenzen haben, die länger als nur ein paar Tage andauern werden.

Um verstehen zu können, wohin die EZB uns diese Woche bringen könnte, ist es wichtig, ein Verständnis für den Gesamtzusammenhang zu gewinnen, der sich in den letzten Monaten bot.Die EZB ist in Hinblick auf den Währungskanal schon seit einiger Zeit still. Dem Euro wurde seit April, als das politische Risiko in der Euro-Zone sich mit den Hoffnungen Marine Le Pens auf die französische Präsidentschaft verflüchtigte, etwas Spielraum gewährt, gegenüber seinen Gegenstücken zuzulegen. Jetzt, wo das Währungspaar EUR/USD noch letzte Woche über 1,2000 USD gehandelt wurde, kann die EZB es sich einfach nicht mehr leisten, was die Währung betrifft still zu bleiben.

Warum? Gemäß den letzten SEPs, die im Rahmen der geldpolitischen Juni-Sitzung der EZB veröffentlicht worden waren, liegt die technische Annahme der EZB für das Währungspaar EUR/USD für das Jahr 2017 bei 1,0800 USD. Sollte das Währungspaar EUR/USD noch bis Ende des Jahres 2017 auf diesen aktuellen Niveaus bleiben, könnte der Wechselkurs die Gesamtteuerung um rund -0,5 Prozent senken und das Gesamt-BIP (gegenüber den Exporten) um -0,1 bis -0,2 Prozent. Zieht man in Betracht, dass das Wachstum in der Euro-Zone gerade erst begonnen hat über +2 Prozent zu halten und der VPI gerade einmal über der Hälfte des Ziels von +2 Prozent der EZB liegt, würde eine weitere Euro-Stärke (insbesondere in dem Paar EUR/USD) die Fähigkeit der EZB, ihre geldpolitischen Ziele zu erreichen, nur verkomplizieren. Aus dieser Perspektive könnte die größte Beeinträchtigung für weitere Euro-Zugewinne in der Tat der Euro selber sein.

Die Entwicklungen der letzten Monate bringen EZB-Präsident Draghi in eine prekäre Situation. Wie der Euro diese Woche reagieren wird, kann von einem Kontinuum abhängig gemacht werden. Am „bullischsten Ende“ dieses Kontinuums wäre eine überraschende Ankündigung der EZB, die QE-Maßnahmen zu drosseln, und ein Herunterspielen jedweder Besorgnis über weitere Zugewinne des Euro. Am „bärischsten Ende“ wäre ein Herunterspielen der Drosselung des QE-Programms der EZB, und dass EZB-Präsident Draghi einen signifikanten Teil seiner Pressekonferenz damit verbringt, die Risiken eines rasant steigenden Euro für die geldpolitischen Ziele der EZB zu diskutieren.Die laufenden Verbesserungen in der Euro-Zone bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass diese kurzfristige Sorge über die Euro-Stärke sich gegen mittelfristige Hoffnungen, dass die Wachstumsbedingungen sich weiter verbessern werden, aufwiegen lässt.

Letztlich könnte diese bedeuten, dass die EZB sich dafür entscheidet, auf eine Ankündigung der nächsten Phase ihrer QE-Drosselungen bei ihrer Sitzung diese Woche zu verzichten und sich bis zur nächsten Runde von SEPs im Dezember an diese Entscheidung zu halten.

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.