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EUR/USD: hin- und hergerissen

EUR/USD: hin- und hergerissen

Ilya Spivak, Head Strategist, APAC
EUR/USD: hin- und hergerissen

Fundamentalprognose für den US-Dollar: Neutral

  • Der US-Dollar wartet auf das FOMC-Protokoll zur Einschätzung des Vertrauens in den Zinsanhebungsausblick
  • Einzelhandelsumsätze und Verbrauchervertrauen könnten die Argumente für eine Straffung stärken
  • Die geopolitische Instabilität könnte die von der Geldpolitik getriebene Kursbewegung aus der Bahn werfen

Privat-Trader erwarten, dass der US-Dollar steigen wird. Hier können Sie herausfinden, worauf dies bei dem tatsächlichen Kurstrend hindeutet.

Der US-Dollar ist zwischen dem Einfluss der Spekulationen über die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve und dem steigenden geopolitischen Risiko hin- und hergerissen. Dies dürfte für eine volatile Woche sorgen, während vor dem Hintergrund der siedenden Spannungen zwischen den USA und Nordkorea auch kritische Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden.

Bei dem planmäßigen Eventrisiko steht das Protokoll der Juli-Sitzung des FOMC ganz vorne. Die Trader werden wie immer bestrebt sein, das Vertrauen in die bestehende Prognose der geldpolitischen Entscheider – die zuletzt im Juni aktualisiert wurde – von drei Zinsanhebungen im Jahr 2017 (von denen zwei bereits Geschichte sind) abzuschätzen.

Insofern gehen die Märkte von einer Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung von nur 38 Prozent aus. Tatsächlich hat sich der in den Fed Fund Futures implizierte, eingepreiste Ausblick in den letzten Wochen verschlechtert, obwohl der Arbeitsmarkt Hinweise auf eine beeindruckende Stärke bot und die Inflation zum ersten Mal seit fünf Monaten wieder gestiegen ist (wenn auch weniger als erwartet).

Die geldpolitische Erklärung des FOMC im Juli hatte aufgrund des trägen Preiswachstums Alarm geschlagen. Gemäß der Erklärung beobachtet der Zinsausschuss „die Inflationsentwicklungen genau“, auch wenn die Erwartung wiederholt wurde, dass das 2 Prozent Ziel mittelfristig erreicht werden wird.

Ansonsten kommen noch die Einzelhandelsumsätze im Juli und das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan für August. Bei beiden werden Verbesserungen erwartet und es könnten positive Überraschungen bevorstehen, falls die Resultate im Großen und Ganzen die sich verbessernde Entwicklung der US-Daten seit Mitte Juni im Vergleich zu den Prognosen bestätigen.

In Isolation betrachtet könnte dies für ein leicht unterstützendes Umfeld für den Greenback sorgen. Die Fed verwendet keine bombastische Rhetorik, das Protokoll wird daher wahrscheinlich keine unqualifizierten großen Überraschungen in die eine oder die andere Richtung liefern. Vorsichtiger Optimismus darin in Verbindung mit positiven Daten könnten den Zinsanhebungswetten einen Schub verleihen.

Die Schlagzeilen aus Washington DC könnten das Ganze aber natürlich aus der Bahn werfen. Präsident Donald Trump drohte letzte Woche mit einem Militärschlag gegen Nordkorea, was die Märkte in Unruhe versetzte. Diese Panik änderte jedoch nichts an seiner hitzigen Rhetorik, als er am Freitag die Möglichkeit einer „militärischen Option“ in Venezuela in Erwägung zog.

Einerseits wird eine weitere Runde geopolitisch getriebener Risikoscheu wahrscheinlich die Aussichten auf eine Zinsanhebung dämpfen. Das muss dem Dollar aber nicht zwangsläufig schaden. Anleger schätzen den Kapitalerhalt mehr als Renditen, wenn die Angst die Oberhand über die Gier gewinnt, und die US-Währung könnte immer noch ihrer Rolle als „Liquiditäts-Hafen“ gerecht werden.

Die Gewinne könnten in solch einem Szenario jedoch ungleichmäßig ausfallen. Die Zugewinne des Yen und des Schweizer Franken könnten den Dollar überholen, während Währungen des höher rentierlichen Rohstoffblocks ihm gegenüber Boden verlieren könnten. Der Euro könnte sich ebenfalls unter den Letztgenannten finden, da er sich aufgrund der Spekulationen über eine Drosselung der QE-Maßnahmen der EZB zu so etwas wie einer Risikoanlage entwickelt hat.

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.