EZB belässt Zinsen unverändert - Euro wartet jetzt auf Draghi

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Die EZB kommt diese Woche zusammen. Dabei handelt es sich jedoch um eine nichtzyklische Sitzung für die Mitarbeiterprognosen. Es wird daher keine Änderung der Geldpolitik erwartet. Im Mittelpunkt steht die Pressekonferenz des EZB-Präsidenten Draghi.

- Gewinnmitnahmen beim Euro sind möglich, falls die EZB immer noch ein Problem mit der Rally des Wechselkurses und der unterdurchschnittlichen Entwicklung der Energiepreise in den letzten Wochen haben sollte.

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Der Euro machte letzte Woche einen Schritt zurück, auch wenn der US-Dollar im Großen und Ganzen zu leiden hatte. Vielleicht deutet das darauf hin, dass der Euro eine Währung ist, deren positive Aspekte bereits eingepreist sind. Der jüngste Treiber, höhere Anleihenrenditen aufgrund straffungorientierter Kommentare von Vertretern der Europäischen Zentralbank, nahm natürlich seinen Lauf.

Obwohl die EZB diesen Donnerstag für ihre Juli-Sitzung zusammenkommt, dürfte das Fehlen neuer Wirtschaftsprognosen der Mitarbeiter (SEPs) die Zinsspekulationen in Grenzen halten. Da die EZB die Zinsen unverändert belassen wird, dürften Trader sich auf die Pressekonferenz Mario Draghis konzentrieren, um Hinweise darauf zu erhalten, was die Notenbank als nächstes vorhat.

Nachdem die EZB in Hinblick auf den Wechselkurskanal eine Zeitlang still geblieben ist, erhielt der Euro eine Atempause, um gegenüber anderen Währungen zulegen zu können. Dennoch könnte die Euro-Stärke nur für eine gewisse Zeit toleriert werden. Die technische Annahme der EZB für das Währungspaar EUR/USD für das Jahr 2017 liegt bei 1,0800 USD - es schloß vergangene Woche leicht über 1,1450 USD. Öl der Nordsee-Sorte Brent, der Energie-Input, auf dem die EZB ihre Inflationsprognosen basiert, wurde mit einem Preis pro Fass von 51.60 US-Dollar im Jahr 2017 prognostiziert. Die Energiepreise liegen um -5,2 Prozent hinter der Prognose der EZB zurück. Noch ein paar Monate eines stärkeren Euro, schwächerer Energiepreise und hartnäckig niedriger Inflationszahlen und man kann sich gut vorstellen, dass die EZB ein Problem mit der straffungsorientierten Interpretation durch den Markt der geldpolitischen Anpassungen, die vorgenommen wurden, haben wird.

Derzeit scheint es, dass die EZB-Offiziellen eine Reduzierung des QE-Programms bereits für September planen.Der wesentliche Punkt ist aber: Es wird nicht diese Woche kommen. Aufgrund der Tatsache, dass die EZB eine der vielen Notenbanken ist, die sich ein vorhersagbares Muster zueigen gemacht haben, wann geldpolitische Maßnahmen am wahrscheinlichsten kommen – nur wenn die Prognosen aktualisiert werden –, bedeutet dies, dass es wahrscheinlich September oder Dezember werden wird, bevor signifikante Fragen angesprochen werden.

Die Marktpositionierung würde diktieren, dass eine Abwärtsbewegung des Euro am Donnerstag im Zusammenhang mit dem EZB-Zinsentscheid von der Art her zur Gewinnmitnahme veranlassen würde. Der Euro-Long-Trade erfreut sich gewiss großer Beliebtheit (relativ gesehen). Laut dem jüngten CFTC-COT-Report hielten Spekulanten im Futures-Markt während der Woche bis 11. Juli 83,800 Netto-Long-Kontrakte. Das ist der höchste Wert seit der Woche bis 3. Mai 2011.

Anstelle neuer Mitarbeiter-Prognosen wird die Pressekonferenz des EZB-Präsidenten Mario Draghi einiges Gewicht haben, da die Marktteilnehmer versuchen werden, zwischen den Zeilen zu lesen. Angesichts des jüngsten Musters bei den expliziten Versuchen des EZB-Präsidenten Draghi, eine scharfe Aufwärtskorrektur der Kernrenditen von Staatsanleihen nach EZB-Zinsentscheiden zu vermeiden, könnte der Euro es am Donnerstag schwer haben, bullische Treiber zu finden.

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