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Yellen bleibt straffungsorientiert - US-Dollar könnte schwache Inflation mit einem Schulterzucken abtun

Yellen bleibt straffungsorientiert - US-Dollar könnte schwache Inflation mit einem Schulterzucken abtun

2017-07-10 07:43:00
Ilya Spivak, Head Strategist, APAC
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Yellen bleibt straffungsorientiert - US-Dollar könnte schwache Inflation mit einem Schulterzucken abtun

Fundamentalprognose für den US-Dollar: Neutral

  • Der US-Dollar verzeichnet eine laue Erholung, nachdem er auf ein Zehn-Wochen-Tief abgerutscht war
  • Der schwache Kurs lässt die Märkte an der Fed zweifeln; kommende Daten helfen dabei nicht
  • Eine straffungsorientierte Aussage Yellens könnte dem Aufwärtstrend des US-Dollar endlich wieder neues Leben einhauchen

Wohin geht die Reise für den US-Dollar in den nächsten drei Monaten? Hier finden Sie unsere Prognose!

Der US-Dollar schaffte es Unterstützung zu finden, nachdem er letzte Woche auf ein Zehn-Monats-Tief abgerutscht ist. Ein relativ steter Strom positiver Überraschungen bei den Wirtschaftsdaten beinhaltete positive Werte der ISM-Erhebung für das fertigende Gewerbe und den Dienstleistungssektor und auch erfreuliche Werte vom Arbeitsmarkt. Auch das Protokoll der Juni-Sitzung des FOMC war vorsichtig positiv. Es muss erst noch ein eindeutiger Plan für die Reduzierung der Bilanz veröffentlicht werden, aber die Bereitschaft der Notenbank für Zinsanhebungen scheint ungemindert.

In der Tat überrascht es ein wenig, dass die Zugewinne des Greenbacks nicht deutlicher ausfielen. Der von den Fed-Funds-Futures implizierte Straffungspfad zeigt immer noch eine höhere Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung um 25 Basispunkte vor Ende des Jahres. Die Wahrscheinlichkeitsmarge ist mit 52 Prozent aber hauchdünn und gegenüber der Vorwoche so gut wie unverändert. Dennoch scheinen die Anleger immer noch skeptisch.

Eine Erklärung für die relativ defensive Disposition des Marktes könnte die träge Inflation bieten. Das Lohnwachstum war ein offensichtlicher Makel in den ansonsten beeindruckenden Arbeitsmarktstatistiken des Monats Juni. Die bereits angesprochenen ISM-Erhebungen deuten außerdem auf eine Verlangsamung des Preisdrucks hin. Das verheißt nichts Gutes für die PPI- und VPI-Zahlen, die nächste Woche veröffentlicht werden.

Falls dies alles sein sollte, wäre der Greenback ganz klar gefährdet. Dem ist jedoch nicht so. Die Aussage der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen vor dem US-Kongress könnte das Gleichgewicht noch zugunsten der US-Währung ändern. Die jüngsten PMI-Erhebungen könnten ein Vorgeschmack auf ihre Argumentation sein. Sie zeigen, dass das Input-Preiswachstum im Fabriksektor zurückgegangen ist, während der Dienstleistungssektor immer noch robust aussieht, möglicherweise eine Folge der billigeren Rohmaterialien.

Dies scheint die Argumente der Fed zu unterstützen, dass die jüngste Disinflation vorübergehenden Kräften zuzuschreiben ist, während der zugrundeliegende Preiswachstumstrend sich fortsetzt. Wenn diese transitorischen Einflüsse im Laufe der Zeit erst einmal neutralisiert wurden, werden die Argumente für schrittweise Straffungen deutlich genug werden. Falls Yellen dazu in der Lage sein sollte, diese Haltung klar und überzeugend zu artikulieren, könnten Trader endlich zu kaufen beginnen und den US-Dollar ernsthaft nach oben treiben.

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