Bullische Katalysatoren fehlen

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Nachdem vergangene Woche alles gesagt und getan war, konnte das Währungspaar EUR/USD gerade einmal um +0,03 Prozent zulegen und hat sich insgesamt während des vergangenen Monats kaum bewegt.

- Da die Energiepreise weiter unter Druck bleiben sind die Inflationserwartungen für die Eurozone unter die 2017-Tiefs gefallen.

- Finden Sie heraus, wie sich unsere EUR/USD-Prognose für das zweite Quartal 2017 bisher entwickelt hat.

Der Euro schloss die letzte Woche irgendwo in der Mitte und bleibt hinter dem sich erholenden Rohstoff-Währungsblock zurück. Grund dafür scheinen viel mehr die Gewinnmitnahmen zu sein, als eine wesentliche Verbesserung des Rohstoffbereichs. Außerhalb der Rohstoffwährungen stagnierte der Euro eher. Das Währungspaar EUR/USD konnte um gerade einmal +0.03 Prozent zulegen und das Paar EUR/JPY – das am besten abschneidende EUR-Paar – um +0,53 Prozent. Der Euro ist nicht gerade schrecklich positioniert. Vielmehr fehlt ihm der zündende Funke, um seine Rally fortsetzen zu können.

Man kann das Fehlen bullischer Fundamentaltreiber auf mehrere Weisen betrachten. Der Citi Economic Surprise Index für die Eurozone schloß die Woche bei 30,4, dem tiefsten Stand des Jahres. Dieser Wert bedeutet, die gemeldeten Wirtschaftsdaten bringen immer weniger positive Überraschungen – die Dynamik lässt nach. Nachdem die Energiepreise während der letzten paar Wochen gefallen sind (Öl der Sorte Brent von 53,61 US-Dollar pro Fass am 19. Mai auf 47,36 US-Dollar am 16. Mai), sind auch die Inflationserwartungen auf 2017-Tiefs zurückgegangen und stehen nun bei 1,530 Prozent.

Der damit verbundene Rückgang der Inflationserwartungen könnte den Euro auf eine Weise zurückhalten, die direkt mit der Europäischen Zentralbank in Verbindung steht. Die EZB und ihr Präsdient Mario Draghi haben im Rahmen der jüngsten geldpolitischen Sitzung vorsichtig und bedächtig signalisiert, dass die lockere Geldpolitik noch bis mindestens 2018 andauern wird. Die kollektive Reaktion des Marktes könnte auch mit ein Grund dafür gewesen sein, dass die Rally des Euro im zweiten Quartal 2017 nachgelassen hat. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung bis Ende 2017 ist von 34,1 Prozent am 19. Mai (und von 55,1 Prozent am 21. März) auf 10,7 Prozent am 16. Juni gefallen.

Es gibt zwei Entwicklungen, die zu einem kurzfristigen Ende der Trägheitsphase des Euro führen könnten: ein höherer Ölpreis, der sich in höheren Inflationserwartungen äußert oder eine Phase, während der die Wirtschaftsdaten sich wieder verbessern. Das Letztere wäre für den Euro besser als das Erstgenannte.

Leider gibt es zu Beginn der Woche nichts von all zu großem Interesse im Wirtschaftskalender. Das erste als mit „mittlerer“ oder „hoher“ Bedeutung bewertete Ereignis kommt erst am Donnerstag – das vorläufige Verbrauchervertrauen für die Eurozone für Juni. Am Freitag kommen dann mehr Daten, darunter der BIP-Wert für Frankreich für das erste Quartal 2017 (der die Märkte nicht bewegen dürfte) und eine Serie von vorläufigen PMI-Werten für Juni für Frankreich, Deutschland und die weitere Eurozone (die unter den diese Woche veröffentlichten Daten die höchste Wahrscheinlichkeit haben, Volatilität auszulösen).

Obwohl die Wahlen für die französische Nationalversammlung während des Wochenendes weiter auf einen rückläufigen politischen Risikozuschlag für die Eurozone hindeuten, scheint im Moment nicht viel Positives für den Euro zu sprechen. Das soll aber nicht heißen, dass der Euro sich in einer schlechten Position befinden würde. Vielmehr mangelt es ihm einfach nur schmerzhaft an bullischen Fundamentaltreibern.

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