US-Dollar zwischen optimistischer Fed und skeptischen Märkten gefangen

Fundamentalprognose für denUS-Dollar: Neutral

  • Der US-Dollar ist zwischen einem optimistischen FOMC und skeptischen Finanzmärkten gefangen
  • Der Fokus auf die Fed-Rhetorik könnte unterstützend sein, aber der PMI wird den Optimismus der Fed auf die Probe stellen
  • Die von der politischen Instabilität in den USA ausgelöste Volatilität könnte auch weiter ein potentes Risiko darstellen

Der US-Dollar ist zwischen einer übertrieben zuversichtlichen US-Notenbank Federal Reserve und skeptischen Finanzmärkten gefangen. Die US-Notenbank hat eine Serie schwacher Wirtschaftsdaten und träger Inflationsdaten mit einem Schulterzucken als vorübergehend abgetan und verspricht eine weitere Zinsanhebung noch vor Ende des Jahres. Ihre offiziellen Vertreter haben außerdem Pläne zur Beschleunigung der Straffungen durch Beginn einer Drosselung der nach der Krise aufgeblähten Bilanz dargelegt.

Die Anleger sind jedoch nicht dazu bereit so einfach über die besorgniserregenden Meldungen hinwegzusehen. Die in die Fed-Funds-Futures eingepreisten Erwartungen zeigen, dass die Märkte nach wie vor erwarten, dass der Leitzins in der aktuellen Zielspanne von 100-125 Basispunkten bleiben wird. Anders ausgedrückt: Sie erwarten, dass es in diesem Jahr zu keinen weiteren Zinserhöhungen kommen wird. Eine Lösung dieser Disparität auf die eine oder andere Weise wird den kurzfristigen Trend des Greenbacks definieren.

Da keine planmäßigen Top-Tier Eventrisiken anstehen, ist der Markt ohne offensichtlichen Katalysator, der während des größten Teils der kommenden Woche einen Ausschlag in eine bestimmte Richtung geben könnte. Die vorläufigen Werte der PMI-Erhebung für Juni stechen hervor. Sie stellen einen zeitnahen Test des Vertrauens der Fed in den Konjunkturzyklus dar, kommen aber erst am Freitag. Somit bleibt nur ein steter Strom an Kommentaren von Fed-Vertretern, um den Ton zu bestimmen, was Gutes für die US-Währung verheissen dürfte.

Der Einfluss des Risikos politischer Ungewissheit in den USA bleibt jedoch eine allgegenwärtige Unbekannte. Die Ermittlungen in möglicherweise unangemessene Kontakte zwischen Vertretern Russlands und der Trump-Kampange steht ganz oben auf der Liste. In der Tat ermittelt der unabhängige Jurist Robert Mueller Meldungen zufolge aufgrund potenzieller Behinderungen der Justiz direkt gegen den Präsidenten.

Das bedeutet, dass, egal was im Umfeld der Finanzmärkte vor sich geht, es nun als Tatsache gilt, dass jedwede, unangekündigten Entwicklungen, wie eine Bombe mit drastischen Konsequenzen einschlagen könnten. Falls sich in solch einem Szenario die marktweite Risikobereitschaft in Luft auflösen sollte, könnten die Märkte durchaus zu dem Schluss kommen, dass die Fed, egal ob es ihr gefällt oder nicht, zum Abwarten gezwungen werden könnte, was den Dollar nach unten senden würde.

Paul Robinson ist zu Gast in Deutschland. Lernen Sie von 16 Jahren geballter Erfahrung Trading