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US-Dollar könnte bei Fed-Optimismus und Kummer in der europäischen Politik zulegen

US-Dollar könnte bei Fed-Optimismus und Kummer in der europäischen Politik zulegen

2017-06-12 06:07:00
Ilya Spivak, Senior Währungsstratege
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US-Dollar könnte bei Fed-Optimismus und Kummer in der europäischen Politik zulegen

Fundamentalprognose für den US-Dollar: Neutral

  • Der US-Dollar erholt sich, da Comey bei seiner Aussage dem Kreuzfeuer ausweichen konnte.
  • Eine stablie Prognose für Fed-Zinsanhebungen könnte eine Fortsetzung der Erholung bewirken.
  • Die politische Instabilität in Europa könnte Unterstützung bieten.

Der US-Dollar besuchte wieder Acht-Monats-Tiefs, bevor er in den letzten 48 Stunden der Handelswoche mit Schwung wieder zulegen konnte, vorherige Verluste wieder gutmachte und ein Drei-Wochen-Hoch berührte, bevor er die letzte Woche mit einem bescheidenen Zugewinn schloß. Die späte Erholung folgte auf die Aussage des aus dem Amt gedrängten FBI-Direktors James Comey vor dem US-Kongress, die zu keiner eindeutigen, existenziellen Bedrohung der Trump-Administration führte.

Dies schien die Angst vor einer politischen Instabilität, die den kurzfristigen Ausblick für Zinsanhebungen durch die Fed aus der Bahn werfen würde, abzukühlen. Der Greenback stieg zusammen mit den Front-End-Schatzanleihenrenditen, während Gold - die als Referenz dienende nicht zinstragende Anlage - deutlich nachgab. Die Fed-Fund-Futures preisen jetzt eine 98 Prozent Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Rahmen der FOMC-Konklave nächste Woche mit ein, ein Anstieg von 90 Prozent in der Vorwoche.

Eine Zinsanhebung im Juni ist für einige aber keine absolute Gewissheit. Es ist vielsagender, dass der für 2017 prognostizierte Zinsanhebungspfad zum steilsten seit einem Monat geworden ist. Falls die Fed die neu entdeckte Zuversicht der Falken bekräftigen sollte und trotz einer Serie enttäuschender Wirtschaftsdaten seit Mitte März bei einer Prognose von drei Zinsanhebungen in diesem Jahr bleibt, könnte die Referenzwährung aller Wahrscheinlichkeit nach weiter zulegen.

Die zunehmende politische Unruhe in Europa könnte dem Dollar zusätzlichen Aufwind verleihen. Ein nicht schlüssiger Wahlausgang in Großbritannien lässt die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen noch ungewisser erscheinen. Premierministerin Theresa May bleibt im Amt und hat eine Allianz – wenn nicht eine formale Koalition – mit der nordirischen DUP zusammengeschustert. Diese bevorzugt einen „weicheren“ Brexit, ist bei sozialen Fragen politisch aber noch weiter rechts als die konservative Partei angesiedelt – ein Rezept für Spannungen.

Während das Pendel des politischen Risikos von den USA aus wieder einmal in Richtung Europa schwingt, könnten Anleger sich dafür entscheiden, regionale Anlagen zu meiden. Dadurch könnte Kapital aus den dazugehörigen Währungen ab- und in vergleichbare Alternativen fließen. Die US-Währung profitiert traditionell von solchen Neujustierungen und könnte daraus Kapital schlagen, falls die Fed mit einer vergleichsweise aggressiven Haltung Anreize für Trader schafft.

Dennoch, die Gegenargumente sind genauso plausibel. Eine weitere Serie besorgniserregender Schlagzeilen aus Washington DC könnte die Finanzmärkte und die Fed-Vertreter einmal mehr in Unruhe versetzen. Der von den neu entdeckten Hoffnungen auf einen „soft Brexit“ angeheizte Optimismus könnte sich als robust erweisen, zumindest bis sich, welche britische Regierung auch immer gebildet werden mag, diese als problematisch erweist. Die Landschaft und der Ausblick sind daher ungewiss.

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