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US-Dollar gefährdet: Politik versetzt die Finanzmärkte in Unruhe

US-Dollar gefährdet: Politik versetzt die Finanzmärkte in Unruhe

2017-06-05 07:37:00
Ilya Spivak, Senior Währungsstratege
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US-Dollar gefährdet: Politik versetzt die Finanzmärkte in Unruhe

Fundamentalprognose für den US-Dollar: Neutral

  • Die Wahlen in Großbritannien könnten zum Treiber der Risikoscheu werden, was den Fed-Zinsanhebungswetten schadet
  • Aussage Comeys könnte die Befürchtungen aufgrund der Ungewissheit anheizen, die Stimmung verschlechtern
  • Bestrebungen zur Lockerung der US-Finanzregelungen könnten überschattet werden

Der US-Dollar gab letzte Woche erneutem Verkaufsdruck nach und musste den größten Teil seiner Zugewinne während der Vorwoche wieder abgeben. Die Abwärtsbewegung beschleunigte sich vor dem Hintergrund sich abkühlender Fed-Zinsanhebungsspekulationen und erreichte nach dem erheblichen Rückgang am Freitag nach den enttäuschenden Daten vom Arbeitsmarkt für Mai ihren Höhepunkt.

Der Wirtschaftskalender wird in der kommenden Woche dünner. Die ISM-Erhebung für den Dienstleistungssektor ist das einzige wirkliche Top-Tier Eventrisiko. Gleichzeitig fehlen die Fed-Kommentare komplett, wenn die geldpolitischen Entscheider im Vorfeld der geldpolitischen Erklärung am 14. Juni in Schweigen treten.

Das wird aber wohl kaum zu einem ruhigeren Klima führen, da die Politik die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Die mit Spannung erwarteten Parlamentswahlen in Großbritannien versprechen die Aktivität bis weit über die lokalen Märkte hinaus zu bewegen, wenn die Wähler sich für die Volksvertreter entscheiden, die sie durch das Brexit-Verfahren führen werden.

Die Wahlen sollten den Erwartungen zufolge der amtierenden konservativen Partei einen leichten Gewinn bescheren. Aber erst vor kurzem verringerte sich der Abstand in den Umfragen, wodurch das Schreckgespenst eines nicht regierungsfähigen Parlaments Gestalt angenommen hat. Solch ein Ergebnis würde der marktweiten Risikobereitschaft schaden und die Basis der Fed untergraben, einen Straffungszyklus aufrecht zu erhalten, was den US-Dollar belasten würde.

Gleichzeitig treten die Ermittlungen zu möglichen Verbindungen von Vertretern der Trump-Administration und Vertretern der russischen Regierungen in eine heisse Phase, wenn der aus dem Amt gedrängte, ehemalige FBI-Direktor James Comey seine Aussage macht. Sie wird mit den Bestrebungen des US-Kongresses zur Lockerung der Dodd-Frank-Finanzmarktregulierungen um die Aufmerksamkeit der Anleger ringen.

Weitere Meldungen, die das Weiße Haus tiefer in den Skandal reissen, würden wahrscheinlich die Märkte in Unruhe versetzen und den Greenback schwächen. Hoffnungen auf ein pragmatischeres, aufsichtsrechtlicheres Regime könnten zwar dazu beitragen, dem Verkaufsdruck entgegen zu wirken, es ist aber unwahrscheinlich, dass sie ihn vollständig aufheben, da die Unruhe in der Exektuvie eine Umsetzung überschattet.

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