Fundamentalprognose EUR/USD: Neutral

- Die französisch-deutschen Renditespreads weiten sich wieder, was die Ungewissheit des Marktes über den Ausgang der Wahlen in Frankreich widerspiegelt.

- Die Masse der Privatanleger bleibt beim Währungspaar EUR/USD Netto-Long, was als nonkonformistischer Indikator bedeutet, dass die Verluste sich fortsetzen werden.

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Der Euro verlor letzte Woche gegenüber jeder größeren Währung (mit Ausnahme des US-Dollar), da ein ruhiger Wirtschaftskalender während einer aufgrund des Feiertagswochenende verkürzten Woche viel Raum für Spekulationen in Hinblick auf die Wahlen in Frankreich boten, die die Stimmung im Markt diktierten.

Die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen am Sonntag, dem 23. April, rückt schnell näher. Trader sollten auf die Entwicklungen der Umfragen achten. Der größte Favorit, Emmanuel Macron, – der laut dem französischen Umfrageinstitut Ifop die größte Chance hat, die rechtspopulistische Marine Le Pen in einer zweiten Runde schlagen zu können – gibt weiter nach. Laut Oddschecker ist die Gesamtwahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs Macrons von 66,7 Prozent am 31. März auf 52,9 Proent gesunken. Umfrageergebnisse für die erste Runde zeigen, dass die vier Top-Kandidaten (Le Pen, Macron, Fillon und Melenchon) innerhalb von vier Prozentpunkten beeinander liegen. Es ist sehr gut möglich, dass Macron es nicht in die zweite Runde schafft – das wäre wirklich ein Anlass zur Besorgnis über den Euro.

Gewiss, die Marktteilnehmer beginnen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten. So stieg die einmonatige, implizierte Volatilität für das Währungspaar EUR/USD in den letzten fünf Wochen von 7,25 Prozent auf 13 Prozent und bewegt sich nun auf dem höchsten Niveau seit der Brexit-Abstimmung im Juni 2016. Am einfachsten lässt sich die zunehmende Besorgnis über die französischen Wahlen im Markt anhand der französischen OAT-Renditen erkennen, insbesondere daran, wie sie während des vergangenen Monats im Vergleich zu den deutschen Staatsanleihen gehandelt wurden. Der zehnjährige deutsch-französische Rendite-Spread schloss die vergangene Woche bei 73,8 Basispunkten, ein Anstieg von 56,9 Basispunkten vor zwei Monaten.

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Insgesamt scheinen die fundamentalen Treiber für den Euro durchwachsen, wenn nicht sogar leicht verschlechtert. Die Wirtschaftsdaten aus der Eurozone übertreffen laut Citi Economic Surprise Index die Erwartungen nach wie vor immer seltener. Der CESI der Eurozone gab Ende der Woche auf +38,9 nach, ein Rückgang von +48,1 vor einem Monat. Die fünfjährigen Fünf-Jahres-Inflationsswap-Forwards, ein Maßstab für die mittelfristige Inflation (und einer der von EZB-Präsident Draghi bevorzugten Maßstäbe) schloss vergangene Woche bei 1,578 Prozent und somit niedriger als 1,681 Prozent während des Vormonats.

Sehr ähnlich wie vergangene Woche bietet auch die kommende Woche nur sehr wenige Daten, die sich wesentlich auf die aktuelle Bewertung des Euro auswirken könnten (es gibt keine als „High“ bewertete Ereignisse auf dem DailyFX Wirtschaftskalender). Was die Daten betrifft, werden Trader aber wahrscheinlich der Veröffentlichung des endgültigen Verbraucherpreisindex für die Eurozone für März am Mittwoch und der Veröffentlichung der vorläufigen PMI-Werte für die Eurozone für April (Fertigung, Dienstleistungen und Komposit) die größte Beachtung schenken. Somit besteht bei ihnen die höchste Volatilitätswahrscheinlichkeit.

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