Was unterscheidet einen erfolgreichen von einem erfolglosen Trader? Tipps aus der Praxis zeigt US-Analyst Jeremy Wagner in dieser einmaligen Sondersitzung auf.

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Fundamentalprognose für EUR/USD: Bullisch

- Der zunehmende Protektionismus in Europa wurde durch Geert Wilders Wahlniederlage in den Niederlanden etwas entschleunigt. Falls Marine Le Pen die französischen Präsidentschaftswahlen verlieren sollte, hätte der Euro zwei signifikante Risiken überstanden.

- Zwischen der „defensiven Entscheidung mit dem restriktiven Kick“ der EZB und der „defensiven Zinsanhebung“ der Fed scheint es, dass ein von Notenbanken angesportner Lauf zur EUR/USD-Parität in weite Entfernung gerückt ist.

- Privatanleger ziehen sich im Großen und Ganzen weiterhin aus Euro-Stärke zurück, was ein nonkonformistischer Indikator für weitere Zugewinne ist.

Die Rally bei renditestärkeren Währungen letzte Woche machten den Euro zu einer der beiden am schlechtesten abschneidenden Währungen, auch wenn grundsätzlich nichts geschehen ist, was negativ für den Euro gewesen wäre. Die Wahlen in den Niederlanden, bei denen der Rechtspopulist Geert Wilders kläglich hinter den Erwartungen zurückblieb, führten zu Erleichterung bei jenen Marktteilnehmern, die sie als einen Test für die Wahlen während der kommenden Monate (z. B. Frankreich) sahen.

Während die US-Notenbank Federal Reserve sich zur gleichen Zeit weigerte, einen schnelleren Zinsanhebungszyklus zu verfolgen, erwies der Abverkauf des US-Dollar sich global als Segen für die Aktienmärkte, auch als Anleihenrenditen fielen. Nachdem die größten Risiken der Woche sich als überhaupt nicht, nun, riskant, erwiesen hatten, überraschte es nur wenig, dass Risiko-korrelierende Werte sich so gut entwickelten, was den Euro zurückließ. Das Währungspaar EUR/USD legte letzte Woche +0,61% zu, obwohl das Paar EUR/AUD -1,53% verlor.

Für das Währungspaar EUR/USD schien die Lücke zwischen EZB- und Fed-Geldpolitik sich während der vergangenen zwei Wochen leicht zu schließen. Wie wir in der letzten Woche an dieser Stelle besprachen, lässt sich die geldpolitische Entscheidung der EZB als „defensiv mit restriktivem Kick“ charakterisieren: defensiv, weil die Notenbank ihren Leitzins tief im Negativbereich beließ, aber mit einem Kick Restriktivität, da der Verwaltungsrat das Ende der TLTRO-Notmaßnahmen signalisierte, mit dem Hauch einer Andeutung des Beginns der Formulierung zukünftiger geldpolitischer Erklärungen, um die Märkte auf eine Entfernung von der Niedrigzinspolitik irgendwann Anfang 2018 vorzubereiten. Demgegenüber war die Fed-Entscheidung diese Woche „restriktiv mit einem defensiven Kick“, denn die Fed hob ihren Leitzins zwar um 25 Basispunkte an, aber mit einem Hauch defensiver Geldpolitik, da der FOMC sich weigerte, einen steileren Zinspfad für den Rest des Jahres 2017 zu bestätigen. Eine Reduzierung der geldpolitischen Differenzen würde dazu beitragen, das Währungspaar EUR/USD nach oben hin zu unterstützen.

Wie es scheint haben Analysten und Wirtschaftsexperten, die am Rockzipfel der geldpolitischen Prognosen der EZB hängen, aufgehört zu erwarten, dass die Daten aus der Eurozone enttäuschen: der Citi Economic Surprise Index für die Eurozone hat von +51,8 am 17. Februar auf +48,1 am 17. März nachgegeben. Dennoch, obwohl die Daten im Allgemeinen immer noch gut waren, sind die Inflationserwartungen mit dem während des vergangenen Monats rückläufigem Preis für die Ölsorte Brent (von 55,81 US-Dollar pro Faß am 17. Februar auf 51,76 US-Dollar pro Faß Ende der Woche) auch wieder gefallen. Die 5-Year, 5-Year Inflationsswaps erzielen jetzt eine Rendite von 1,681%, ein leichter Rückgang während des letzten Monats von +1,768% auf 1,681% am 1. März.

Chart 1: Oddschecker - Implizierte Wahrscheinlichkeiten eines Kandidatensiegs (20. Januar bis 17. März 2017)

Schwindendes politisches Risiko für Eurozone stärkt Aussichten für EUR/USD

Die verbleibende große Hürde, die, nachdem EZB, die Fed und die Wahlen in den Niederlanden jetzt hinter uns liegen, noch verbleibt, ist die Präsidentschaftswahl in Frankreich. Zum Glück für den Euro ist die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs der rechten, ethnonationalistischen (unter dem Deckmantel des Populismus agierenden) Marine Le Pen diese Woche weiter gesunken, was es dem Euro leichter macht. Die Chancen Emmanuel Macrons, die französische Präsidentschaft zu gewinnen, sind laut Oddschecker auf 63,1% gestiegen, während Le Pens Chancen auf 27,9% gesunken sind. Spekulationen im Zusammenhang mit den französischen Präsidentschaftswahlen bleiben wichtigster Treiber für den Euro und sie treiben den Euro in eine Richtung weiterer Stärke. -CV

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