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Australischer Dollar könnte feststecken

Australischer Dollar könnte feststecken

David Cottle, Analyst
Australischer Dollar könnte feststecken

Fundamentalprognose für den Australischen Dollar: Neutral

  • Die letzte Woche war eine wichtige Woche für den Australischen Dollar
  • Ein überraschender Handelsüberschuss in Rekordhöhe hob die Stimmung und ganz gewiss auch das Währungspaar AUD/USD
  • Die kommende Woche bietet aber keine offensichtliche Parallele

Bullen im Australischen Dollar erhielten letzte Woche, der enormen Rohstoffexportmaschine des Landes sei es gedankt, ein großes, unerwartetes Geschenk. Diese Woche könnte sich durchaus als weniger spannend für sie erweisen. Allerdings birgt sie einige offensichtliche Gefahren.

Australien verzeichnete im Dezember den höchsten monatlichen Handelsüberschuss aller Zeiten, 4,5 Mrd. Australische Dollar (2,6 Mrd. US-Dollar). Dies übertraf alle Prognosen und war der zweite Überschuss in Folge, was eine Serie von Defiziten, die bis zum März 2014 zurückreicht, durchbrach.

Bei dieser positiven Überraschung geht es jedoch um mehr als nur Zahlen. Es scheint jetzt sehr wahrscheinlich, dass der Nettohandel einen positiven Beitrag zum australischen Wachstum im vierten Quartal leisten wird, nachdem er es während der vorherigen zwei Quartale belastet hatte. Das ist äußerst günstig, denn im dritten Quartal war es zu einer seltenen Kontraktion des Gesamt-BIP gekommen, was das Schreckgespenst von zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen herbeirief, was eine technische Rezession darstellt. Australien war seit erstaunlichen 25 Jahren nicht mehr in einer technischen Rezession.

Die These, dass das Schreckgespenst durch die ausgezeichneten Handelszahlen gebannt, wenn nicht ganz ausgetrieben war, lag dem plötzlichen Spurt des Währungspaars AUD/USD auf Drei-Monats-Hochs vergangenen Donnerstag zugrunde. Auch der Hintergrund war förderlich. Die US-Notenbank Federal Reserve hatte gerade eine Erklärung zur Geldpolitik abgegeben, die die Märkte als eher „defensiv“ werteten, wodurch dem US-Dollar etwas Wind aus den Segeln genommen wurde.

Die Daten des chinesischen Einkaufsmanagerindex waren durchwachsen. Der offizielle PMI für das fertigende Gewerbe schaffte es knapp die Erwartungen zu übertreffen, aber die private Caixin Version blieb stärker hinter ihnen zurück. Dies versetzte dem Währungspaar AUD/USD am Freitag einen leichten Schlag, es verlor aber nicht die gesamten, handelsbedingten Zugewinne.

AUD/USD: Blick auf die Handelszahlen

Australischer Dollar könnte feststecken

Chart erstellt unter Verwendung von Trading View

Der Australische Dollar findet jetzt also deutliche Unterstützung. Aber kommt noch irgendetwas, das ihn möglicherweise noch höher treibt? Nun, wahrscheinlich nicht. Das Wichtige für die Währung diese Woche kommt am Dienstag, wenn die Reserve Bank of Australia zur ihrer nächsten geldpolitischen Sitzung zusammenkommt.

Es wird nicht erwartet, dass sie die derzeitigen Niedrigzinsen auf Rekordniveau ändern wird – sie liegen nun schon seit August bei 1,5%. Durch die Sitzung könnte die Aufmerksamkeit sich aber wieder auf die australische Binnenwirtschaft richten. Dort sehen die Verbrauchernachfrage und Preisniveaus weit weniger gesund aus, als der weiß glühende Exportsektor. RBA-Gouverneur Phillip Lowe spricht am darauffolgenden Tag in Sydney.

Auch in Hinblick auf planmäßige internationale Wirtschaftsmeldungen ist es eine ruhige Woche. Dadurch könnte sich die Aufmerksamkeit der Anleger natürlich auf evtl. unplanmäßige Entwicklungen, die vom Weißen Haus des Donald Trump ausgehen, richten. Diese Meldungen lassen sich nicht voraussagen (wie die nervösen globalen Märkte langsam zu verstehen lernen).

Auf Grundlage dessen, was sich vorhersagen lässt, scheint es zu einer langweiligeren Woche für den Australischen Dollar zu werden, als die vorhergehende, obwohl sie für die Bullen nicht zwangsläufig zu einer besonders schlechten werden muss.

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