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Trotz verbesserter Daten hat EUR/USD wohl mit neutraler EZB zu tun

Trotz verbesserter Daten hat EUR/USD wohl mit neutraler EZB zu tun

2017-01-15 22:00:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Trotz verbesserter Daten hat EUR/USD wohl mit neutraler EZB zu tun

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Das Währungspaar EUR/USD wird die zweite Woche seitwärts gehandelt, es wurde am Mittwoch aber bei bis zu 1,0540 USD gehandelt und schloss die Woche über 1,0640 USD.

- Es stehen Ende dieser Woche sowohl für den Euro (EZB Zinsentscheid), als auch dem US-Dollar (Amtseinführung Trumps) wichtige Ereignisse bevor.

- Schauen Sie in den DailyFX Wirtschaftskalender, um herauszufinden, welche wichtigen Eventrisiken mit Einfluss auf die Devisenmärkte in den kommenden Tagen bevorstehen. Sie finden sie im DailyFX Webinar-Kalender.

Schauen Sie in die DailyFX Prognosen für das erste Quartal 2017 und den Trade des Jahres

Die Marktvolatilität stieg während der zweiten Woche des Jahres weiter. Dabei wurde das Währungspaar EUR/USD bei Schluss am Freitag um +1,04% höher bei 1,0640 USD gehandelt. Eine weitere Verschlechterung des wichtigsten Fundamentaltreibers des US-Dollar – Renditen der US-Staatsanleihen – und die laufende Verbesserung der Datenlage für den Euro verlieh dem Paar während einer ansonsten ruhigen Woche im Kalender Aufwind. Dennoch dürften die nächsten Tage für Trader interessanter werden, denn auf die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag folgt die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Trump am Freitag, was ereignisreich werden dürfte.

Für die Devisenmärkte und das Währungspaar EUR/USD wird der Zinsentscheid der EZB wohl die größte Aufmerksamkeit erhalten. Angesichts dessen, dass a) dies die erste Sitzung nach der erst im Dezember 2016 geänderten Geldpolitik ist und b) am Donnerstag neue Wirtschaftsprognosen der Mitarbeiter (SEPs) kommen sollen, erscheint die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB im Rahmen dieser Sitzung auf die eine oder andere Weise handeln wird, äußerst unwahrscheinlich.

EZB-Präsident Mario Draghi wird wahrscheinlich seinen Optimismus in Hinsicht auf die kurzfristigen Wirtschaftsdaten gegen die langfristige Besorgnis über die politische Lage in Europa und die Inflation, die nur knapp positiv bleibt, abwägen. Um eins klarzustellen: die Wirtschaftsdaten haben sich in den letzten Wochen stetig verbessert, deutlich über die Konsenserwartungen hinaus. Der Citi Economic Surprise Index für die Eurozone schloß die letzte Woche mit +74,1, eine Steigerung von +71,1 in der Vorwoche und von 63,3 im Vormonat am 16. Dezember. Einer von Präsident Draghis bevorzugten Inflationsmaßstäbe, die Fünfjahres-Inflations-Swap-Forwards, steigen ebenfalls und schlossen Ende letzter Woche bei 1,745%, ein Anstieg von 1,666% vor vier Wochen.

Falls die Daten sich weiter verbessern, würden wir erwarten, dass der Marktdruck auf die EZB, sich von ihren aggressivsten Lockerungsmaßnahmen zurückzuziehen, steigt. Markteilnehmer denken, dass die EZB sich in einem Jahr näher an einer Zinsanhebung (Wahrscheinlichkeit von 17,5% für die Sitzung im Januar 2018) befinden wird, als an einer Zinssenkung (13,4%). Damit dies möglich ist, wird die EZB unserer Überzeugung nach aber eine deutliche Verbesserung der tatsächlichen Inflationswerte verzeichnen müssen. Die jüngsten Prognosen der EZB sehen die Inflation Ende 2017 bei +1,1%. Falls dies zur Realität werden sollte, könnte die EZB sich entscheiden, ihre Geldpolitik noch einmal zu ändern, indem sie ihr QE-Programm verlängert, aber das Tempo der Ankäufe reduziert.

Solch eine Ankündigung käme im Rahmen einer Sitzung mit neuen SEPs. Diese kommen im März, Juni, September und Dezember. Dementsprechend könnte die kommende EZB-Sitzung am Donnerstag für viel Rummel sorgen. Aber es scheint sehr wahrscheinlich, dass es zu einer eher neutralen Sitzung kommen wird, bei der das Pendel zum Verständnis des nächsten Schritts der EZB nicht umschlagen wird. Falls die Renditen der US-Staatsanleihen einen weiteren Schritt zurück machen, könnte das Währungspaar EUR/USD schnell über 1,0700 USD gehandelt werden. Das wäre ein weiterer Hinweis auf eine kurzfristige Bodenbildung des Paars.

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