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Bessere kurzfristige Fundamentaldaten isolieren Euro gegen längerfristige, politische Besorgnis

Bessere kurzfristige Fundamentaldaten isolieren Euro gegen längerfristige, politische Besorgnis

2017-01-08 21:45:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Bessere kurzfristige Fundamentaldaten isolieren Euro gegen längerfristige, politische Besorgnis

Fundamentalprognose für EUR/USD: Neutral

- Das Währungspaar EUR/USD drehte und wand sich recht stark zu Beginn des Jahres, kam dann aber zum Ende der Woche mit einem Zugewinn von +0,14% zur Ruhe, nachdem alles gesagt und getan worden war (Hoch-Tief-Spanne 1,0341-1,0620 USD).

- Der ruhigere Wirtschaftskalender auf beiden Seiten des Atlantiks lässt die Aufmerksamkeit auf den politischen Entwicklungen in den USA im Zusammenhang mit dem kommenden Präsidenten Trump ruhen.

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Es war für das Währungspaar EUR/USD ein spannender, aber vielleicht enttäuschender Start in das Jahr 2017. Trotz Erreichens eines neuen 52-Wochen-Tiefs am 3. Januar bei 1,0342 USD, wurde EUR/USD bereits am Freitag wieder über 1,0600 USD gehandelt. Die weite Kursspanne während der ersten Januarwoche resultierte dann nur in einem mageren Zugewinn des Paares von +0,14%.

Während die US-Dollar Schwäche zu Beginn der Woche umfassend war (generell Gewinnmitnahmen aufgrund des Trump-Reflationshandels), entwickelte der Euro sich gegenüber dem Rest der wichtigsten Währungen durchwachsen. Bei steigenden Rohstoffpreisen gaben die Paare EUR/CAD (-1,40%) und EUR/AUD (-1,15%) nach. EUR/GBP (+0,56%) legte aufgrund erneuter Brexit-Sorgen zu.

Bei einer eher ruhigen Lage für den Euro bei den Wirtschaftsdaten – Arbeitslosenzahlen für die Eurozone für November am Montag, deutsches BIP für 2016 und die Industrieproduktion der Eurozone im November am Donnerstag sind die Höhepunkte – scheint die Seitwärtsbewegung des Euro, die wir auch in den letzten Wochen beobachten konnten, in den nächsten Tagen sehr wahrscheinlich. Die übergreifende politische Sorge besteht nach wie vor, insbesondere in Hinblick auf die Wahlen in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und Italien (wahrscheinlich gegen Ende des Jahres, aber nicht später als 23. Mai 2018). Die den Euro umgebende politische Besorgnis ist von ihrer Natur her langfristig und wird noch längere Zeit im Hintergrund gären (ganz gewiss länger als der Prognosehorizont dieses Artikels). Sie ist eine Belastung, die bisweilen stärker und dann wieder weniger stark ausgeprägt sein wird.

Dann widerum wäre ein Blick auf die kurzfristigen Fundamentaldaten des Euro angebracht. Sie helfen, den kurzfristigen Ausblick zu kalibrieren. Was die EZB betrifft, sind die Märkte der Überzeugung, dass die Notenbank mit ihren geldpolitischen Lockerungen abgeschlossen hat und bis Ende 2017 eine Zinserhöhung (19,5% Wahrscheinlichkeit bei der Sitzung im Dezember 2017) wahrscheinlicher ist als eine Zinssenkung (6,0%).

In der Vergangenheit stellte der Mangel an einer defensiven Kursentwicklung eine Möglichkeit für die EZB dar, den Markt zu überraschen. Während in der Vergangenheit die Energiepreise weiter fielen und die Inflationserwartungen sich auf einem Abwärtstrend befanden, hat der Gesamtzusammenhang sich nun geändert. Jetzt steigen die Energiepreise (Brent-Öl ist in den letzten vier Wochen von 54,33 Dollar auf 57,21 Dollar gestiegen) und die Inflationserwartungen (5-Jahre, 5-Jahre Inflations-Swap-Forwards) legen ebenfalls zu (1,763% Ende letzer Woche, von 1,725% vor vier Wochen).

Davon abgesehen, dass die Märkte der Ansicht sind, dass die Inflation in der Eurozone steigt – was implizit bullisch für den Euro ist – haben die Wirtschaftsdaten sich in den letzten Wochen stetig verbessert und die Konsenserwartungen weit übertroffen. Der Citi Economic Surprise Index für die Eurozone schloss letzte Woche bei +71,1, eine Steigerung von +62,6 am 9. Dezember.

Kurzfristig sind dies alles Gründe für die Märkte, in Hinblick auf den Euro weniger bärisch zu sein. Dies trotz der langfristigen politischen Besorgnis, die im Jahresverlauf bisweilen auflodern wird. Durch dieses Gegengewicht ist der Euro signifkanten Bewegungen anderer wichtiger Währungen gegenüber anfällig, wie: ob der Trump-Reflationshandel nach den überraschenden Lohndaten des jüngsten Berichts vom US-Arbeitsmarkt wieder einsetzt oder nicht (EUR/USD); ob die Märkte das Vertrauen in die Regierung Theresa Mays verlieren und wieder einen „harten Brexit“ mit einpreisen (EUR/GBP); oder ob die Schwäche des chinesischen Yuan zu einem Vorboten einer Schwäche der chinesischen Wirtschaft wird, was zu Kollateralschäden bei den größten regionalen Handelspartnern Chinas, wie Australien und Neuseeland, führen würde (EUR/AUD und EUR/NZD). –CV

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