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Was, wenn die Fed mit ihren Zinserwartungen nicht weit genug gegangen ist?

Was, wenn die Fed mit ihren Zinserwartungen nicht weit genug gegangen ist?

2016-12-27 17:10:00
David Cottle, Analyst
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Was, wenn die Fed mit ihren Zinserwartungen nicht weit genug gegangen ist?

Denken Sie an Ende Dezember 2015. Die US-Notenbank Federal Reserve erhöhte zum ersten Mal seit fast einem Jahrzehnt wieder die Zinsen.

Die Fed Funds Zinsen von 0,0-0,25% nach der Krise waren endlich Geschichte geworden. Und die Fed erwartete, 2016 noch vier weitere Zinsanhebungen vorzunehmen. Die Märkte haben das nie so recht geglaubt. Und gewiss, sie haben Recht behalten.

Aus vier Zinsanhebungen wurde nur eine.

Hier sind wir jetzt also am Ende des Jahres 2016. Die Fed hat gerade wieder die Zinsen erhöht. Und sie erwartet, dies 2017 noch dreimal zu tun. Und jetzt raten Sie mal. Die Märkte glauben das nicht wirklich. Die Future-Kontrakte deuten auf nur zwei hin.

Aber ...

Es ist erwähnenswert, dass Zinsanhebungszyklen länger als alle zu denken scheinen dauern können. Seit 2004 hat es keine mehr gegeben, Experten mit Erfahrungen sind noch seltener.

Um ein offensichtliches Beispiel heranzuziehen, muss man möglicherweise bis 1973 zurückgehen. Damals war der US-Dollar generell schwächer. Lohn- und Preiskontrollen waren Inflationstreiber und es bedurfte eines gewissen Kampfes. Zwischen März 1972 und Oktober 1973 stiegen die Zinsen von etwas über 3% auf mehr als 10%.

Fast jeder Zinsanhebungszyklus seit 1965 führte zu stärkeren Zinserhöhungen als die, die derzeit von der Fed erwartet werden.

Jetzt sagen Sie vielleicht „Aha“. „Wir leben jetzt aber in einer Welt mit niedriger Inflation, wir brauchen Zinsanhebungen von diesem Ausmaß nicht mehr, um die Inflationserwartungen zu korrigieren.“

Gutes Argument. Aber die Geschichte hat gezeigt, dass Inflation sich nur schwerer kontrollieren lässt, als es scheint. Wir hatten auch massive, inflationäre finanzpolitische Anreize und Steigerungen des vormals sanften Ölpreises.

Wir sind uns über das geldpolitische Gefüge weniger sicher – die Art und Weise, wie Notenbankentscheidungen sich auf Volkswirtschaften auswirken.

Ultra-niedrige Zinsen und Gelddruckerei haben nicht das Wachstum gekauft, das man erwartet hatte. Könnten Zinsanhebungen ebenso als Inflationsbremsen versagen?

Dann ist da der designierte Präsident Trump. Sofern man seiner Wahlrhetorik Glauben schenken kann, können wir von einer absichtlich inflationären Finanzpolitik ausgehen.

Kommt diese, wenn die Beschäftigung in den USA bereits hoch ist, lässt sich nur unschwer erkennen, dass solch ein Programm erst die Löhne nach oben treibt und dann die Preise.

Kurz gesagt: Die Lage könnte inflationärer sein, als sie es seit Jahren war. In diesem Fall macht es Sinn, im US-Dollar Long zu sein und Long zu bleiben.

Es ist wahrscheinlich am besten, dies über Währungspaare zu tun, für die Zinserhöhungen auf der „Nicht-Dollar-Seite“ weniger wahrscheinlich sind, wie dem Euro oder dem Britischen Pfund. Gold würde sogar noch stärker abgestraft werden, als dies bereits der Fall ist. Auch die Renditen von US-Schatzanleihen müssten viel stärker steigen.

Bei diesem Szenario bestehen eindeutige Risiken. Trump könnte weniger expansiv sein, wenn er erst an der Macht ist. Die die Europäische Union betreffende Sorge könnte Vorbote einer Krise sein. Die Erholung in China könnte ins Stocken geraten.

Falls sich das alles aber abwenden lässt, könnte es sein, dass wir höhere Zinsen in den USA erleben, als die Fed es derzeit erwartet.

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