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Handel des Britischen Pfunds wird wieder von der Brexit-Sorge bestimmt

Handel des Britischen Pfunds wird wieder von der Brexit-Sorge bestimmt

2016-12-08 15:55:00
Martin Essex, MSTA, Analyst
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Fundamentalprognose für das Britische Pfund: Neutral

  • Das Britische Pfund ist jetzt sieben Wochen lang sanft gegenüber dem US-Dollar gestiegen. Aber eine ernsthafte Stärke wäre wahrscheinlich von den Brexit-Sorgen bedroht.
  • In dieser Woche findet insbesondere ein wichtiges Berufungsverfahren der britischen Regierung am obersten Gericht des Landes gegen eine Entscheidung des High Court statt, dass das Parlament über ein Auslösen des Artikels 50 abstimmen müsse.
  • Falls die Entscheidung wie erwartet bestätigt werden sollte, wirft das ernsten Zweifel darüber auf, ob Artikel 50 bis Ende März ausgelöst werden wird – das ist das Ziel der derzeitigen Regierung.

Der Handel mit dem Britischen Pfund wird in der kommenden Woche wieder einmal vom Brexit dominiert, da am Montag im Supreme Court, dem obersten Gerichtshof, eine Berufung der Regierung gegen eine Entscheidung des High Court, dass das Parlament über das Auslösen des Artikels 50, das das Brexit-Verfahren einleiten würde, abstimmen müsse. Falls die Regierung wie erwartet keinen Erfolg haben sollte, wirft das ernste Zweifel über das Ziel auf, den Artikel 50 bis Ende März nächsten Jahres auszulösen. Den dezentralisierten Regierungen in Schottland, Wales und Nordirland würde ebenfalls die Gelegenheit geboten werden, ihre Interessen zu verteidigen, was den Brexit noch weiter verzögern würde.

Man könnte erwarten, dass das der Währung hilft. Denn eine Verzögerung des Brexits würde auch die negativen wirtschaftlichen Folgen aufschieben, die manche bei einem Exit Großbritanniens aus der EU erwarten. Auch die Rhetorik der Regierung in Hinblick auf den Brexit ist in den letzten Tagen schwächer geworden. So deutete Brexit-Minister David Davis an, Großbritannien wäre möglicherweise bereit, als Gegenleistung für den Zugang zum gemeinsamen Binnenmarkt für Waren und Dienstleistungen – einem sogenannten „soft“ Brexit – Beiträge zum EU-Haushalt zu leisten.

Diese Kommentare verhalfen dem Pfund in der vergangenen Woche zu einer Rally gegenüber dem Dollar und dem Euro, insbesondere auch, weil immer mehr über „Übergangsarrangements“ gesprochen wird, was impliziert, dass das komplette Verlassen der EU ein sehr langwieriger Prozess werden könnte. Die Währung erhielt aber von den Zinserwartungen, die anders als jene in den USA, zurückgegangen sind, nur sehr wenig Unterstützung.

Während es so gut wie feststeht, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins im Rahmen seiner Sitzung am 14. Dezember anheben wird, wird der geldpolitische Ausschuss der Bank of England die Zinsen in Großbritannien im Rahmen ihrer Sitzung am darauffolgenden Tag wohl unverändert lassen. Was die Europäische Zentralbank betrifft, wird sie ihr Anleihenankaufprogramm bei ihrer Sitzung am 8. Dezember wahrscheinlich von März bis September verlängern, eine Änderung der Zinsen in der Eurozone steht aber nicht auf dem Programm.

Weiterhin enttäuschten auch die britischen Wirtschaftsdaten letzte Woche leicht. Trader müssen die Einkaufsmanagerindizes oder PMIs genau im Auge behalten, denn sie sind zukunftsorientierte Indikatoren. Der PMI für das fertigende Gewerbe für November blieb hinter den Erwartungen zurück, obwohl er deutlich über der Marke 50 blieb, die Wachstum von Kontraktion trennt. Auch der GfK-Maßstab für das Verbrauchervertrauen blieb hinter den Erwartungen zurück, obwohl der PMI für das Bauwesen über den Prognosen lag.

Diese Woche zeigte der PMI für den Dienstleistungssektor jedoch, dass der Sektor letzten Monat mit dem schnellsten Tempo seit Januar gewachsen ist. Weder die offiziellen Daten für den offiziellen Handel, noch die offiziellen Zahlen für die Industrieproduktion für Oktober, die später in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehen, werden wohl Auswirkungen haben, da beide stärker rückblickend sind.

Auch technisch ist das Währungspaar GBP/USD auf einen starken, langfristigen Widerstand gestoßen, obwohl EUR/GBP ein Sprung bevorstehen könnte, obwohl es noch keine eindeutige Bestätigung einer Umkehr gibt.

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