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Euro Dollar tendiert nach unten mit Blick auf Zinsanhebung der Fed und QE-Extension der EZB im Dezember

Euro Dollar tendiert nach unten mit Blick auf Zinsanhebung der Fed und QE-Extension der EZB im Dezember

2016-11-14 00:30:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Euro Dollar tendiert nach unten mit Blick auf Zinsanhebung der Fed und QE-Extension der EZB im Dezember

Fundamentale Prognose für den Euro: Bärisch

- Euro Dollar deutlich tiefer, nachdem die Chancen einer Zinsanhebung der Fed steigen, da ein Finanzstimulus vom gewählten Präsidenten Trump erwartet wird.

- Chancen für eine Zinsanhebung der Fed stehen bei über 80 %; Chancen für eine Zinssenkung der EZB sinken auf 0 %.

- Wahrscheinlich wird die EZB an ihrem Plan festhalten und im Dezember nur leichte Änderungen am QE-Programm vornehmen.

Ein aufregender Wochenabschluss für den Euro Dollar markierte im Großen und Ganzen eine interessante Woche für den gesamten Euro-Komplex. Nachdem sich der Staub nach der US-Präsidentschaftswahl gesetzt hatte, war es kaum überraschend, dass sich die Risiko-Rallye auch auf den Euro als Finanzierungswährung übertrug. Der EUR/GBP sank am stärksten, und zwar um -3,28 %; der Euro Dollar um -2,63 %; während der EUR/JPY im Vergleich dazu nur gerade um +0,76 % zulegte. Die Risikoneigung wurde weltweit gestützt, wofür offenbar der Reflationshandel von Trump verantwortlich ist, da die Mehrheit der Republikaner mit Trump wohl den Stillstand in Washington DC aufheben wird.

Es gibt somit kaum Gründe anzunehmen, dass sich der Euro im Großen und Ganzen in den kommenden Wochen auf eine Richtung festlegen wird, neben seinen jüngsten fundamentalen Treibern. Die Märkte kalkulieren weiterhin keine Zinssenkung der EZB für dieses Jahr ein, wobei die Chancen für eine Zinserhöhung um 10 Basispunkte im kommenden Monat bei ~7 % stehen, gemäß Overnight Index Swaps. Der jüngste kurze Rückgang im Euro Dollar ist nicht den angepassten Zinserwartungen des Euros sondern denen des US Dollars zuzuschreiben: Im Laufe der vergangenen Woche stiegen die Erwartungen für eine Zinsanhebung im Dezember von 51 % auf 84 % am Freitag.

Andernorts steigen die Inflationserwartungen in der Eurozone weiterhin leicht, wodurch sich die Märkte auf kleine Veränderungen in der Größe und im Umfang des QE-Programms konzentrieren und keine Zinssenkung erwarten. Der Inflation Swap Forward im 5-Jahresvergleich, ein Maßstab für die Inflationserwartungen des Markts, sprang seit etwas mehr als einer Woche von 1,456 % am 4. November auf 1,541 % am 11. November. Kurzfristig stabile Energiepreise – aber deutlich höher im Vergleich zum Vorjahr – bieten der Inflation eine Grundlage oder eine Unterstützung.

Die allgemeinen Wirtschaftsbedingungen für die Eurozone bleiben stabil, was den Mangel an kurzfristigen Treibern für den Euro selber unterstreicht. Der Citi Economic Surprise Index für die Eurozone fiel bis zum 11. November auf +34,6, wobei er in der Vorwoche noch bei +36,2 gestanden hatte – er hat sich also insgesamt kaum verändert. Die Wirtschaftsagenda für den Euro in dieser Woche beinhaltet zahlreiche wichtige Ereignisse, wie den BIP für das Q3’16 der Eurozone und für Deutschland, die beide am Dienstag veröffentlicht werden; beide stellen die jeweils zweite Version da und sind demnach von geringerer Bedeutung. Wenn die Euro-Crosses in dieser Woche volatil sind, liegt dies wohl eher an einem Bestandteil, der nichts mit dem Euro zu tun hat; wenn der Euro die Kontrolle übernimmt, wird es dafür kaum einen guten Grund geben. –CV

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