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Es lässt sich nicht abstreiten: nur eine Sache ist für den Euro Dollar in dieser Woche wichtig

Es lässt sich nicht abstreiten: nur eine Sache ist für den Euro Dollar in dieser Woche wichtig

2016-11-07 02:15:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Es lässt sich nicht abstreiten: nur eine Sache ist für den Euro Dollar in dieser Woche wichtig

Fundamentale Prognose für den Euro: Bärisch

- Der Euro Dollar, wie viele andere USD-Paare, hat sich von vielen fundamentalen Antrieben, wie die Fed, entfernt.

- Die Euro Dollar-Stärke erhielt in der letzten Woche ebenfalls keine Unterstützung von inländischen Euro-Antrieben.

- Angesichts des kommenden Wirtschaftskalenders gibt es nur eine logische Schlussfolgerung: die Märkte kümmern sich zunehmend um das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen am Dienstag.

Der Euro erlebte insgesamt eine eher uninteressante Woche: Der EUR/GBP tradete nach einigen positiven Entwicklungen an der Brexit-Front etwas tiefer und der EUR/CAD handelte nach anhaltender Schwäche in den Energiemärkten etwas höher. Dennoch war das interessanteste Paar der letzten Woche der Euro Dollar, der sich anscheinend von jeglichen seiner lange bestehenden thematischen Einflüsse losgelöst hatte: Spekulationen um das QE-Programm der europäischen Zentralbank oder Spekulationen in Zusammenhang mit dem Zeitplan der Federal Reserve für die nächste Zinsanhebung. Es ist ziemlich offensichtlich, was der Grund für diese Losgelöstheit im Euro Dollar ist, doch wir kommen deduktiv zu diesem Schluss, um unseren Standpunkt zu beweisen.

Auf der Euro-Seite der Gleichung ließen wirtschaftliche und Markt-Entwicklungen keinen verbesserten fundamentalen Hintergrund vermuten, der Trader unbedingt dazu verleiten würde, ihre Euro-spezifische Aussetzung zu erhöhen. Die mittelfristigen Inflationserwartungen, wie von den 5-Jahres/5-Jahres Inflation Swaps gemessen, fielen am 4. November auf 1,456 %, von 1,477 % in der Vorwoche. Allgemein hatten die Daten, die in den letzten Tagen veröffentlicht wurden, enttäuscht; wobei der Citi Economic Surprise Index für die Eurozone von +43,5 am 28. Oktober auf +36,2 am 4. November fiel.

Wenn wir daraus folgern können, dass es kurzfristig keine positiven Euro-spezifischen Treiber gibt, die sich auf das übergreifende Thema der EZB-Lockerung beziehen, dann müssen wir die Seite des US Dollars untersuchen. In Anbetracht des US Dollars im größeren Rahmen – wann die Federal Reserve die nächste Zinsanhebung vornehmen wird – neigen wir dazu, uns den Zinsmärkten zuzuwenden, um zu sehen ob sich die Beurteilung verändert hat. Dafür gibt es keine Beweise. Die Fed Funds Futures kalkulierten bis Ende der letzten Woche eine Chance von 78% für eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte bei der Dezember-Sitzung ein, leicht höher im Zeitraum von fünf Tagen.

Wir kommen zum notwendigen Schluss, dass, wenn sich die Aspekte hinsichtlich einer Lockerung der EZB oder der Straffung von Seiten der Fed nicht so verschieben, dass sie eine Stärke im Euro Dollar verursachen würden, eine andere Variable vorhanden sein muss, die die Kursbewegung stark beeinflusst. Wir können daraus folgern, dass dieser neue Einfluss – einer der mächtiger ist als die beiden Haupttreiber im Euro Dollar der letzten zwei Jahre – das zunehmende politische Risiko der US-Präsidentschaftswahl ist.

Wie wir am 27. September anmerkten, "... mit jedem Tag werden die Umfragen zur Wahl für die Märkte an Bedeutung gewinnen (Aktien, Anleihen, Devisen - egal was), und die Spekulation zur Fed wird immer weniger wichtig werden." Ich selber finde, dass die Fed sogar zu einer Funktion der Präsidentschaftswahl wurde: Der US Dollar sinkt gemeinsam mit den erhöhten Chancen, dass Trump gewählt wird, wie die Wett-Webseiten und Umfragespezialisten wie RealClearPolitics oder FiveThirtyEight zeigen.

Die Implikation für die Fed ist ganz klar; vergiss die Personalität der Kandidaten und konzentriere dich auf die Politik. Es stellt sich die Frage: "Wo stünde eine Fiskalpolitik der Präsidentin Clinton im Vergleich zur Fiskalpolitik von Präsident Obama? Und wie steht es um Präsident Trump?" Wenn wir das analysieren, wobei die Fiskalpolitik von Obama als Basislinie verwendet wird, sind die Ergebnisse klar: Clintons Pläne befinden sich eher in der Mitte, und die von Trump stehen weit abseits. Dies ist, ich wiederhole, eine relative Basis; nicht ein Kommentar zur Wirksamkeit der Persönlichkeit oder Politik beider Kandidaten.

Wenn wir diesen Blickpunkt berücksichtigen, dann würde das FOMC, sollte Clinton gewählt werden, voraussichtlich an seinen aktuellen Wachstums- und Inflationsprognosen sowie an seinem Plan zur Normalisierung der Zinssätze (d.h. Zinsanhebung im Dezember) festhalten können. In Anbetracht der jedoch deutlichen Verschiebung in der Fiskalpolitik und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die US-Wirtschaft, falls Trump gewählt wird (zum Besseren oder Schlechteren), müsste das FOMC seine Prognosen anpassen. Dies würde dazu führen, dass im Dezember die Zinssätze nicht verändert werden.

Inmitten eines ansonsten glanzlosen Wirtschaftskalenders in der kommenden Woche stellt die US-Präsidentschaftswahl mit großem Abstand den Haupttreiber für den Euro Dollar dar – machen wir uns nichts vor: wenn Clinton gewinnt, sollte der Euro Dollar rasch die erhöhte Prämie wegen des politischen Risikos abschütteln und wieder auf sein letztes Tief im Bereich der unteren $1,0800er sinken. Andererseits wäre die erste Reaktion des Euro Dollars, sollte Trump den Sieg davon tragen, wegen der veränderten Pläne für die Fed-Politik im Dezember wohl ein Anstieg in Richtung August-Hoch um $1,1360.

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