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Euro steht nicht hinter dem Steuer: Brexit-Sorgen und Fed-Zinsspekulationen dominieren

Euro steht nicht hinter dem Steuer: Brexit-Sorgen und Fed-Zinsspekulationen dominieren

2016-10-10 04:23:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Euro steht nicht hinter dem Steuer: Brexit-Sorgen und Fed-Zinsspekulationen dominieren

Fundamentale Prognose für den Euro: Neutral

  • Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung durch EZB bleibt bis zum Ende des Jahres gering.
  • Zur zweiten Woche in Folge zeigt sich der Wirtschaftskalender für die Eurozone eher glanzlos.

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Der Euro, trotz aller seiner Schwächen und Probleme, ist momentan nicht das "Sorgenkind": den Titel erhält mit Abstand das Britische Pfund. Genau das ist die überragende Thematik, die den Euro gerade leitet: der Euro selbst ist nicht Antrieb seiner eigenen Performance! Abgesehen vom Brexit konzentrieren sich die Trader auf: wie die kommenden US-Wirtschaftsdaten Spekulationen auf eine Zinsanhebung durch die Fed im Dezember (US Dollar) verändern, und ob die Bank of Japan in der Lage sein wird, den Markt davon zu überzeugen, dass sie nicht die Kontrolle über ihre weitläufige Geldpolitik (Japanischer Yen) verliert, oder eben nicht.

In jedem Fall nimmt der Euro einen der hinteren Plätze gegenüber den anderen Majors ein, teilweise aufgrund eines Mangels an schlechten Nachrichten und teilweise aufgrund eines Mangels an guten Nachrichten. Politisch betrachtet stagniert die Eurozone zurzeit, wobei in Italien im Dezember ein konstitutionelles Referendum abgehalten wird und in fünf weiteren Ländern im nächsten Jahr Wahlen anstehen; es besteht einfach kein politischer Wille zu Erledigung größerer Aufgaben. Wirtschaftlich gesehen haben sich die Daten aus der Eurozone in den letzten Wochen weder bedeutend verbessert noch verschlechtert (wie vom Citi Economic Surprise Index angedeutet), und der Kalender hält keine wichtigen Ereignisse bereit, was darauf hinweisen könnte, dass die Märkte den Euro-Wechselkurs derzeit falsch kalkulieren.

Keiner dieser Faktoren sollte sich in der kommenden Woche verändern. Das Britische Pfund wird weiterhin mit weiterer doppelseitiger Volatilität geplagt werden, da die Märkte einen "Harten Brexit" als Ergebnis der kommenden Verhandlungen, die im März lt. der UK-Premierministerin Theresa May 2017 beginnen sollen, einkalkulieren. Ein schwaches US-Stellenwachstum bei einem sonst positiven Arbeitsmarktbericht für September sollte bei den Investoren zu Bedenken hinsichtlich der kommenden US-Präsidentschaftswahlen sowie der Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Zinsen im Dezember um 25 Basispunkte anheben wird, führen. Dazu kommt, dass bei dem anscheinenden Kontrollverlust der Bank of Japan jegliche Gerüchte und Zitate ohne Hintergrundinformationen einen außerordentlichen Einfluss auf den Japanischen Yen haben werden.

Jetzt, da die EZB-Politiker ihre Aufmerksamkeit drauf gerichtet haben, ob die Lockerungsprogramme wie vorgesehen funktionieren oder nicht, wobei EZB-Präsident Draghi das Engagement des Ausschusses für die Lockerungsmaßnahmen unterstreicht, sollte jegliches negative Gewicht vom Euro entfernt sein. Selbst, wenn die EZB Veränderungen ihres QE-Programms vornehmen sollte (wie in unserer vierteljährlichen Prognose Q4’16 EUR/USD erörtert), wird das möglicherweise keinen bedeutenden Einfluss auf den Euro selbst haben, es sein denn es solle zu einer weiteren Zinskürzung kommen. Im letzten Monat bestand eine Chance von weniger als 1:4 für eine Zinssenkung in Höhe von 10 Basispunkten.

Wie auch in der letzten Woche gibt es auch in den kommenden Tagen nicht viele bedeutende Daten aus der Eurozone, daher sollte die Aufmerksamkeit der Trader insgesamt nicht auf den Wirtschaftskalender ausgerichtet sein. Stattdessen, da die Zentralbanken und Politiker in der gesamten entwickelten Wirtschaftswelt anscheinend Kontrolle verlieren, wird der Euro von der Spekulation um das Britische Pfund, den Japanischen Yen und den US Dollar, deren thematischen Einflüsse kurzfristig wesentlich ausschlaggebender sind, angetrieben werden.

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