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BoJ setzt Bazooka nicht ein, bietet minimale Lockerungsmaßnahmen an

BoJ setzt Bazooka nicht ein, bietet minimale Lockerungsmaßnahmen an

Teile:

Anknüpfungspunkte

  • Die Bank of Japan beließ ihr Geldbasis-Jahresziel bei ¥80 Bil. und den Zins bei -0,10 %
  • Kündigt Zunahme der ETF-Käufe auf ¥6 Bil. und die Verdoppelung des USD-Kreditvergabeprogramms auf $24 Mrd. an
  • USD/JPY bewegte sich in einer Range von 2,7 % in den Minuten nach der Veröffentlichung, der Nikkei 225 schwankte um 3,5 %

Mit gespannter Aufmerksamkeit der Weltmärkte, kündigte die Bank of Japan (BoJ) neue Zusätze in ihrem expansiven Stimulusprogramm an. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird jedoch von einer hohen Dosis Skepsis begleitet. Die Markterwartungen vor der Sitzung waren extrem hoch, denn die fundamentale Spekulation schien gegenüber den nächsten möglichen Schritten in eine Besessenheit auszuarten, nachdem die globale Geldpolitik Maßnahmen ergriffen hat, die die Märkte nicht besonders inspirieren können (wobei die anvisierten Währungen sinken und die Aktien steigen) und die viel weniger Wachstum generieren, als das Ausmaß der Programme vermuten ließe.

Nachdem die BoJ bereits ein unbegrenztes QQE-Programm (Quantitative and Qualitative Easing) und in diesem Jahr Negativzinsen (-0,10 Prozent) eingeführt hat, griffen die außerordentlichen und unorthodoxen Anstrengungen ein. Dies veranlasste den Markt, etwas ähnlich Dramatisches zu erwarten, von einer sprunghaften Veränderung hin zum Standard im Benchmark-Zins bis zum Stimulus. Die Bank erfüllte die Erwartungen jedoch nicht.

Das kollektive Programm

Das jährliche Ziel der Geldbasis wurde bei ¥80 Billionen beibehalten. Der Negativzinssatz wurde ebenfalls bei dem aktuellen Wert von 0,10 Prozent belassen. Die Veränderung begann damit, dass die Zentralbank ihre ETF-Käufe auf ¥6 Billionen fast verdoppelte. Außerdem verdoppelte sie ihr USD-Kreditprogramm auf $24 Milliarden mit dem Ziel, den japanischen Unternehmen bei ihren Operationen im Ausland zu helfen. Es wurde auch eine neue Kreditfazilität von japanischen Staatsanleihen ohne besondere Einschränkungen eingeführt.

Diese Maßnahmen werden der ökonomischen und finanziellen Front nicht gerecht. Aus ökonomischer Perspektive zeigten die VPI-Zahlen, die früher am Tag veröffentlicht wurden, dass der Preisdruck trotz den Anstrengungen bis hin zum Juni immer noch negativ ist. Die Kernprognosen der BoJ für das Fiskaljahr 2016 wurden auf ein todlangweiliges 0,1 Prozent gesetzt, für 2018 war es aber ein optimistisches 1,9 Prozent – nahe des Zielsatzes von 2,0 Prozent. Die Zentralbank warnte des Weiteren, das Risiko sei hoch, dass das angekündigte Ziel erreicht würde. Dies war das primäre ökonomische Ziel für die Zentralbank. Die BIP-Prognosen für die gleiche Periode wurden bei 1,0 Prozent für 2016 und 0,9 Prozent für 2018 angesetzt.

Von einer finanziellen Perspektive aus sind diese Anstrengungen ungenügend, da sie gegenüber unrealistischen Erwartungen festgesetzt wurden. Eine außerordentlich starke Währungsabwertung und der Anstieg in den Aktien bei den früheren geldpolitischen Maßnahmen brachten die Interpretation eines "Erfolgs". Obwohl die Zentralbanken keinen Einfluss auf das Finanzsystem ausüben sollten, machte die BoJ ihr Interesse in dieser Hinsicht ziemlich deutlich. Außerdem hängen die Stabilität und die wirtschaftlichen Konsequenzen solcher globaler Maßnahmen stark von der Beurteilung des Einflusses von Seiten der Märkte ab. In den heutigen Märkten hat sich die Ansicht, was eine produktive Lockerung ausmacht, stark verschoben. Zinssenkungen werden ignoriert (die RBA ist ein gutes Beispiel dafür), "Standard-QE" für Staatsanleihen ist enttäuschend und sogar eine neutrale Haltung wird als restriktiv angesehen.

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Chart erstellt von John Kicklighter

Extreme Marktvolatilität

Aufgrund der Aufmerksamkeit, die diesem Ereignis in den Stunden vor der Ankündigung geschenkt wurde, erlebten wir extreme Intraday-Bewegungen, auch wenn noch keine handelbare Neuigkeiten vorhanden waren. Nachstehend ist ein Minuten-Chart des USD/JPY. Inmitten einer Reihe außerordentlicher Swings, die in weniger als einer Minute stattfanden, gab eine Stunde vor der Bekanntmachung eine starke Rallye von 0,8 Prozent (88 Pips), sowie einen erstaunlichen Rückgang von 1,6 Prozent (132 Pips) innerhalb nur einer Minute eineinhalb Stunden zuvor. Die eigentliche Ankündigung führte dann zu einem Swing von 2,7 Prozent vom anfänglichen Anstieg bis zum schlussendlichen Absturz – alles innerhalb einer Minute.

BoJ setzt Bazooka nicht ein, bietet minimale Lockerungsmaßnahmen an

Chart erstellt von John Kicklighter mit TradingView von DailyFX.com

Wenn wir uns das Volumen hinter dem USD/JPY anschauen, sehen wir, dass die Bewegungen tatsächlich einen Umsatz generierten. Dies würde kaum ein produktives Trading bringen, da die Abruptheit dieser Bewegung nur wenige Gelegenheiten bot, um ein- und auszusteigen. Solch außerordentliche Bedingungen sind das Resultat der dünnen Liquidität zwischen den Handelszeiten und in Erwartung eines so stark kommentierten Ereignisses.

BoJ setzt Bazooka nicht ein, bietet minimale Lockerungsmaßnahmen an

Die Börse war nicht das einzige Opfer dieser intensiven Marktbedingungen. Der nächste Ein-Minuten-Chart mit dem Nikkei 225 zeigt die starken Bewegungen, die dem Zeitpunkt der Sprünge im USD/JPY entsprechen. Das Ausmaß war jedoch deutlich stärker.

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Chart erstellt von John Kicklighter mit TradingView von DailyFX.com

Ein neues Regime oder zu wenig vom selben?

Vorausschauend stellt sich die Frage, wie lange diese neuen Maßnahmen das Sentiment im Markt beeinflussen werden. Wenn wir uns an die Einführung der Negativzinsen zurückerinnern, die bei der Sitzung vom 29. angekündigt wurde, führte die erste Reaktion zu einer kurzen Rallye im USD/JPY und den Aktien, nur um dann in einen tiefen Bärentrend zu fallen. Diesmal haben wir keinen anfänglichen Sprung höher – obwohl dies nicht darauf hindeutet, dass wir einen noch dramatischeren Rückgang sehen werden.

Dieses Programm ist sicherlich zu geringfügig, und der Markt wird abwägen, wie viel des aktuellen Marktlevels einen angemessenen Abschlag der Wirksamkeit der BoJ einkalkuliert hat. In Bezug auf die Juni-Tiefs ist der USD/JPY wieder unter die "Parität" gesunken (unter 100), die der Mittelpunkt der QQE-Ära gewesen war. Auf dieser Front kann sicherlich die Glaubwürdigkeit abnehmen, aber es handelt sich hier nicht wieder um eine tief hängende Frucht wie zu Beginn des Jahres. Der BoJ-Vorsitzende Kuroda gab eine Analyse der Wirksamkeit der Politik für die nächste Sitzung in Auftrag, was vermuten lässt, dass diese zusätzlichen Eskalationen rascher erfolgen könnten.

BoJ setzt Bazooka nicht ein, bietet minimale Lockerungsmaßnahmen an

Chart erstellt von John Kicklighter mit TradingView von DailyFX.com

Es ist auch wichtig zu erkennen, dass der Einfluss der BoJ auf die globale Abhängigkeit gegenüber der Geldpolitik eine Stütze für die Finanzstabilität ist. Die Zentralbanken Japans und der Eurozone haben die Extreme der "normalen" akkommodativen Maßnahmen erreicht, und die Resultate haben sich zunehmend als enttäuschend erwiesen. Dies ist nicht nur ein Problem für diese Zentralbanken, die versuchen, das Wachstum und die Inflation zu fördern – oder sogar subtil versuchen, ihre eigene Währung abzuwerten – es bedroht die ganze Weltordnung. Die rekordhohen Levels der Benchmarks wie der S&P 500 vor dem Hintergrund der rekordtiefen Basis-Renditen ist eine direkte Konsequenz dieser Programme. Falls das Vertrauen in ihre Fähigkeit, die Lücke zu füllen und die Volatilität zu senken, zusammenbricht, wird es einen starken Schuldenabbau geben, der sich auf die gesamte Welt auswirken wird.

BoJ setzt Bazooka nicht ein, bietet minimale Lockerungsmaßnahmen an

Grafik erstellt von John Kicklighter

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