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Australischer Dollar wegen Post-Brexit und geopolitischer Nervosität im Risiko

Australischer Dollar wegen Post-Brexit und geopolitischer Nervosität im Risiko

2016-07-16 03:01:00
Ilya Spivak, Senior Währungsstratege
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Australischer Dollar wegen Post-Brexit und geopolitischer Nervosität im Risiko

Fundamentale Prognose für den Australischen Dollar: Neutral

  • Australischer Dollar fällt voraussichtlich wieder zusammen mit den Trends der Risikoneigung
  • Daten der Eurozone und EZB-Zinsentscheid werden erste Brexit-Nebenwirkungen zeigen
  • Geopolitik aufgrund von Putschversuch in der Türkei komplizierter

Eine Pause bei den wichtigen Eventrisiken überlässt den Australischen Dollar wieder der Gnade der Risikoneigung. Die Währung reagiert sehr sensibel auf Veränderungen in der Marktstimmung und zwar auch bei der Korrelation zwischen AUD/USD und dem S&P 500 Aktien Index, der auf einem dreimonatige Hoch von 0,9 (bei rollierenden 20-Tages Studien) steht.

Die Nachwirkungen des UK Brexit-Referendums bleiben ein wichtiges Makro-Thema. Da die Drohung einer Finanzkrise unmittelbar nach der Abstimmung nicht mehr besteht, haben die Investoren ihre Aufmerksamkeit darauf gelenkt, wie sehr sich ein Dominoeffekt auf das globale Wirtschaftswachstum und die finanzielle Stabilität auswirken könnte.

Man braucht kaum zu erwähnen, dass die Eurozone der "Nullpunkt" für die Nebenwirkungen ist. Die deutsche ZEW-Umfrage zum Vertrauen der Investoren, der Blitz-PMI von Markit Economics und die Veröffentlichung der EZB zur Geldpolitik werden die ersten Anzeichen darüber geben, welche Auswirkungen in den offiziellen und den Privatsektor-Kreisen erwartet werden.

Unsicherheiten über die Grundregeln zu den zukünftigen wirtschaftlichen Beziehungen mit dem UK - bisher das zweitgrößte Mitglied der EU - werden die Aktivitäten auf dem Kontinent sicherlich dämpfen. PMI- und ZEW-Daten werden andeuten, wie ernst die Abkühlungswirkung ist, und die EZB wird vorschlagen, was man jetzt tun soll.

Der Fluss der Wirtschaftsdaten aus der Eurozone hat sich kürzlich im Vergleich zu den Konsensprognosen etwas verlangsamt, eine Warnung, dass die ersten Anzeichen von Schwäche bereits auftauchen (obgleich es noch sehr früh ist, so etwas mit Zuversicht zu behaupten). Sollte dies den Weg für negative Überraschungen ebnen, könnte es die Risikoneigung untergraben.

Die EZB wird voraussichtlich keine direkten Ausweitungen ihrer Stimulus-Maßnahmen vornehmen, doch werden die Kommentare vom Zentralbank-Präsident Mario Draghi wichtig sein, um die möglicherweise notwendige Handlungsbereitschaft der Entscheidungsträger einschätzen zu können. Eine abwartende Haltung könnte eine Enttäuschung sein und die Gefahr der Risikoaversion vergrößern.

Auf der geopolitischen Seite hat der versuchte Militär-Putsch in der Türkei am späten Freitag die Bedingungen zusätzlich kompliziert. Die Nähe des Landes zu Westeuropa und die wichtigen wirtschaftlichen Verbindungen könnten zu Befürchtungen führen, dass die dortigen Tumulte die bereits bestehende Verwundbarkeit nach dem Brexit nur noch erhöhen und zu einer allgemeineren Abwicklung im Devisienhandel führen könnte.

Insgesamt ergibt dies ein unsicheres Umfeld für den Aussie. Ein großer Teil der Bedingungen bleibt undurchsichtig, vieles kann sich sehr schnell ändern und eine schwankende Volatilität auslösen. In diesem Sinne sollte man die Möglichkeit einer Fortsetzung des Kursverhaltens bei anscheinend wichtigen Bewegungen nicht als selbstverständlich ansehen.

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