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Britisches Pfund bereitet sich auf massive Volatilität in den kommenden zwei Wochen vor

Britisches Pfund bereitet sich auf massive Volatilität in den kommenden zwei Wochen vor

2016-06-17 22:24:00
James Stanley, Währungsstratege
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Britisches Pfund bereitet sich auf massive Volatilität in den kommenden zwei Wochen vor

Fundamentale Prognose für GBP: neutral

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Nächste Woche um diese Zeit werden wir endlich die Ergebnisse des allgemein erwarteten Brexit-Referendums haben, falls nicht noch etwas Unerwartetes passiert. Diese Resultate werden im UK am Freitagmorgen zwischen 7:00 und 9:00 Uhr (14:00-16:00 EST) bekanntgegeben, und ehrlich gesagt, weiß niemand genau, was hier zu erwarten ist. Während der Verbleib in der EU vor zwei Monaten als fast sicher gegolten hat, zeigen kürzliche Umfragen, dass eine Wählermehrheit zum Verlassen neigt. Dies hat eine ziemliche Verwirrung bei den Erwartungen für das Referendum ausgelöst.

Aber das ungewisse Ergebnis ist nicht das einzige Problem beim traden solcher Ereignisse, es ist eher ein daraus abgeleitetes Problem, das ein größeres Problem für Trader darstellt. Wir sind nicht die einzigen, die extreme Unsicherheit rund um das Referendum in der nächsten Woche erwarten. Viele Banken, Institutionen, Market Maker, Hedge Funds usw. sehen alle die gleichen Aussichten für extreme Volatilität aufgrund der Abstimmungsresultate, welche veröffentlicht werden, während die meisten Amerikaner noch vier Stunden entfernt davon sind, am Freitagmorgen auf ihrem Wecker die Schlummertaste zu drücken. Angesichts dessen werden die meisten institutionellen Akteure Professionelle sein, die Szenarien vermeiden wollen, welche möglicherweise zu totalem Chaos führen könnten. Daher wird die Liquidität weit unter den normalen Niveaus liegen und somit das Risiko für extreme und erhöhte Volatilität anheben.

Aus der Perspektive der Bank of England würde ein Wahlausgang, der zum Verlassen der Europäischen Union führt, eine Serie verhängnisvoller Ereignisse auslösen, welche die Bank auf einen beängstigenden Weg leiten würde. Mark Carney hatte so etwas bei dem Zinsentscheid der Bank of England im Mai bereits mitgeteilt: Der Gouverneur der Bank ging so weit zu sagen, dass ein Wahlausgang zu Gunsten eines Verlassens niedrigeres Wachstum, höhere Inflation, höhere Arbeitslosigkeit und eine besonders "scharfe" Neubewertung des Britischen Pfunds mit sich bringen würde. Das würde die Bank in die unangenehme Position zwingen, die Zinspolitik entweder a) zur Wachstumsunterstützung auf Grund eines kontinuierlichen Inflationsdrucks anzupassen oder b) die Zinsen trotz der damit verbundenen größeren Arbeitslosigkeit und einem geringerem Wachstum anzuheben. Für die Zentralbanker ist das eine Abwärtsspirale, weil die Behandlung des einen Risikos nur das andere verstärken könnte.

Das schürt beträchtliche Angst auf der Seite des "Verbleibs" des Referendums, und da die Umfragen eine Mehrheit zeigen, die zum Verlassen neigt, haben wir als Reaktion darauf eine Abschwächung im Britischen Pfund gesehen. Das hat viele dazu veranlasst, eine Top-Side-GBP-Position für den wahrscheinlicheren Fall des Verbleibs einzunehmen. Obwohl das Sinn machen kann, berücksichtigt dies nicht, dass wahrscheinlich gar keine so attraktive Belohnung dabei herausspringt. Auch wenn das Abstimmungsresultat der Verbleib sein würde, ist das UK wahrscheinlich noch sehr weit von einer Zinssatzerhöhung entfernt.

In den letzten Monaten haben sich die UK-Zahlen verschlechtert, während die Debatte um den Brexit weiter gewütet hat. Zuerst wurde das dem zugeschrieben, dass Unternehmen ihre Risikoausgaben im Vorfeld des Referendums eingeschränkt haben; erst letzten Monat hat aber Kristin Forbes von der BoE die Idee verbreitet, die neuste Abschwächung bei den Zahlen sei vielleicht nicht ganz auf den Brexit zurückzuführen. Und BoE-Kollege Gertjan Vlieghe tutete ins gleiche Horn, als er sagte, jegliche Erholung nach einer Brexit-Abstimmung mit Verbleib würde wahrscheinlich nicht lange anhalten. Herr Vlieghe sagte sogar, tiefe Zinsen könnten für die BoE möglicherweise noch Jahre lang nötig sein, um die Ausgaben zu stimulieren, sollte die kurzlebige Erholung das Ergebnis einer Abstimmung mit Verbleib sein.

Wenn also die UK-Wähler entscheiden sollten zu bleiben, sehen wir trotzdem langfristig für die UK kein bullisches Szenario. Die Wirtschaft wird weiterhin mit den gleichen Krankheiten zu kämpfen haben, die die gesamte Welt auf Grund einer älter werdenden Bevölkerung und sehr hohen Konsumschulden plagen. Sollten die Wähler entscheiden zu bleiben, dann haben wir lediglich den jüngsten Risikofaktor überwunden und die Bank of England muss dann versuchen, die nächsten Risiken in Angriff zu nehmen.

Selbst wenn man wüsste, wie das Referendum ausfallen wird, gäbe es vor einem solchen drohenden und unsicheren Hintergrund keine Möglichkeit festzustellen, wie die Kursbewegungen nach einer solchen Entscheidung ausfallen werden. Mit den Erwartungen auf eine außerordentlich niedrige Liquidität lautet unsere Prognose für das Britische Pfund für die kommende Woche deshalb neutral.

Retail-Trader sind wahrscheinlich am besten bedient, wenn sie das machen, was viele institutionelle Trader für dieses Ereignis tun, und zwar das Risiko einzuschränken und das Referendum von der Seitenlinie aus zu verfolgen oder diese Themen zumindest in Märkten zu traden, die nicht direkt mit der Performance des Britischen Pfund zusammenhängen.

http://forms.aweber.com/form/74/369325174.htm

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