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Yuan im Risiko wegen Kapitalabwanderung, FOMC

Yuan im Risiko wegen Kapitalabwanderung, FOMC

2016-06-10 22:06:00
Renee Mu, Währungsanalyst
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Der Offshore-Yuan-Kurs (USD/CNH) und der Onshore-Yuan-Kurs (USD/CNY) bewegten sich diese Woche in entgegengesetzte Richtungen. Der Offshore-Kurs fiel am Montag, nachdem die tägliche Festlegung der PBOC schwächer als erwartet ausfiel, während der Online-Yuan-Kurs stieg. Am Donnerstag und Freitag erweiterte der Offshore-Yuan seine Verluste gegenüber dem Dollar, da der Markt für den Onshore-Yuan für einen dreitägigen nationalen Feiertag geschlossen war, und deshalb kein Fixing veröffentlicht wurde. Bei der Öffnung der Märkte in der nächsten Woche wird sich das Risiko des Kapitalabflusses aus den chinesischen Aktienmärkten und dem Land insgesamt deutlich vergrößert haben. Darüber hinaus werden wichtige Themen einschließlich der Juni-Sitzuung der Federal Reserve und die MSCI-Entscheidung über eine Aufnahme der chinesischen A-Aktien der chinesischen Währung erhöhte Volatilität verleihen.

Die in der letzten Woche veröffentlichten Handelszahlen enthüllten nicht nur enttäuschende Exporte, sondern verursachten auch Sorgen über zunehmende Kapitalabflüsse durch überhöhte Rechnungen. Chinas Importe aus Hong Kong erzielten $2,48 Milliarden im Mai, ein Wachstum von +242,6% im Vergleich zum Vorjahr. Tatsächlich wurden bei den Mainland Importen aus Hong Kong in den letzten sechs Monaten bereits bedeutende Zunahmen festgestellt. Das Wachstum der Importe sprang im Jahresvergleich von +64,5% im Dezember 2015 auf +203,5% im April 2016. Gemäß offizieller Daten aus Hong Kong fielen die Exporte der Region in das Mainland im gleichen Zeitraum um durchschnittliche -5,8%. Diese Differenz deutet an, dass die chinesischen Importeure höhere Preise bezahlt haben könnten, als der aktuelle Wert der Einkäufe, was als eine überhöhte Rechnungsstellung bezeichnet wird. Chinas Währungsreserven fielen um $27,93 Milliarden auf $3,19174 Billionen im Mai, dem niedrigsten Stand seit Dezember 2011. Der kontinuierliche Kapitalabfluss könnte den Yuan abwärts ziehen.

Die Risiken auf den chinesischen Aktienmärkten haben sich ebenfalls erhöht: "Große" chinesische Aktionäre haben ihre Beteiligungen im Laufe der vergangen 6 Handelstage erheblich reduziert, was zu einem größeren Ausverkauf führen könnte, wenn die Märkte am 13. Juni wieder öffnen. Dieses Markt-Sentiment könnte die Kapitalabflüsse aus dem Land wieder antreiben, wie wir das im Januar gesehen haben, und das könnte dem Yuan-Kursen weh tun. Zu beachten ist ferner, ob die MSCI sich entscheiden wird, die chinesischen A-Aktien am 14. Juni in den Emerging-Market-Index aufzunehmen, was sehr wahrscheinlich erhöhte Volatilität auf den chinesischen Aktienmärkten verursachen könnte. In der vergangenen Woche gab es gemischte Nachrichten, die die Chancen für eine Aufnahme beeinflussen könnten: Auf der einen Seite hat China 250 Milliarden Yuan an RQFII Quota an institutionelle US-Investoren ausgegeben. Das liefert ausländischen Investoren Kanäle für den Kauf von chinesischen Aktien und ist deshalb eine positive Bewegung. Auf der anderen Seite dämpfte der "beruhigende Kommentar", der von der PBOC-kontrollierten Zeitung veröffentlicht wurde, und die Annullierung der MSCI-Pressekonferenz am Entscheidungstag den Ausblick für eine Aufnahme

Sollte die MSCI-Antwort positiv ausfallen, so wird dies die chinesischen Aktienkurse kurzfristig nicht unbedingt in die Höhe treiben. Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass die Aktien von Taiwan und Korea, nachdem sie in den MSCI aufgenommen wurden, nur geringes Wachstum zeigten; stattdessen wurden die Wechselbeziehungen zwischen diesen beiden Märkten und den globalen Tendenzen stark verbessert. Das könnte sich ebenfalls für China so auswirken. Sollte der MSCI jedoch Chinas Antrag ablehnen, könnten die Auswirkungen sehr negativ sein. Den chinesischen Aktien fehlt das Momentum bei dem L-förmigen Wirtschaftswachstum und den landesweiten Produktionsdrosselungen. Seit Mai wurde die MSCI-Aufnahme zu einem wesentlichen Faktor für die Unterstützung der chinesischen Aktien, obgleich der Shanghai Composite Index den Schlüsselwiderstand bei 2,940 noch nicht durchbrochen hat. Ohne die Aussichten auf eine MSCI-Aufnahme wird der Shanghai Composite voraussichtlich unter 2,800 fallen, dem wichtigsten Unterstützungslevel seit Mai. Dementsprechend könnten die Yuan-Kurse, insbesondere der weniger kontrollierte Offshore-Kurs, abstürzen.

Zu guter Letzt wird das nächste Policy Meeting der Federal Reserve in der nächsten Woche abgehalten. Da die chinesische Währung mehr von den Märkten beeinflusst wird, hat Chinas wichtigstes Gegenüber, die USA, zu einigen der größten Bewegungen der Yuan-Paare beigetragen, wie z. B. der kürzliche Schwächeanfall des Dollars auf Grund der enttäuschenden Arbeitsmarktdaten. Obgleich eine Juni-Zinsanhebung weniger wahrscheinlich ist, könnte jegliche Anspielung darauf die Dollar-Paare stark beeinflussen, einschließlich Dollar-Yuan. Andere US-Schlüsseldaten, wie die Industrieproduktion im Mai und die Arbeitslosenanträge, könnten sich ebenfalls auf die Dollar-Yuan-Paare auswirken. Die Daten über Chinas-Inlandproduktion und Einzelhandelsumsätze haben wenig Auswirkung auf die Yuan-Paare, es sei denn wir sehen außergewöhnliche Abweichungen, denn es ist bereits gut bekannt, dass die chinesischen Hersteller für ihre Erholung eine ziemlich lange Zeit (mindestens zwei Jahre) benötigen werden.

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