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EUR/USD vor Q2'16 im Niemandsland gefangen; vernachlässigen Sie nicht den "Brexit"

EUR/USD vor Q2'16 im Niemandsland gefangen; vernachlässigen Sie nicht den "Brexit"

Christopher Vecchio, CFA, Kristian Kerr,

Beobachten Sie, wie Retail-Trader sich unter Benutzung der FFXCM SSI-Daten auf der DailyFx Sentiment Seite

bei den Hauptwährungen positionieren.

Zu Beginn des Q1’16 war dies unser Hauptthema, denn die Marktteilnehmer waren komplett darauf fixiert, was die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve bei ihren März-Sitzungen beschließen würden, und die Neutralität dominierte. Tatsächlich tradete der Kurs im erste Quartal in einer Range zwischen $1,0710 und $1,1376, und wir denken, dass dieses von uns prognostizierte Seitwärts-Trading tatsächlich stattfand. Somit wiederholen wir unsere Vermutung, dass aus Mangel einer stark abweichenden Geldpolitik und dem vagen technischen Hintergrund der EUR/USD weiter seitwärts handeln wird.

Obwohl passive Erwartungen für mehr Stimulus seitens der EZB und der Fed für das erste Quartal 2016 existiert haben könnten, waren die Maßnahmen beider Zentralbanken doch eine Überraschung für die Märkte. Bedenken Sie, dass die Stimulierungsmaßnahmen der EZB im März nicht auf die Forex Wechselkurse abzielten und dass die unveränderte Haltung der Fed zwei Zinssatzerhöhungen von ihrem 2016 Punktchart eliminiert hat. Obwohl die EZB Maßnahmen zur Stimulierung der Kreditkanäle angekündigt und die Geldpolitik somit etwas expansiver gemacht hat, ist der explizite Zinsdifferenztrade ohne eine Fed-Zinserhöhung seit Anfang 2016 soweit scheinbar in den Hintergrund gerückt.

Zugegeben, im Q2'16 scheint es unwahrscheinlich, dass sich beide Zentralbanken bewegen. Und wenn sich eine überhaupt bewegt, wird es die Fed sein. In dieser Hinsicht scheint es, dass die Fed versucht, Erwartungen zu formen für eine Zinserhöhung im April oder Juni. Obwohl die Fed wie die EZB und so viele andere Zentralbanken in das vorhersagbare Muster gefallen ist, nur dann wichtige Entscheidungen zu treffen, wenn sie mit Änderungen der Prognosen ihrer Personalpolitik in der Hand bewaffnet ist. Wir vermuten, dass die Fed die Zinsen nicht erhöhen will, ohne dass die Vorsitzende Janet Yellen die Entscheidung auf einer Pressekonferenz verteidigen kann. Also scheint Juni die wahrscheinlichste Zeit zu sein.

Für die EZB sind einige Faktoren im Spiel. Für den Anfang können wir nicht abtun, dass EZB-Präsident Mario Draghi verdeutlicht hat, dass er zusammen mit anderen Mitgliedern des EZB-Rates der Auffassung ist, dass der FX-Kanal weniger empfänglich für Lockerungsmaßnahmen der EZB geworden ist. Während der EUR/USD auf dem von der EZB 2016 technisch vorgegebenen Level von $1,0900 schwebt, scheint es, dass die EZB bereit sein wird, einen stärkeren Wechselkurs zu tolerieren, solange dieser den Inflationsdruck nicht stört, der sich erholt.

Man muss auch etwas zur Zusammensetzung der Wahl bei der EZB-Sitzung im März sagen, und warum das bedeutet, dass die EZB in diesem Quartal nicht mehr nachgibt. Jens Weidmann, der berüchtigte deutsche Politik-Habicht, der die Bundesbank leitet, hat bei der Sitzung der EZB im März aufgrund der vor kurzem eingesetzten Regel eines Rotationsverfahrens für wählende Mitglieder nicht gewählt. Nennen Sie uns Verschwörungstheoretiker, aber angesichts Weidmanns öffentlicher Mahnungen zu den März-Aktivitäten der EZB, sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass seine Anwesenheit bei kommenden Wahlen bedeutet, dass die Schwelle für weitere Erleichterungen höher liegt.

Was könnte das größte Risiko für den Euro im zweiten Quartal 2016 darstellen? Das EU-UK Referendum am 23. Juni (und die extremistischen Sticheleien, die überhaupt erst zum Referendum geführt haben). Die Reaktion der Medien lässt darauf schließen, dass die speziellen Mechanismen des Abstimmungsprozesses und der darauf folgenden Ereignisse nicht genau bekannt sind, was zu erhöhter Volatilität in den Märkten geführt hat. Seien wir doch mal ehrlich – die zu erwartenden wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen für die UK verlocken nicht unbedingt zur Diskussion, da sie nicht an die Unsicherheiten und Ängste der Menschen appellieren.

Wenn die Märkte in Bezug auf das Britische Pfund überreagieren, haben sie dieses Ereignis hinsichtlich der existenziellen Auswirkungen, die es durch einen sehr weiten Spielraum auf den Euro hat, unterschätzt. Die ganze Prämisse des EU-Projektes, die zurückgeht auf die bescheidenen Anfänge, als es als "Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl" aus der Asche des Zweiten Weltkrieg stieg, war es, eine wirtschaftliche Vision eines vereinten Europa zu fördern, in dem - unabhängig von der Sprache, die man sprach, dem Land, in dem man lebte, oder der Kultur, an der man teilhatte - man ein vereinigtes Europa war. Wenn wir bis in die Gegenwart vorspulen, erfahren wir nun die Auswirkungen eines Brexit zu einem Zeitpunkt, zu dem (1) eine lähmende Schuldenkrise die Souveränität von Ländern der europäischen Peripherie aufgezehrt hat, (2) der syrische Bürgerkrieg eine unkontrollierbare Flüchtlingswelle erzeugt und die Infrastrukturprobleme offen gelegt hat, und (3) erhebliche Sicherheitsbedenken bis zu dem Punkt, dass die Länder gedroht haben, ihren Schengen-Raum-Verpflichtungen nicht nachzukommen und ihre Grenzen zu schließen.

Der Euro durchlebt gerade einen “politischen Moment”. Das Herz und die Seele Europas stehen auf dem Spiel, und zwar aus vielen unterschiedlichen Perspektiven. Diese Aussage ist vielleicht etwas unangenehm, also greifen wir auf den deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer zurück: “Jede Wahrheit durchgeht drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht. In der zweiten wird sie stark angefochten. Und in der dritten wir sie als selbstverständlich akzeptiert.” Wenn die Welt am 24. Juni aufwacht und die UK dafür gestimmt hat, aus der EU auszutreten, wird sich der Euro tatsächlich mit einigen schwierigen Wahrheiten auseinandersetzen müssen.

Technische Analyse: Weiterhin wenig Klarheit bezüglich technischer Faktoren spricht für Seitwärtstrading

EUR/USD vor Q2'16 im Niemandsland gefangen; vernachlässigen Sie nicht den "Brexit"

Der Euro wurde in den vergangenen zwei Quartalen von einigen langfristigen Levels gehemmt. Zuerst im August nach oben von der internen Parallelen einer Andrews’ Pitchfork, die vom (synthetischen) Hoch von 1995 im EUR/USD bis zum Rekordtief von 2000 und dem Rekordhoch von 2008 eingezeichnet wurde.

Nach diesem Misserfolg schwächte sich der EUR/USD im Dezember auf eine externe Parallele der von Andrew gezeichneten Gabel ab, die vom (synthetischen) 1885 Plaza Accord Tief hin zum Hoch von 1995 und dem Tief von 2000 reicht. Es ist außerdem erwähnenswert, dass die Medianlinie der gleichen Struktur fast perfekt mit dem Allzeithoch des EUR/USD von 2008 übereinstimmt.

Seit dieser externen Parallelen hat sich der Wechselkurs stark erholt, und nun müssen wir tatsächlich sehen, dass dieses Level (zurzeit knapp unter $1,0700) überzeugend durchbrochen wird, um uns über die Aussicht einer weiteren Etappe tiefer freuen zu können. Dasselbe gilt für die Oberseite und der internen Parallelen um $1,1600. Darunter bleibt der Euro im "Niemandsland", und darüber können wir damit beginnen, über eine viel bedeutendere Gegentrendbewegung zu sprechen. Die erste Junihälfte scheint in Bezug auf das Timing für den Euro wichtig zu werden - wir dürfen den Zufall nicht ignorieren, dass das EU-UK Referendum dann vor der Tür steht.

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