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Eine Woche voller Wunder und Erstaunen für den Yen

Eine Woche voller Wunder und Erstaunen für den Yen

2016-02-06 02:23:00
James Stanley, Währungsstratege
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Eine Woche voller Wunder und Erstaunen für den Yen

Eine Woche voller Wunder und Erstaunen für den Yen

Fundamentale Prognose für den Yen: Neutral

  • Ausblick für den USD/JPY mit bärischem Muster vor Stellungnahme der Fed umwölkt.
  • Die Maßnahme der Bank of Japan, Negativzinsen einzuführen, brachte die Währungsthemem zurück in den Mittelpunkt, und eins der primären Probleme, mit denen die großen Volkswirtschaften fertig werden müssen, sind die Handelsströme.
  • Die Positionierung bleibt im USD/JPY immer noch deutlich nach oben gerichtet, und da diese Beobachtung als Kontraindikator verwendet wird, könnte dies im Wechselkurs des USD/JPY zu weiteren Rückgängen führen.

Letzte Woche erlebten wir eine erstaunliche, überraschende Entscheidung von Seiten der Bank of Japan, die Negativzinsen einführte. Das war so überraschend, weil unter allen Volkswirtschaften der Welt, die zurzeit unter Druck stehen, Japan fast zuunterst auf der Liste stehen würde. In China und Europa sind die Probleme viel dringlicher, denn dort sind schwächere Währungen nicht nur eine Vorliebe sondern fast eine Voraussetzung dafür, dass sich diese Volkswirtschaften erholen können. Und falls diese Volkswirtschaften weiter schrumpfen, werden wir alle auf eine holprige Straße gelangen; egal in welcher Volkswirtschaft Sie leben. Dies machte den Yen zu einem sehr brauchbaren Kandidaten für die Finanzströme in sichere Häfen, denn das Kapital hat nur beschränkt viele Orte, zu denen es fließen kann, und Japan schien angesichts einfacher Schlussfolgerungen als ziemlich günstiger Landeplatz.

Dies birgt natürlich für Japan gewisse Gefahren. Die Schwäche des Yens ist einer der wenigen Aspekte der Abe-nomics, die tatsächlich wie geplant funktionierten, und Japans Unternehmen genossen einen enormen Vorteil, als der Yen gegenüber dem USD in knapp drei Jahren um ~60% sank. Denken Sie mal darüber nach, was dies für ein japanisches Unternehmen bedeutet. Wenn Sie Güter in den USA zum selben Preis wie vor drei Jahren verkaufen, bringen sie ungefähr 60% mehr Yen nach Hause; dank einer einfachen Kursbewegung. Sie mussten nichts anders machen, Sie mussten keine neuen Produkte entwickeln oder etwas auf besondere Weise innovieren, nein, Sie konnten einfach ruhig sitzen bleiben und die Devisenmärkte die harte Arbeit erledigen lassen.

Leider ist dies ein Nullsummenspiel, mit einigen ziemlich üblen Auswirkungen. Dieser schwächere Yen bedeutet, dass die Autohersteller Japans ihren Preis senken und immer noch hübsche Gewinne erzielen können (hier wird die Deflation zur Gefahr, da die Preise fallen). Das bedeutet, die amerikanischen Autohersteller werden weniger Autos verkaufen. Sicher, ein schwacher Yen ist gut für Japan, aber nicht so toll für Nicht-Japan. Und denken Sie daran – in fast drei Jahren Herrschaft der Yen-Schwäche dank der Abe-nomics, hatte China den Yuan gemäß des US Dollars fixiert. Somit stärkte sich auch der Yuan also entsprechend massiv gegen den Yen. China ist an die USA gebunden, da Japan der Haupthandelspartner ist. Diese Yen-Schwäche von 2012-2015 war also ein direkter Schlag gegen die wirtschaftliche Entwicklung der USA und Chinas. Dieser Faktor trug sicherlich zu den aktuellen, sich weiterentwickelnden Problemen im Festland Chinas bei.

Deswegen haben die Abwertungen der Währungen so schlimme Auswirkungen, denn sie sind eine Strategie gemäß dem Motto "bettle bei deinem Nächsten". Sie profitieren auf Kosten von jemand anderem; und diese Kosten haben Konsequenzen. Das ist ein weiterer Grund dafür, dass die Negativzinsen so überraschend waren. Nachdem ein Großteil der Volkswirtschaften weltweit leidet, führte Japan eine ziemlich aggressive Maßnahme auf ziemlich überraschende Weise ein.

Aber wie wir bereits letzte Woche sagten, die Negativzinsen sind immer noch etwas sehr "Neues" in den Märkten. Die EZB setzt sie ein, aber sie wurden zusammen mit der Ankündigung eines ziemlich großen QE-Programms eingeführt, also wissen wir immer noch nicht, wie Negativzinsen alleine funktionieren werden. Das ist alles noch sehr neu. Bisher haben die Negativzinsen in Europa nicht viel gebracht. Der Zweck der Negativzinsen ist die Förderung der Kreditvergabe, indem den Banken Zinsen verrechnet werden, wenn sie ihr Geld bei der Zentralbank lagern. Stattdessen bedeuteten Negativzinsen in Europa, dass die Banken einfach ihr Kapital durch ihre Filialen in den USA oder Japan in anderen Zentralbanken hinterlegten, die ihrerseits Zinsen bezahlen; und nachdem nun Japan ebenfalls Negativzinsen hat, bleiben nur noch die USA übrig.

Ein Aspekt, den wir zu diesem Zeitpunkt beurteilen können, ist der, dass die Yen-Schwäche, die letzte Woche ausgelöst wurde, ein abruptes Ende fand. Erstaunlicherweise tradet der USD/JPY bereits wieder unter dem Kurs vor der Ankündigung. Mit Logik können wir also vorläufig behaupten, dass die Negativzinsen in Japan nur die Aussicht einer Risikoaversion steigerten, denn die Investoren kaufen den Yen trotzdem weiter.

Eine große Anerkennung geht hier an Jamie Saettele und Kristian Kerr. Ich erstellte für beide Artikel letzte Woche in den Anknüpfungspunkten einen Link, aber beide warteten nur darauf, bis diese Bewegung im USD/JPY stattfand. Jamie warnte vor einer 26-Jahres-Trendlinie und Kristian tat, was Kristian eben tut (ausführliche Timing-Analyse mit Schwerpunkt auf das Pi-Konzept und Kursanalysen um Phi (Fibonacci)). Ich brauchte einen ganzen Tag, um einen Setup zu finden, aber irgendwann zeigte sich eine technische Formation gegen den Euro, die für ein Short-Seiten-Setup günstig war.

Trotz des Profits, den die Long-Positionen im Yen diese Woche einbrachten, wiederholen wir hier unsere neutrale Haltung im Yen, und zwar einfach deswegen, weil die Negativzinsen ein so enormes Fragezeichen stellen. Es ist offensichtlich, dass Kuroda einen schwachen Yen möchte, aber die wichtigere Frage hier lautet, inwiefern der Rest der Welt ihm dies erlauben wird. Im Yen müssen Sie Ihre Stellen suchen, und die technische Analyse ist hier sehr nützlich, denn sie kann Ihnen bei Ihrem Risikomanagement helfen.

Die Datenfront nächste Woche ist extrem leicht, und es ist außerdem das chinesische Neujahr, also werden die meisten Börsen in Asien und auf dem Festland Chinas ab Montag die ganze Woche geschlossen bleiben. Wir werden am Sonntag die chinesischen Fremdwährungsreserven sehen, und dieser Datenpunkt wird immer wichtiger, da der Rest der Welt zu beurteilen versucht, wie stark die Verlangsamung das Festland belastet.

In Bezug auf spezifische Daten aus Japan werden wir die Handelszahlen am Sonntag und den EPI am Mittwoch erhalten. Der EPI könnte besonders marktbewegend sein, denn er zeigt die aktuellen inflationären Kräfte in Japan auf, aber da diese Negativzinsen erst nach der Datenerfassung eingeführt wurden, werden wir wohl eher einen Treiber im Yen mit den allgemeinen, größeren Themen zur Risikoaversion finden.

In den USA steht Humphrey Hawkins an. Diese Stellungnahme, die zweimal im Jahr von Frau Yellen vor dem Kongress gemacht wird, sollte ein Großereignis werden, wenn sie etwas Neues sagen wird. Aber wenn wir das Muster der Stabilität der Fed mit den Bemerkungen dieser Woche berücksichtigen, ist es kaum wahrscheinlich, dass sie diese Gelegenheit dazu benutzen wird, um Bomben oder Überraschungen zu verkünden. Diese Stellungnahme könnte die Entwicklung dieser Themen zur Risikoaversion beschleunigen oder helfen, sie zu aufzuheben.

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