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China strafft Kapitalkontrollen und schwächt Yuan vor Zinswende der Fed

China strafft Kapitalkontrollen und schwächt Yuan vor Zinswende der Fed

2015-12-09 19:20:00
Renee Mu, Währungsanalyst
Teile:

Diese Tageszusammenfassung konzentriert sich auf neue Entwicklungen in Chinas Devisenpolitik, Veränderungen in den Finanzmarktregelungen und allgemeine wirtschaftliche Aspekte, um die Leser von DailyFX über Nachrichten auf dem Laufenden zu halten, die normalerweise nur in chinesischer Sprache zur Verfügung stehen.

- Die PBOC hebt vorübergehend die Kapitalabflusskanäle auf, um die Kontrollen vor der Zinsanhebung der Fed zu verstärken.

- China plant die Einführung eines IPO-Systems mit Anmeldepflicht in den nächsten zwei Jahren.

- China-Korea FTA und China-Australien FTA werden am 20. Dezember 2015 inkraft treten.

Hexun News

(Chinas führendes Online-Medium für Finanznachrichten)

- Gemäß einer Quelle in der PBOC hat die Zentralbank die Bewilligungen für neue RQDII Quoten-Anfragen am Mittwochabend aufgehoben. In den letzten zwei Monaten verwendeten viele chinesische Institutionen das RQDII Programm als Kanal, um mit Yuan gehandelten Offshore-Anleihen und Zertifikate zu kaufen. Die Quelle sagte, dass die Aufhebung dazu dient, den Druck, der seit Kurzem vom zunehmenden Kapitalabfluss erzeugt wurde, zu erleichtern.

Das RQDII ist ein Programm der chinesischen Zentralbank, das “Qualified Domestic Institution Investors” erlaubt, mit Yuan gehandelte Anlagen in ausländischen Märkten zu kaufen. Im Vergleich zwischen dem QFII und RQFII Programm ist das RQFII ein ziemlich neues Programm, das erst im November 2014 eingeführt wurde. China öffnet sich gegenüber den Kapitalmärkten in einem bidirektionalen Ansatz: Zu erlauben, dass ausländisches Kapital durch die Kanäle wie das QFII und RQFII Programm zufließen und dass inländisches Kapital durch die QDII und RQDII Programme abfließen. Für weitere Informationen zum QFII und RQFII Programm, lesen Sie bitte den Artikel "Kann ein Trader vom Entscheid des IWFs zum Chinesischen Yuan profitieren?"

Ein Bericht vom Montag zeigt, dass die Währungsreserven Chinas im November um $87,22 Milliarden abgenommen haben und somit den tiefsten Stand in mehr als zwei Jahren erreichten. Es gibt inländische wie ausländische Faktoren, die zum steigenden Kapitalabfluss führten. Der Hauptreiber ist jedoch die Erwartung einer Zinserhöhung der Fed in der kommenden Woche. Somit beginnt sich die PBoC auf die möglichen Auswirkungen des Fed-Entscheids vorzubereiten und testet, wie der Markt reagieren wird, indem sie den Yuan zu einem tieferen Level steuert. Die Zentralbank setzte den Mittelsatz für den Onshore Yuan (USD/CNY) am Mittwoch bei 6,4140, das tiefste Level für den Yuan in vier Jahren (höchstes Level für den USD/CNY). Entsprechend traden sowohl der inländische als auch der ausländische Yuan tiefer: Der USD/CNY schloss am Mittwoch bei 6,4308 - sein höchster Kurs seit dem 9. August — und der USD/CNH durchbrach 6,50, und stieg um 0,33% auf sein höchstes Level seit dem 26. August.

Der Yuan ist wie ein Schwimmanfänger, der nur in einem Schwimmbad trainiert hat, wo er von seinem Schwimmlehrer beschützt wurde, der chinesischen Zentralbank. Nachdem der Yuan nun stärker im Weltmarkt miteinbezogen wird, muss er lernen, im Meer zu schwimmen - dem Weltmarkt - und lernen, wie man auch hohe Wellen wie eine Zinserhöhung der Fed überlebt. Was die PBoC am Mittwoch tat ist, einige künstliche Wellen im Schwimmbad zu erschaffen, um den Yuan daran zu gewöhnen, bevor nächste Woche die richtigen Wellen kommen. Gleichzeitig beschloss die Zentralbank, um den Schwimmanfänger nicht zu stark unter Druck zu setzen, die Kapitalsteuerung vorübergehend zu verschärfen, um andere Wellen etwas zu dämpfen, wie die Aufhebung der neuen RQDII Quote.

Trotz der Abwertung des Yuans und womöglich einer weiteren Abschwächung, möchten Trader verstehen, dass mehr Volatilität für den Yuan gesund ist, da dies bedeutet, dass die Kräfte des Markts eine größere Rolle im Regime der Yuan-Formation spielen können. Wir erwarten auch, dass die Aufhebung der neuen RQDII Quoten nur vorübergehend sein wird. Sobald der Yuan es durch die hohe Welle der Zinsanhebung der Fed geschafft hat, werden die Kapitalkontrollen wahrscheinlich wieder aufgehoben und das RQDII Programm wird neu gestartet. Zudem sind noch weitere Programme wie das RQDII geplant, die weitere Schritte in der Öffnung Chinas bringen werden. Ein neues QDII2 Programm wird zum Beispiel bald eingeführt, das den chinesischen individuellen Anlegern erlaubt, in den Weltmärkten mitzumischen.

Sina News

(Chinas wichtigste Online-Nachrichtenmedium, ähnlich wie CNN in den USA. Außerdem besitzt es eine chinesische Twitter-Version mit Namen weibo, mit monatlich ungefähr 200 Millionen aktiven Benutzern)

- Chinas Staatsrat kündigte an, dass China innerhalb von zwei Jahren ein IPO-System mit Anmeldepflicht an der Shanghai Aktienbörse und der Shenzhen Aktienbörse einführen wird. Neue IPOs werden während des Planungsverfahrens des neuen Systems nicht aufgehoben.

Es gibt zwei Gründe dafür, weshalb China dieses neue System einführen möchte: A) Um den globalen Standards zu entsprechen – USA, Japan und andere Industrieländer verwenden ein IPO-System mit Anmeldepflicht. B) Um die Markteffizienz zu steigern - Vereinfachung des Antragsverfahrens für qualifizierte Unternehmen, die mit dem Aktienmarkt finanziert werden und Aufräumen der Zombie-Unternehmen, die an der Aktienbörse notiert sind.

- Am 9. Dezember kündigten die chinesischen Offiziellen an, dass das Handelsabkommen zwischen China und Korea und das zwischen China und Australien am 20. Dezember 2015 inkraft treten wird.

Chinas Handelszahlen enttäuschten in den letzten paar Monaten die Erwartungen. Im letzten Monat schrumpften die Exporte um 3,7% nach einer Kontraktion um 3,6% im Oktober. China befindet sich gerade in einer Übergangsphase zwischen einer vom Export abhängigen zu einer vom Verbrauch angetriebenen Volkswirtschaft, und somit wird stark in die Bemühungen investiert, die inländischen Ausgaben zu fördern. Der inländische Verbrauch führt die Volkswirtschaft jedoch noch nicht an. Somit ist es für China zurzeit wichtig, einen relativ starken Handel aufrecht zu erhalten. Die Freihandelsabkommen zwischen den wichtigsten Partnern Chinas kann helfen, die Handelsbedingungen zu lockern.

Geschrieben von Renee Mu, DailyFX Research Team

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.