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EUR/USD bereitet sich auf wichtigste Woche in Monaten (wenn nicht sogar in Jahren!) vor

EUR/USD bereitet sich auf wichtigste Woche in Monaten (wenn nicht sogar in Jahren!) vor

2015-11-28 15:10:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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EUR/USD bereitet sich auf wichtigste Woche in Monaten (wenn nicht sogar in Jahren!) vor

Fundamentale Prognose für den EUR/USD: Neutral

- Die Daten in der vom Feiertag gekürzten Woche waren im Allgemeinen konstruktiv für EUR/USD Rückgänge.

- Die Retail Trader-Masse begann vor Kurzem, den Euro zu kaufen, womit die Sentiment-Prognose bärisch wird.

- Halten Sie eine bullische (oder bärische) Tendenz beim Euro, wissen jedoch nicht, welches Paar zu traden? Verwenden Sie einen Euro Währungskorb.

Der Euro-Kurs war in der vom Feiertag verkürzten Woche gemischt, denn Trader wie Investoren bereiteten sich auf die wichtigste Woche in Jahren für den Euro vor, vor allem aber für den EUR/USD. Der EUR/USD war der schwächste EUR-Cross und fiel um -0,45% auf $1,0589, währende das EUR/GBP der stärkste war und um +0,69% anstieg, um bei £0,7046 zu schließen. Die Märkte scheinen vor der Sitzung der Europäischen Zentralbank am 3. Dezember nervöser zu sein, und der Ausblick darauf, was Draghi & Co. tun könnten, könnte gleichzeitig durchsichtiger und undurchsichtiger werden.

In gewisser Weise hat der Markt bereits die erste Hälfte der erwarteten Lockerung der EZB einkalkuliert: Eine Senkung des Einlagensatzes. Dies hat womöglich bereits am 22. Oktober begonnen, als der Präsident Mario Draghi andeutete, dass die Zinssätze noch nicht ihre untere Grenze erreicht hätten – eine Bemerkung, die sich gegen das allgemeine Verständnis des Markts in Bezug auf mögliche politische Maßnahmen der EZB stellte. Diese Entwicklung löste am 22. Oktober vom Markt eine deutlich negative Reaktion aus, als der EUR/USD einen steilen Abfall um >200-Pips erlebte. Dies entsprach derselben Reaktion im Kurs vom 4. September 2014, als das Paar um -206 Pips abstürzte, nachdem die EZB zur allgemeinen Überraschung den Einlagensatz gesenkt hatte. Wenn also der Einlagensatz am Donnerstag tatsächlich gesenkt wird, könnte der Markt dies bereits notiert haben (und dann noch etwas mehr): Der EUR/USD fiel von $1,1350 vor der Sitzung vom 22. Oktober diese Woche auf ein Schlusstief von $1,0589.

Mit deutlichen Worten haben die politischen Entscheidungsträger der EZB die großen Chancen einer Zinssenkung am Donnerstag hervorgehoben, aber sie schufen danach keine Klarheit – und deswegen wird die Politik auch undurchsichtiger – in Bezug darauf, was sie mit ihrem QE Programm tun wollen. Obwohl ein Großteil des Rückgangs im EUR/USD des letzten Monats mit der Notierung des Markts zu tun hat, dass die Federal Reserve die Zinssätze im Dezember erhöhen wird, wurde er ebenfalls von der Spekulation gefördert, dass die EZB irgendeine Form von Vergrößerung des QE Programms ankündigen wird: Eine Verlängerung der Lauffrist des Programms, eine Aufstockung der Anleihenkäufe und/oder eine Ausweitung der akzeptierten Sicherheiten.

In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Märkte über den FX hinaus auf eine Art und Weise zu benehmen begannen, die auf eine voreilige Positionierung schließen lässt, sind die Renditen in Europa, nicht nur in der Eurozone, wieder abgestürzt (aber auch in der Eurozone). Zu einem gewissen Zeitpunkt in dieser Woche waren die Renditen über sieben Jahre hinaus in Deutschland negativ, und die für über 14 Jahre hinweg waren in der Schweiz negativ. Der Ankauf von Schulden mit solchen Zinsen deutet darauf hin, dass der Investor diese Staaten in Tat und Wahrheit bezahlen müsste; was bedeutet, dass jene, die diese Anleihen kaufen, sehr wahrscheinlich auf eine Kapitalwerterhöhung wetten. Damit diese Anleihenkurse wieder steigen und die Zinsen somit sinken, müsste die EZB hinter einer deutlich expansiven Geldpolitik stehen, um eine Unterstützung für Renditen, ähnlich wie im Mai dieses Jahres, zu verhindern.

Bis hierhin ist eine Senkung des Einagensatzes bestimmt schon einkalkuliert, so wie einer unserer drei Verbesserungen im QE-Programm, die wir behandelt haben. Wenn die EZB mehr als das liefern kann, werden der EUR/USD und alle EUR-Crosses eine große Chancen haben, weiter zu sinken. Wahrscheinlicher ist jedoch, nun, da die Wirtschaftsdaten der Eurozone ohne Inflation weiterhin besser ausfallen, (die PMI-Zahlen der Euro-Zone PMI erreichten eben Vierjahreshochs), dass die EZB ihre Kugeln nicht verschießen will, die sie noch im Magazin hat. Stattdessen wird sie die Möglichkeit für eine weitere Lockerung in Zukunft offen halten. Wenn die schlechten Zahlen in den neuesten Projektionen weiter vorherrschen, könnten sie als Deckel für eine mögliche Short-Abdeckung im Euro-Komplex dienen.

Wenn man die drei wichtigen Ereignisse zum Ende der Woche berücksichtigt – das letzte Policy Meeting der EZB in 2015 am Donnerstag; die Rede und Stellungnahme der Vorsitzenden der Federal Reserve, Janet Yellen am Donnerstag; und die November-Zahlen der US Nonfarm Payrolls am Freitag – sollten Trader die Warnung vor einer voraussichtlich erhöhten Volatilität ernst nehmen. Die jüngste Studie vom Quantitative Strategist bei DailyFX, David Rodriguez, zeigte, wie die Märkte das volatilste Umfeld für den EUR/USD beurteilen, nicht nur für 2015, sondern vielleicht sogar allgemein in den nächsten zehn Jahren! Mit der erwarteten Volatilität könnten Trader, die in der kommenden Woche EUR-Crosses traden, von "Market Range" Order profitieren, wenn sie einen Trade platzieren. So können Sie eine bequeme Kursrange bestimmen, in der die Order ausgeführt werden kann.

Unsere Bedenken zur möglichen Aufruhr um die EZB in dieser Woche wird von den jüngsten Extremwerten in der Positionierung unter den Spekulanten in den Futures-Märkten gestützt. In der Woche, die am 17. November endete, stiegen die Netto-Short-Kontrakte auf 164,2 Tsd. an, gegenüber 142,9 Tsd. Netto-Short-Kontrakten in der Woche, die am 10. November endete. Im Kontext des Kurses hielten die Spekulanten, gleich nachdem der EUR/USD auf sein Jahrestief um $1,0460 gefallen war, 226,6 Tsd. Netto-Short-Kontrakte. Der Short-Euro-Trade wird langsam überfüllt, was bedeutet dass wenn die EZB enttäuscht, der EUR/USD reif für eine Short-Abdeckungsrallye sein könnte, bevor die Fed am 6. Dezember ihr Policy Meeting abhält. Wie ich kürzlich bereits schrieb könnte die Fed den US Dollar auf eine Schwäche vorbereiten, auch wenn sie die Zinssätze anheben sollte; in den nächsten zwei Wochen könnte sich um die Zentralbanksitzungen eine vollwertige Wende im EUR/USD (im Umfang von Hunderten von Pips höher) entwickeln.

Zum Schluss nähern wir uns den Feiertagen, und somit haben wir weniger liquide Märkte bis zum Jahresende. Darum ist es nützlich, die Grundsätze zu rekapitulieren, die Ihr Kapital schützen können. Wir nennen diese Grundsätze die "Charaktereigenschaften erfolgreicher Trader." –CV

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