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Große Einflüsse auf den Euro kommen eher von innerhalb als aus dem Ausland

Große Einflüsse auf den Euro kommen eher von innerhalb als aus dem Ausland

2015-09-27 23:50:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Große Einflüsse auf den Euro kommen eher von innerhalb als aus dem Ausland

Fundamentale Prognose für den Euro: Bärisch

- EUR/USD tauchte zu Beginn der Woche unter $1,1300 und testete am Wochenende die $1,1100.

- Die Retail-Tradingmasse bleibt netto-short EUR/USD, obwohl die Positionierung ausgedünnt ist.

- Haben Sie eine bullische (oder bärische) Tendenz beim Euro und wissen nicht, welches Paar Sie traden sollen? Verwenden Sie einen Euro Währungskorb.

In der Woche nach dem FOMC September-Meeting scheiterte der Euro erneut, gegen den US Dollar Fuß zu fassen und wurde möglicherweise nur von weiterer Volatilität in den globalen Aktienmärkten gestützt. Der EUR/USD schloss die Woche gefallen um -0,92% bei $1,1195 ab, nachdem er auf beinahe $1,1100 gefallen war und sein tiefstes Level seit dem 4. September erreicht hatte. Zum größten Teil lag der Fokus in der letzten Woche – dank einer ruhigen Wirtschaftsagenda – darauf, ob die Europäische Zentralbank sich in den nächsten Monaten einer weiteren Lockerungsrunde näherte oder nicht. Die Sache ist zwingend.

Der Euro, von der Perspektive des Zinssatzes betrachtet, ist immer noch fundamental eine schwache Währung. Anleihekurse in der gesamten Region sind weiterhin rückgängig, wobei die Zinsen in Deutschland sich nun seit vier Jahren im Negativbereich befinden. Die 5-jährige Rendite für den Deutschen Bund schloss die Woche bei +0,02%, während die 5J5J Inflationserwartungen für die Euro-Zone bei +1,602% lagen. Solange die inländischen Nominalzinsen sich für vergleichbare Zeiträume unter den erwarteten Inflationslevels halten, werden Investoren mit Basis in der Euro-Zone gezwungen sein, nach Renditen außerhalb der Region zu suchen. Mit der Zeit dürfte sich dies als ein negativer Einfluss für die EUR-Crosses erweisen, da die Investoren anderswo nach Renditen suchen.

In den nächsten Tagen wird der Euro mehr von den Inflationsdaten als von allen anderen Dingen auf dem Wirtschaftskalender beeinflusst werden. Als der Kern des einzigen Dogmas der Geldpolitik der EZB könnten sich die Inflationsdaten vor dem Hintergrund mit Märkten, die eine Veränderung der Zentralbankpolitik erwarten, als höchst bissig erweisen. Am Dienstag wird der vorläufige Deutsche Verbraucherpreisindex für September herauskommen, und es wird eine Deflation im Monatsvergleich, und eine weitere Disinflation im Jahresvergleich erwartet. Die VPI-Zahlen der Eurozone für September, die am Mittwoch veröffentlicht werden, werden ähnliche Preisentwicklungen zeigen. Falls beide wesentliche Anzeichen von Deflation und oder Disinflation aufzeigen, könnte der Euro in den kommenden Tagen leicht weitere Unterseitenbewegungen erleben.

Von einer allgemeineren Perspektive betrachtet, haben die jüngsten Wellen in den Märkten – sei es nach dem September-Meeting des FOMC oder sonst wo – die Investoren gezwungen, die zeitliche Planung der EZB zu überdenken. Morgan Stanleys “Month to First Rate Hike Index,” der eine numerische Darstellung des Zeitpunkts einer Zinsanhebung durch die Zentralbank ab dem heutigen Tag ist, gibt aktuell Mai 2018 als den Zeitpunkt an, an dem die EZB sich von ihrer NIRP/ZIRP Politik verabschieden wird. Zu Beginn des Monats prognostizierte der Index Februar 2018 als Zeitpunkt für eine Zinsbewegung. Im Verlauf von drei Wochen haben die Märkte zusätzliche drei Monate geldpolitische Lockerung von der EZB einkalkuliert.

Sollten die kommenden Inflationsdaten täuschen, ist es möglich dass die Märkte den Zeitpunkt für eine erwartete Zinserhöhung der EZB noch weiter hinausschieben, was die Erwartung an eine nächste Lockerungswelle weiter vorzieht. Falls die richtigen Auslöser bestehen – sagen wir, schwache Berichte zum VPI der Eurozone und Deutschland sowie weitere schwache Performance des Brent Oil Kurses – könnten Trader Gründe sehen, noch vor der erwarteten geldpolitischen Veränderung in den Markt zu stürmen (wobei wir denken, dass dies nicht im Oktober, jedoch im Dezember geschehen wird).

Short-Positionen im Euro sind in den vergangenen Wochen weniger geworden; Spekulanten halten momentan, am Ende der Woche des 22. September 2015, nur 81.000 Netto-Verkaufspositionen, wie der letzte COT-Bericht der CFTC besagt. Dieser Wert ist vom Hoch vor einem Monat (115.200) und vom Höchststand zu Beginn des Jahres (226.600) deutlich entfernt, was nahelegt, dass jedes Euro-Währungspaar ein deutliches Abwärts-Potenzial hat, sollten Spekulationen über eine erneute Welle von Lockerungen durch die EZB zum Trend werden. –CV

Um Berichte von diesem Analysten zu erhalten, schreiben Sie sich im E-Mail-Verteiler von Christopher ein.

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