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Euro verhält sich wie eine Finanzierungswährung, einziges Hindernis sind die Konjunkturdaten aus der Eurozone am Freitag

Euro verhält sich wie eine Finanzierungswährung, einziges Hindernis sind die Konjunkturdaten aus der Eurozone am Freitag

2015-08-09 23:45:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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Euro verhält sich wie eine Finanzierungswährung, einziges Hindernis sind die Konjunkturdaten aus der Eurozone am Freitag

Fundamentaler Ausblick für den Euro: Neutral

- Der EUR/USD stand im Vorfeld des NFP-Berichts für Juli vom Freitag auf tönernen Füßen, doch der USDOLLAR Index konnte nicht aus seiner dreiwöchigen Bullenflagge ausbrechen.

- Die Saisonalität des August-Devisenmarktes favorisiert leicht schwächeren EUR/USD.

- Halten Sie eine bullische (oder bärische) Tendenz beim Euro, wissen jedoch nicht, welches Paar zu traden? Verwenden Sie einen Euro Währungskorb.

Der Euro zeigte in der letzten Woche eine durchwachsene Performance, und es gibt kaum Grund, anzunehmen, dass die Investoren sich in den nächsten paar Tagen von ihren momentanen Tendenzen wegbewegen werden. Nun, nachdem die erste Woche des Monats vorüber ist, sind die wesentlichen Daten für den Juli bereits bekannt, und ermöglichen so Gesamtbild-Themen, Raum zu gewinnen.

Das bedeutet kurzfristig, dass der Markt sich mit den Erwartungen an die Geschwindigkeiten der verschiedenen Zentralbanken hinsichtlich einer Lockerung (oder einem Mangel daran) beschäftigen wird. Der EUR/USD ging letzte Woche kurzfristig unter die $1,0900 zurück, um dann lediglich mit einem Gesamtminus von -0,17% bei $1,0962 zu schließen, da das Abrutschen der Aktienmärkte gegen Ende der Woche die Nachfrage nach Sicherheit und Liquidität anfachte. Mit dem weiteren Auseinandergehen der Rendite-Differenzen zwischen den USA und der Eurozone in den vergangenen Wochen zugunsten eines stärkeren Dollar, erfüllt der Euro erneut die Rolle als Finanzierungswährung.

Diese Evolution des Euro in der Folge der verschärften Schuldenkrise Griechenlands wurde in der letzten Woche am besten durch den EUR/AUD illustriert, der zum Handelsschluss am Freitag um -3,71% auf A$1,4475 fiel. Am Dienstag stellte die Reserve Bank of Australia klar, dass sie nicht länger glaube, dass der Australische Dollar in größerem Umfang abgewertet werden muss; und mit dem weiteren Auseinandergehen der Renditedifferenzen zwischen Australien und der Eurozone, litt der EUR/AUD deutlich. Die niedrigen Renditen, die den Euro unterstützen, bedeuten, dass Veränderungen in den Differenzen eine verstärkte Auswirkung haben können.

Wenn der Euro weiterhin die Rolle vom Jahresbeginn 2015 spielen will – als Finanzierungswährung, die sich entgegengesetzt den Aktienmärkten bewegt und dazu tendiert, Renditen zu folgen – dann spielen die Konjunkturdaten kurzfristig keine große Rolle. Schließlich hält die Europäische Zentralbank hinsichtlich ihres QE-Programms den Kurs, und mit dem Puffer, den es hatte, um Griechenland via ELA zu versorgen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass die EZB in naher Zukunft irgendetwas tut, was die gerade erst beruhigten Anleihemärkte wieder beunruhigen könnte.

Wenn der Euro in dieser Woche überhaupt von Konjunkturdaten beinflusst werden sollte, dann mindestens durch "hochrangiges" Eventrisiko. Wenn es irgendwelche Berichte geben sollte, die die Prognose der EZB wesentlich ändern könnten, dann würde es sich um Berichte zum BIP und VPI handeln. Da Ökonomen für das vergangene Quartal einen leichten Anstieg des Wachstums vorhersagen, gibt es die Chance, dass verbesserte Wachstumserwartungen zu höheren Inflationserwartungen führen. Wenn die Renditen sich dadurch, das Trader mit festem Einkommen ihr Kapital für höhere Trendwenden (inflationsbereinigt) umschichten, wird der Euro gleichfalls ein großes Hoch erleben.

Jenseits des Wachstumsberichts am Ende der Woche gibt es wenig, dem man auf dem Kalender entgegenfiebern könnte. Es stehen in den nächsten Tagen für die Eurozone zwar zahlreiche mittelwichtig rangierende Events zur Veröffentlichung an, aber die momentane Marktumgebung ist nicht unbedingt so gestaltet, dass sie dieser Art von Berichten gegenüber sensibel ist. Wir befinden uns knapp außerhalb der Refraktärzeit in der Folge der Griechenland-Krise, und die letzten Wochen des August bedeuten typischerweise weniger Teilnahme an den Märkten, da die Marktteilnehmer versuchen, noch ein paar Urlaubstage zu gewinnen, bevor der Sommer endet. Deshalb richten wir unseren Blick nach außen, außerhalb des Binnenmarkts der Eurozone, um nach Katalysatoren für die EUR-Währungspaare Ausschau zu halten, inbesondere die sich verändernden Kurserwartungen für EUR/USD im Vorfeld der geldpolitischen Konferenz der Federal Reserve im September. -CV

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