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Kritische Daten für Griechenland und den Euro

Kritische Daten für Griechenland und den Euro

2015-06-30 14:30:00
David Rodriguez, Head of Business Development
Teile:
  • Griechenland wird zahlungsunfähig, falls keine Bailout-Vereinbarung erzielt wird
  • Fokus bleibt auf Referendum in Griechenland am 5. Juli
  • Ein “Nein” wird voraussichtlich eine starke Marktvolatilität verursachen

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und der Euro-Arbeitsgruppe (EWG) verschlechterten sich deutlich, als die griechischen Stellvertreter den Verhandlungstisch verließen und vor Ablauf der Rückzahlungsfrist ein nationales Referendum einberiefen. Am 30. Juni beschleunigt Griechenland seinen Weg in Richtung bankrott, da es seine Schulden an das Internationale Währungsfond nicht zurückzahlt. Welches sind die nächsten wichtigen Fristen für die gefährdete hellenische Regierung und die allgemeinen Märkte? Hier sind einige der Daten, die in den kommenden Wochen und Monaten zu beachten sind.

Wichtige Daten für Griechenland warnen weiterhin vor einer starken Volatilität

Datum

Art der Schulden/Zahlungsfrist

Fälliger Betrag

Kumulativ

30.06.2015

Darlehensrückzahlung an IWF fällig

€ 1,552

€ 1,552

05.07.2015

Griechenland stimmt über Referendum zum Bailout ab

08.07.2015

Griechenland versteigert 26-Wochen-Anleihen

€ 1,552

10.07.2015

Griechenlands Staatsanleihen verfallen

€ 2.000

€ 3,552

13.07.2015

Darlehensrückzahlung an IWF fällig

€ 464

€ 4,016

14.07.2015

Internationale Anleihen von Griechenlands Regierung verfallen

€ 89

€ 4,105

14.07.2015

Internationale Anleihen von Griechenlands Regierung verfallen

€ 89

€ 4,194

17.07.2015

Griechenlands Staatsanleihen verfallen

€ 1.000

€ 5,194

20.07.2015

EZB Anleihen-Rückzahlung

€ 3,456

€ 8,650

20.07.2015

EIB Anleihen-Rückzahlung

€ 25

€ 8,675

05.08.2015

Griechenland versteigert 26-Wochen-Anleihen

€ 8,675

07.08.2015

Griechenlands Staatsanleihen verfallen

€ 1.000

€ 9,675

14.08.2015

Griechenlands Staatsanleihen verfallen

€ 1.400

€ 11,075

20.08.2015

EZB Anleihen-Rückzahlung

€ 3.188

€ 14,263

04.09.2015

Darlehensrückzahlung an IWF fällig

€ 303

€ 14,566

04.09.2015

Griechenlands Staatsanleihen verfallen

€ 1.400

€ 15,966

11.09.2015

Griechenlands Staatsanleihen verfallen

€ 1.600

€ 17,566

14.09.2015

Darlehensrückzahlung an IWF fällig

€ 341

€ 17,907

16.09.2015

Darlehensrückzahlung an IWF fällig

€ 568

€ 18,475

18.09.2015

Griechenlands Staatsanleihen verfallen

€ 1.600

€ 20,075

21.09.2015

Darlehensrückzahlung an IWF fällig

€ 341

€ 20,416

Datenquelle: Bloomberg, Wall Street Journal. Erstellt von David Rodriguez

Es scheint, als ob die griechische Regierung in den letzten Wochen in jeder Woche eine wichtige Frist verpasst hat, und dennoch blieb sie zahlungsfähig. Ein Rückgang im Euro und der allgemeinen Finanzmarkt-Volatilität deuten darauf hin, dass die Gefahr abgenommen hat. Dennoch ist dies aus einem einfachen Grund irreführend: Die Zentralregierung Griechenlands hat mit größter Wahrscheinlichkeit kein Geld mehr, um die auflaufenden Schulden zu bezahlen. Ein Bankrott ist eigentlich bereits garantiert, falls keine Einigung für eine Verlängerung des Bailouts mit der EWG und dem IWF erzielt wird.

Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands würde sehr wahrscheinlich eine viel breitere, inländische Krise auslösen, einen Austritt aus der Eurozone, und der Einführung einer alternativen griechischen Währung. Dies bildet weiterhin ein wichtiges Risiko für die Finanzmärkte und die systemisch miteinander verbundenen Volkswirtschaften.

Das wichtigste Datum auf dem Kalender

Konkret bedeutet das, dass die wichtigste Ablauffrist auf dem Kalender wahrscheinlich die Anleihen-Rückzahlungen der Europäischen Zentralbank ist, die am 19. Juli fällig wären— angenommen, die griechische Regierung bleibt bis dahin solvent. Zuvor wird sich ein nationales Referendum am 5. Juli wohl ebenfalls entscheidend sein, denn viele europäische Führer sagen, dass es gleichbedeutend mit einem Referendum darüber ist, ob Griechenland in der Eurozone bleiben wird oder nicht.

Die aktuellen Anzeichen deuten darauf hin, dass das griechische Volk “Nein” stimmen und das aktuelle Bailout-Angebot der Euro-Arbeitsgruppe verwerfen wird. Eine Volatilität ist praktisch mit einem solchen Ergebnis garantiert. Ein solcher Ausgang würde die Verhandlungen auf beiden Seiten wieder zum Tisch führen und die Hand des griechischen Premierministers Tsipras in den Verhandlungen stärken. Es ist schwierig zu sagen, ob damit ein Deal wahrscheinlicher wäre, und die Hürden würden noch höher werden, bevor die entscheidende Frist für die Zahlung an die Europäische Zentralbank am 19. Juli ausläuft.

Ein Blick auf die Volatilitätskurse im Forex-Markt im Euro/US Dollar unterstreichen die Dringlichkeit noch: Einige der raffiniertesten Trader weltweit glauben, dass die nächsten vier Wochen deutlich mehr Ungewissheit mit sich bringen werden als das gesamte nächste Jahr.

Euro-Volatilitätskurs kurzfristig deutlich höher als im kommenden Jahr

Kritische Daten für Griechenland und den Euro

Datenquelle: Bloomberg. Chart-Quelle: R, ggvis

Euro-Reaktionen sind alles andere als vorhersehbar

Nun werden wir eine kritische Phase der anhaltenden Schuldenkrise Griechenlands erleben, aber es ist sehr schwierig, genau den Moment anzugeben, wann Trader besondere Vorsicht walten lassen sollten.

Falls das bevorstehende Referendum tatsächlich ein "Nein" ergibt, könnten wir eine deutliche Euro-Volatilität und eine allgemeine Unruhe im Finanzmarkt erleben. Ein erhöhtes Staatsrisiko könnte die Market Maker davon abhalten, den Kurs in EUR Paaren zu bestimmen, und dies bedeutet konkret, dass der Euro mit neuen Schlagzeilen sowohl eine Rallye oder auch einen steilen Absturz verzeichnen könnte.

Jegliche Überraschungen könnten starke Marktbewegungen auslösen, und Trader sollten ihr Trading-Leverage einschränken— vor allem in EUR-Paaren — vor diesen wichtigen Daten.Es sollte vorsichtig getradet werden, solange kein wahrer Durchbruch in den Verhandlungen gelingt.

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.