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Euro sieht unruhiger Woche entgegen, denn Griechenland steht vor dem Abgrund

Euro sieht unruhiger Woche entgegen, denn Griechenland steht vor dem Abgrund

2015-06-28 21:00:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Euro sieht unruhiger Woche entgegen, denn Griechenland steht vor dem Abgrund

Fundamentaler Ausblick für den Euro: Neutral

- Die griechischen Schuldenverhandlungen begannen erst jüngst, sich auf die Charts auszuwirken, und zwar für den Euro nicht in positiver Art und Weise.

- FX-Märkte achten auf die Ernsthaftigkeit der Griechenlandverhandlungen bis zum Freitag, was den Euro schwächt.

- Haben Sie eine bullische (oder bärische) Tendenz beim Euro und wissen nicht, welches Paar Sie traden sollen? Verwenden Sie einen Euro Währungskorb.

Es war eine schwierige Woche für den Euro, und es scheint nicht so, dass es für ihn einfacher werden sollte. Der EUR/USD fiel um -1,66% und schloss diese Woche bei $1,1189, während der EUR/JPY um -0,72% auf ¥138,31 sank; die Mehrheit der Rückgänge erfolgte zur Wochenmitte, als es klar wurde, dass Griechenland und seine Gläubiger keine Einigung zur kurzfristigen Finanzierung erzielen würden (um Griechenland zu helfen, seinen Verpflichtungen gegenüber dem IWF am 30. Juni nachzukommen), und nachdem die Verhandlungen im allerletzten Moment am Freitag scheiterten, scheint nun deutlich zu sein, dass es der Euro diese Woche für einige Tage lang schwer haben wird.

Die Verhandlungen könnten weitergehen, aber: Griechenland hat gesagt, dass es den IWF am 30. Juni nicht bezahlen wird; die EZB sagte, sie würde zurzeit die ELA Fazilität nicht erhöhen, was das griechische Bankensystem vor eine Liquiditätskrise stellt und die Offiziellen dazu zwingt, Kapitalkontrollen einzuführen und die Banken am Montag geschlossen zu halten; und die griechischen Offiziellen werden ein Referendum zur Abstimmung über die Hilfsvorschläge der Eurogruppe bringen, und die Regierung wird sich bis zur Abstimmung am 5. Juli dagegen aussprechen. Der Euro ist zu Recht aufgebracht.

Die heutige Stellungnahme des IWF war von Enttäuschung geprägt, und es ist klar, dass die griechische Regierung auf ihre Wahlversprechen zurückgreift (die im Inland zwar gut für die politische Verantwortlichkeit ist, aber diese Position steht im Kontrast zu dem, das die Eurogruppe anbietet, also ist diese Situation ausweglos). Die Chance einer Einigung vor der Abstimmung des Referendums scheint zu diesem Zeitpunkt gering zu sein, und der Euro ist somit einer stärkeren Volatilität ausgesetzt, da sich die Märkte auf nächsten Sonntag vorbereiten.

Wie wir am Freitag bemerkten, aber es ist absolut gerechtfertigt, dies zu wiederholen, ist das Risikomanagement, das bei EUR-Crosses angewendet werden sollte. Das beste Risikomanagement für Trader besteht darin, in absehbarer Zukunft die Positionsgröße und das Leverage in EUR-Crosses zu verringern. Obwohl der mögliche Ausgang zu Griechenland unbekannt ist - das absolute Ausmaß einer Zahlungsverweigerung mit positivem oder negativem Ausgang, wird sich in den kommenden Wochen zumindest stark auf den Kurs auswirken.

Ähnlich sollte man hier auch die Schweizerische Nationalbank respektieren, da der Schweizer Franken durchaus wieder als sichere Anlage der Region attraktiver werden könnte, falls die griechische Sage sich weiter verschlechtert. In den letzten Tagen und Wochen bemerkten die politischen Entscheidungsträger der SNB, wie stark der Schweizer Franken überbewertet sei. Logischerweise könnte die SNB aggressiver sein, um den Schweizer Franken so bald als möglich abzuwerten um eine Kapitalwelle auf der Suche nach Sicherheit im Swissie aufzuhalten, bevor sich die spekulativen Strömerücksichtslos beschleunigen. Nach dem Entscheid der SNB im Januar, die Untergrenze des EUR/CHF aufzuheben ist es klar, dass die SNB alles Mögliche zum Wohl der Schweiz tun wird, egal wie sich die Märkte entwickeln; und Trader könnten alle CHF-Crosses zu meiden suchen.

Die Auswirkungen der griechischen Schuldensage beschränken sich nicht nur auf den Euro und den Schweizer Franken; der Japanische Yen könnte sofort erneut zu einer sicheren ‘risk-on, risk-off’ Währung werden und den USD/JPY im Ungewissen lassen, auch wenn der EUR/USD sinken sollte. Von einem technischen Standpunkt aus begannen die EUR-Crosses, an wichtigen Unterstützungslevels (ehemals Widerstand) nach Ausbrüchen zu scheitern, und der EUR/USD scheiterte an zwei Dreiecken, die auf einen Kurs von $1,1050 oder tiefer deuten – die sich bis jetzt im Vormarkt bilden (kurz vor 17:00 EDT/21:00 GMT am Sonntag tradete der EUR/USD um $1,1000). Trader könnten bereit sein, den Euro zu plagen, falls die griechische Sage auf ihrem aktuellen Weg fortfährt, denn es gab immer noch nur 99,3 Tsd. Netto-Short-Kontrakte im Futures-Markt in der Woche, die am 23. Juni endete, deutlich unter dem Allzeithoch von 226,6 Tsd. der Woche, die am 31. März endete. Ein erneutes Anschwellen der Short-Positionierung könnte den EUR/USD leicht in Richtung $1,0800 stoßen, während die Jahresmitte erreicht wird. –CV

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