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Abflauen der enormen Deckungskäufe gefährdet EUR/USD

Abflauen der enormen Deckungskäufe gefährdet EUR/USD

2015-06-08 09:20:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Abflauen der enormen Deckungskäufe gefährdet EUR/USD

Fundamentaler Ausblick für den Euro: Neutral

- EUR-Crosses wurden diese Woche stark nachgefragt, da die starken VPI-Zahlen sowie die Entwicklung in Griechenland deutliche Impulse gaben.

- Der US-Arbeitsmarktbericht fiel äußerst positiv aus, und der EUR/USD fiel am Freitag auf $1,1100.

- Haben Sie eine bullische (oder bärische) Tendenz beim Euro und wissen nicht, welches Paar Sie traden sollen? Verwenden Sie einen Euro Währungskorb.

Obwohl die EUR-Crosses am Freitag nach einem äußerst günstigen US-Arbeitsmarktbericht für den Mai nachgaben, waren die EUR-Crosses in der vergangenen Woche stark nachgefragt. Dies führte dazu, dass der Euro als die beste von DailyFX Research abgedeckte Währung abschnitt. Das Paar EUR/USD legte um +1,15% zu und schloss bei $1,1114; der EUR/GBP stieg um +1,29% und notierte zum Wochenschluss bei £0,7278, und der EUR/JPY verzeichnete einen Gewinn von +2,32% und markierte einen Schlusskurs von ¥139,61. Die heftige Kehrtwende bei den Renditen der deutschen Bundesanleihen – die Renditen der 10-jährigen Bundesanleihen betrugen am 4. Juni 0,996%, der höchste Wert seit September 2014 – stützte den Euro durch das zunehmende Renditegefälle.

Der Anstieg bei den Renditen der deutschen Bundesanleihen wurde durch den starken Kern-VPI für die Eurozone im Mai verursacht. Erwartet wurden +0,7% im Jahresvergleich, tatsächlich belief sich das Ergebnis auf +0,9% im Jahresvergleich. Auf der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Mittwoch wurde mehr oder weniger aufs Neue bekräftigt, dass die EZB momentan zumindest ihr QE-Programm unverändert bis zum Ende durchziehen würde, da die Zentralbank den Anstieg bei den Renditen lediglich als Bestätigung für das Ansteigen der Inflation des HVPI betrachten würde und die Kennzahlen ansonsten ebenfalls gut ausfielen. Indem die EZB das Problem abschwächt, hinterlässt sie den Eindruck, dass die Bank die steigenden Renditen in Kauf nimmt, so lange diese Entwicklung durch die "richtigen" Gründe verursacht wird.

Wenn die deutschen Zinsen weiter steigen, bestehen kaum Zweifel, dass die EUR-Crosses im Verlauf auch höher mitgezogen würden. Einige könnten sich bullischer verhalten – EUR/AUD und EUR/JPY – als andere – EUR/GBP und EUR/USD - falls dies erneut passiert. Die Wirtschaftsdaten und Inflationserwartungen bewegen sich für den Euro ebenfalls in eine günstige Richtung. Der Citi Economic Surprise Index für die Eurozone schloss letzte Woche bei +6,00, gegenüber dem Wert vom letzten Freitag von -13,90, und über seinem Vierwochen-/20-Tages-Durchschnitt von -2,24. Die Inflationsswaps im 5-Jahresvergleich (FWISEU55) schlossen diese Woche bei 1,770%, höher als die 1,722% vom 29. Mai, was einem Vierwochen-/20-Tages-Durchschnitt von 1,775% entspricht.

Tatsächlich ein zweischneidiges Schwert für den Euro im aktuellen Umfeld ist die Zusammensetzung der Positionierung, die den Futures-Markt beherrscht. Die spekulativen Trader bleiben im Euro stark im Short, mit 165,5 Tsd. Netto-Short-Kontrakten für die Woche, die am 2. Juni endete, ein Rückgang im Vergleich zur Vorwoche mit 171,7 Tsd. Könnte der Markt mehr seiner Short-Positionierung abdecken und den Euro höher treiben? Das ist sicherlich einer der möglichen Ausgänge.

Was jedoch ebenfalls als realistisches Szenario gilt, insbesondere für den EUR/USD, ist die Tatsache, dass der Euro zurzeit gerade empfindlicher auf Nachrichten reagiert, sowohl auf "gute" (wie hinsichtlich Griechenland) und "schlechte" (wie hinsichtlich der US Arbeitsmarktzahlen für Mai aus der Perspektive des Euros aus). Die Tatsache, dass der Markt nur 165,5 Tsd. Netto-Short-Kontrakte aufweist, nachdem er in der Woche, die am 31. März endete, noch netto 226,6 Tsd. Short-Kontrakte auswies, bedeutet, dass viel mehr Teilnehmer, die ihr Kapital nicht investieren, daneben stehen. Die kürzlich steigende Volatilität wird somit wohl anhalten, denn der Markt kann den kurzfristigen Entwicklungen viel Aufmerksamkeit schenken und ihnen übertrieben viel Bedeutung schenken. –CV

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