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Globale Zinsen steigen am stärksten seit Monaten - Wohin jetzt?

Globale Zinsen steigen am stärksten seit Monaten - Wohin jetzt?

2015-04-23 04:56:00
John Kicklighter, Chef-Stratege
Teile:

Die globalen Renditen stürzten in den letzten Jahren stark, größtenteils aufgrund der extrem gelockerten Geldpolitik der weltgrößten Zentralbank. Während die Fed die Vorteile und das Timing einer Normalisierung der Geldpolitik abwägt, werden die Gespräche um extrem niedrige Staatsanleihezinsen rar. Doch eine Wende der Staatsanleihezinsen in der ganzen Welt wird bedeutenden Gegenwind überkommen müssen. Sehen wir den Beginn des Tests dieses Gleichgewichts?

In der letzten Handelszeit stiegen die Zinsen allgemein stark. Eine Reihe von Staatsanleihezinsen der "Majors" erlebte sogar den stärksten Tagesanstieg seit dem 6. Februar – davor haben wir eine vergleichbare Bewegung nicht mehr seit Juni 2013 erlebt. Solch eine wichtige Bewegung spricht für die frühen Veränderungen der Geldpolitik, die wir in bestimmten Teilen der Welt (z.B. USA) beobachten können, doch könnte es auch für die natürlichen Grenzen für anhaltende Anstiege der Anleihekurse stehen – und somit für Rückgänge der Renditen.

Globale Zinsen steigen am stärksten seit Monaten - Wohin jetzt?

Chart erstellt von John Kicklighter mit Daten von Bloomberg

Obwohl es bestimmt genügend Spielraum für viele der weltgrößten Anleihemärkte gibt, um ihre Zinsen tiefer zu treiben – tatsächlich sehen einige Regionen der Welt, dass die Negativzinsen die Kurve steigern (Deutschland zum Beispiel) – wird sich der Fortschritt jedoch wahrscheinlich verlangsamen. Im nachstehenden Chart fügen wir die Situation besser in den Kontext ein. Der jüngste, leichte Anstieg in den Zinsen ist im Vergleich zum Trend, den wir in den Vorjahren erlebten, bescheiden, aber insgesamt erreichten wir bereits Rekordtiefs.

Globale Zinsen steigen am stärksten seit Monaten - Wohin jetzt?

Chart erstellt von John Kicklighter mit Daten von Bloomberg

Unter den Majors bieten die US Staatsanleihen das stärkste Argument für eine Wende bei den Renditen. Die Federal Reserve hielt eine konsequente Bid unterhalb des Markts als sie vom QE1 zum QE2 und zur Operation Twist und dann zum unbegrenzten QE3 Programm überwechselte. Die Nachfrage war beständig, und die Beteiligungen stiegen deutlich an. Mit dem Ende des Programms im Oktober letzten Jahres, schlossen die gewichtigen Käufer den Hahn. Ein kontrollierter Rückgang bei den Zinsen und ein Anstieg bei den US Aktien – ungewöhnlich, da diese Anlageklassen als Stellvertreter erachtet werden, je nach dem Sentiment im Markt – haben ein Plateau erreicht, und der Markt übernimmt zunehmend die Verantwortung für die nächste Phase. Falls die Zinsen wenden, werden sie zunächst hier damit beginnen.

Globale Zinsen steigen am stärksten seit Monaten - Wohin jetzt?

Chart erstellt von John Kicklighter, mit Daten von Bloomberg

Es ist schwierig zu bestimmen, ob eine Änderung in den Staatsanleihenrenditen die Staatsschulden anderer Regionen nach sich ziehen wird. Dies wird für andere liquide Schuldenmärkte besonders schwierig sein, in denen die Formel für tiefere Zinssätze angewandt wird – nämlich mehr QE. In der Eurozone hat die EZB erst kürzlich ein monatliches Stimulusprogramm eingeführt, das mindestens bis September 2016 dauern sollte. Einige Eurozonen-Anleihen sind ein offenes Spiel, aber der Deutsche Bund bietet die größte Liquidität. Außerdem gibt es bereits Berichte, dass der Zentralbank die verfügbaren Mittel für eine Deckung ausgehen.

Globale Zinsen steigen am stärksten seit Monaten - Wohin jetzt?

Chart erstellt von John Kicklighter, mit Daten von Bloomberg

Egal ob die Versorgung oder das Vertrauen in Stimulusprogramme abnehmen, es besteht eine erhöhte Skepsis gegenüber die Fähigkeit der Zentralbanken, die Zinsen in Zukunft zu manipulieren. Für einige Investment-Riesen bietet sich hier eine Gelegenheit. Tatsächlich bemerkte Bill Gross von Janus Capital Inc kürzlich, dass die Bunds die "Shorts des Lebens" repräsentieren.

Globale Zinsen steigen am stärksten seit Monaten - Wohin jetzt?

Chart erstellt von John Kicklighter mitMarketscope 2.0

In Japan sind die Zinsen weiterhin einzigartig. Die Bank of Japan hat ein Stimulusprogramm mit Namen QQE eingeführt, mit dem sie monatlich Anlagen kauft – einschließlich JGBs (Japanische Staatsanleihen). Das Programm ist seit April 2013 in Kraft, aber es wurde noch kein Ende signalisiert. Was diese Region noch bemerkenswerter macht ist die Tatsache, dass das Land jahrzehntelang die Desinflation bekämpfte, während die demografischen Profile und die der Investoren in Japan die Anlagen-Bid (tiefe Zinsen) beibehalten haben, sogar noch vor der Einführung des Stimulus. Dennoch sind die geringen Darlehenszinsen für Japan möglicherweise nicht die Rettung, so wie sie es in anderen Ländern sind. Die lokalen Investoren und sogar die enormen Pensionsfonds des Landes leiden unter geringen Erträgen, da sie Anlagen halten und gleichzeitig die Schulden steigen, und das Interesse wandert zunehmend ins Ausland ab, wo bessere Renditen zu finden sind.

Globale Zinsen steigen am stärksten seit Monaten - Wohin jetzt?

Chart erstellt von John Kicklighter, mit Daten von Bloomberg

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