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Euro im Freifall, doch Verluste gegen den Dollar könnten bald nachlassen

Euro im Freifall, doch Verluste gegen den Dollar könnten bald nachlassen

2015-03-15 20:55:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Währungsstratege
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Euro im Freifall, doch Verluste gegen den Dollar könnten bald nachlassen

Fundamentale Prognose für den Euro: Neutral

- Der Euro befindet gerade in einem schnellen Markt mit Trend-Tendenz, und der sicherere Trade befindet sich auf der Short-Seite.

- Volatilität im US Dollar in dieser Woche unterstreicht die Erschöpfung der aktuellen Rallye.

- Haben Sie eine bullische (oder bärische) Tendenz beim Euro und wissen nicht, welches Paar Sie traden sollen? Verwenden Sie einen Euro Währungskorb.

Es war eine der schlimmsten Wochen des ganzen Jahres für den Euro, als der der EUR/USD weitere -3,32% (Schlusskurs bei $1,0489) verlor, der EUR/JPY um -2,83% (Schlusskurs bei ¥127,42) fiel und der EUR/GBP um -1,30% (Schlusskurs bei £0,7119) abrutschte. Der EUR/USD ist nun im März um -6,67% gefallen und um -15,26% in 2015 - teilweise Dank der Spekulation in Zusammenhang mit dem Beginn einer QE-Maßnahme der Europäischen Zentralbank und auch aufgrund der Erwartungen an einen Beginn eines Zinserhöhungszyklus der Federal Reserve gegen Mitte des Jahres.

Der QE-Beginn ist offensichtlich nicht der einzige Grund für die Schwäche des Euro. Stattdessen sind es die Auswirkungen des QE auf die Kernländer, deren Zinskurven die Unterströmungen des Euro verändern. Zunächst einmal ist es wichtig, die Grenzen eines QE zu betrachten: Es werden keine Anleihen mit Renditen unterhalb des von der EZB vorgegebenen Zinssatzkorridors von -0,20% gekauft. Für Deutschland bedeutet dies, dass der Anleihekauf auf das längere Ende der Renditekurve ausgerichtet ist, da die Zinsen für Schulden mit einer Laufzeit von 0-3 Jahren sich bereits unterhalb des Korridorbodens befanden. Dies hat bereits, und wird es wohl auch zukünftig weiter tun, dazu geführt, dass die Renditekurve der Kernländer (insbesondere Deutschland) abflacht, wobei die Renditen für längere Laufzeiten nahe dem Korridorboden zusammen laufen.

Eine sich abflachende Zinskurve in Deutschland verringert den Zinsunterschied für den Euro, was die Attraktivität der Währung beeinträchtigt und sie weiter in den Bereich einer Finanzierungswährung treibt. (Man muss nicht weit suchen und nur die deutschen 5-Jahreszinsen mit denen von Japan vergleichen: Sie lagen in den letzten Wochen tiefer, und der Unterschied hat sich vergrößert.) Die Marktteilnehmer nahmen die sich abflachende Zinskurve als Grund, um sich im Euro in der Short-Positionierung zu versammeln, und die Netto-Shorts unter den Futures-Marktspekulanten sind am 10. März 2015 erneut auf 181,1 Tsd. gestiegen.

Während der Druck auf den Euro gegen eine breite Palette von Währungen anhalten könnte, haben die jüngsten Verluste im US Dollar den exzessiven Bereich erreicht. Der Greenback selbst erlebt eine Veränderung, die seit 2008 oder 1987 nicht mehr erlebt wurde – als die Märkte von Finanzkrisen aufgewühlt waren. Trotz schrecklich schwachen US Wirtschaftsdaten, ohne Stellendaten, haben die Investoren die Fed beim Wort genommen und eine ersten Zinserhöhung, vielleicht schon im Juni 2015, einkalkuliert.

Die Daten des FOMC in dieser Woche sind bei Weitem das wichtigste Ereignis im Kalender für den EUR/USD, und auch wenn die Fed ihr offensichtlich wichtiges Wort “Geduld” aus ihrer politischen Erklärung entfernt, könnten wir ein "abblasendes" Ereignis anstelle eines Funken für die nächste Etappe tiefer im EUR/USD erleben. Der Markt hält nicht nur im Euro besonders short, er ist außerdem stark long im US Dollar: Am 10. März gab es 81,3 Tsd. Netto-Longs unter den Spekulanten im Futures-Markt, der höchste Stand seit jeher (er übertraf das bisherige Allzeithoch von 73,2 Tsd.). Wenn die Fed ihre auf Sprache basierende Politik aufgibt (Orientierung) und eine von Daten abhängige annimmt, dann könnte der Markt sich rasch neu kalibrieren und seinen Fokus auf den rückläufigen US Verbrauch und Inflationsdaten wenden, die sich in den vergangenen Monaten entwickelten. Auch wenn der Euro zurzeit im Freifall tradet, könnte bald etwas Erleichterung am Horizont erkennbar sein - zumindest für den EUR/USD. –CV

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