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Einst unverwüstlich ist Euro nun politischen Fehltritten der EZB ausgesetzt

Einst unverwüstlich ist Euro nun politischen Fehltritten der EZB ausgesetzt

2014-05-10 15:30:00
Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
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Once-Unbreakable-Euro-Now-Exposed-to-ECBs-Policy-Missteps_body_Picture_1.png, Einst unverwüstlich ist Euro nun politischen Fehltritten der EZB ausgesetzt

Fundamentale Prognose für den Euro: Bärisch

- Der Euro begann die Woche am Rande bedeutender Breakouts gegenüber dem Japanischen Yen und US-Dollar

- …aber das Versprechen durch EZB-Präsident Draghi von politischen Maßnahmen im Juni lastete stark auf der Einheitswährung.

- Haben Sie eine bullische (oder bärische) Tendenz beim Euro und wissen nicht, welches Paar Sie traden sollen? Verwenden Sie einen Euro Währungskorb.

Ein gravierender Fehler wurde diese Woche bei der währungspolitischen Strategie der Europäischen Zentralbank offengelegt, was dem Euro möglicherweise in den nächsten paar Wochen stürmische Zeiten bescheren könnte. Nachdem EZB Präsident Mario Draghi verlauten ließ, dass der EZB-Rat sich mit dem Gedanken "anfreunden" kann, auf der Sitzung im Juni weitere Lockerungsmaßnahmen zu beschließen, sobald die neuen volkswirtschaftlichen Prognosen veröffentlicht wurden, verwandelten sich die zunehmenden Forderungen des Marktes nach neuen Lockerungsmaßnahmen zu einer festen Annahme eines erheblich geänderten politischen Kurses, der in vier Wochen bevorsteht.

Die Marktteilnehmer hüpften noch während Präsident Draghis Pressekonferenz am Donnerstag freudig an Bord des bärischen Eurozuges, da der jüngste Maßhalteappell nun etwas ernster genommen wird aufgrund der Tatsache, dass es nun einen überprüfbaren Fixpunkt entlang des Maßnahmenpfades gibt, der den Euro schwächen dürfte (der Abverkauf am Donnerstag und am Freitag zeigt, dass der Markt eine geringfügige Zinssenkung einkalkuliert, wobei die Kalkulation der Zahl der Basispunkte, die der Euro in den nächsten 12 Monaten verlieren wird, sich von -4,3 Basispunkten am Mittwoch auf -11,4 Basispunkte am Freitag änderte).

Obwohl Präsident Draghi darauf hinwies, dass der Euro Wechselkurs kein politisches Werkzeug sei, betonte er insbesondere, dass es nötig sei, sich damit zu befassen, wenn der Kurs die Preisstabilität beeinträchtige. Im Übrigen haben Trader dies als Hinweis darauf verstanden, dass die dauerhaft niedrige Inflation für die Region auf die Einheitswährung zurückzuführen ist (und nicht auf die Währungspolitik, die uns natürlich erst soweit gebracht hat) – und dies ist die beunruhigende Situation, in die sich die EZB bislang selbst hineinmanövriert hat, da sie nämlich im Prinzip eine Art Garantie für Lockerungsmaßnahmen gegeben hat.

Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass die Euroschwäche bis zur Sitzung im Juni andauern wird. Aber in dem Sinne, dass die Marktteilnehmer einen Grund benötigten, um den Euro tiefer anzubieten, wurde ihnen einer geliefert: Die EZB will eine schwächere Währung und sie hat im Gegenzug eine lockere Geldpolitik versprochen. Und der Markt hat reagiert, indem der EUR/USD ausgehend vom neuen Jahreshoch bei $1,3993 am Donnerstag eine Gegenbewegung einschlug und den Tag bei 1,3760 am Freitag beendete.

Der Markt reagiert ganz klar bereits, genau so wie Ende Oktober bis Anfang November. Die EZB senkte den Zinssatz um 25 Basispunkte, und der Euro bildete an dem Tag einen Boden. Die Zinskürzung war bereits einkalkuliert, denn der EUR/USD war um mehr als 3% in den zwei vorhergegangenen Wochen zurückgegangen. Der EUR/USD holte sämtliche Verluste innerhalb von eineinhalb Monaten wieder gut; die Inflation sank mit dem Rebound des Euro. Die EZB riskiert hier wieder einen ähnlichen Ablauf der Ereignisse, besonders da die Region weiterhin große Überschüsse der Leistungsbilanz generiert, besteht eine natürliche Marktneigung, dass der Wechselkurs mit einem Anstieg reagieren könnte.

Der Markt hat die EZB nun als Geisel genommen. Falls keine Maßnahmen eingeführt werden, ist die Glaubwürdigkeit der EZB im Keller und der Euro wird wie eine Rakete abheben. Aber wenn die Maßnahme nur in einer Leitzinssenkung besteht, wie im November, ist es ebenfalls fraglich, ob der Euro längere Zeit Schwäche zeigen wird. Die Marktteilnehmer sind begierig auf weitere Gründe, um dem Wunsch der EZB nach einer schwächeren Währung Folge zu leisten, obwohl manche Fundamentalaspekte bei den Finanzen (der Schuldenaspekt der Krise hat an Wichtigkeit eingebüßt, Erträge der Staatsanleihen auf Rekordtief) und dem Trade (Überschüsse bei der Leistungsbilanz) nach einer stärkeren Währung verlangen.

Nun, da der Leitzins der EZB bei beinahe Null festliegt, könnte der Euro einem falschen Schritt der EZB-Politik zum Opfer fallen (Präsident Draghi sagte immer, dass die EZB keine vorzeitigen Versprechen abgebe, nun vollständig diskreditiert). Es ist nur eine Frage der Zeit, bevor die Marktteilnehmer damit drohen den Euro höher zu drücken, es sei denn die Geldpolitik wird in den nicht standardmäßigen Bereich gehen – Negativzinssätze und/oder komplettes QE. –CV

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