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Euro riskiert einen marktweiten Kollaps, da EUR/USD und EUR/JPY tiefer brechen

Euro riskiert einen marktweiten Kollaps, da EUR/USD und EUR/JPY tiefer brechen

2014-02-01 04:47:00
John Kicklighter, Chef-Stratege
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Euro_Risks_Market_wide_Collapse_as_EURUSD_EURJPY_Break_Lower_body_Picture_1.png, Euro riskiert einen marktweiten Kollaps, da EUR/USD und EUR/JPY tiefer brechen

Fundamentale Prognose für den Euro: Bärisch

  • Die geldpolitischen Bedenken wurden in der letzten Woche von einem Rekordtief der Inflation wachgerufen, und die EZB will ihre Politik am Donnerstag überdenken
  • Starke Kapitalflüsse zu riskanteren Anlagen der Eurozone müssen sich erst noch wenden, doch sind direkt von der Volatilität bedroht
  • Sie haben eine bärische (oder bullische) Einstellung zum Euro, wissen aber nicht welches Paar Sie einsetzen sollen? Verwenden Sie einen Euro Währungskorb.

Ein leichter Abrutsch des Euros in der vergangenen Woche entwickelte sich bis zum Schluss am Freitag zu einem ernsthaften Sturz. Da der EUR/USD unterhalb von 1,3500 schloss, und der EUR/JPY weit unter 140, befindet sich die zweitliquideste Währung der Welt in der kommenden Woche in Gefahr eines umfangreicheren und direkten Selloffs. Obwohl die technischen Hinweise wichtig waren, um den Ball ins Rollen zu bringen, benötigt ein großer und anhaltender Sturz eine fundamentale Entwicklung. Während das passiert, trägt die Grundlinie für beide der dringlichsten Fundamentalprobleme - Stabilität des Finanzmarktes und die relative, geldpolitische Haltung - eine bärische Vorliebe für den Euro.

Das größte, zukünftige Risiko für den Euro ist die gleiche Gefahr, auf die sich der S&P 500 und die Yen-Crosses konzentrieren: Gemeinsame Risikoaversion. Warum würden wir die zweitliquideste Währung der Welt zusammen mit Hochzins- und fundamental instabilen Währungen listen? Wegen exzessiven Kapitalflüssen. Ähnlich der Performance der US Aktienmärkte - aber mit geringerem Ausmaß - haben einige der riskantesten Assets Europas einen steten Fluss von ausländischen Investitionen angezogen. Besonders die Staatsanleihen der Peripherie (Spanien, Italien, Griechenland) haben globale Investoren angezogen, die auf höhere Renditen aus sind.

In einer spekulativen Landschaft, in der eine globale Deflation der Renditen auf historische Werte erlebt wurde und die Risiken von gegensätzlichen Marktschocks durch Zentralbankstimulus kontrolliert wurden, müssen Geldmanager erst noch gegen unmögliche Benchmarks wie den S&P 500 ankommen; Staatsanleihen der Eurozone erschienen besonders attraktiv. Nachdem die geldpolitischen Offiziellen dann endlich die Panik eines direkten Bankrotts oder das Ausscheiden eines Mitglieds der Währungsunion abwiesen (der Wendepunkt scheint die Einführung des OMT-Programs der EZB gewesen zu sein), fanden ambitionierte Investoren signifikante Diskonte (hohe Erträge) in den Schulden der Region. Die Investoren führten Kapital in die schwachen Anlagen, versichert durch globale Volatilitätslevel auf den niedrigsten Levels seit 2007 und der anscheinenden Sicherheit von "Staats"-Schulden.

Doch ebenso wie die Rekordhochs von den Aktien und durch das Leverage eingekerbt wurden, so gibt es einen Punkt der "Übersättigung". Die Erträge der Peripherie sind nun auf mehrjährige Tief gedrückt, während sich die spanischen und italienischen 2-Jahreszinsen auf einem Rekordtiefstand befinden. Dies ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Arbeitslosenquote ersteren Landes sich auf einem Rekordstand (über 25 Prozent) befindet und das letztere Land unter einer extremen Schuldenlast leidet. Weitere Anstiege in diesen Assets werden in der Zukunft wahrscheinlich begrenzt sein. Falls alles in den globalen Finanzmärkten unverändert bleiben würde, würde wohl eine langsame Deflation des Euro einsetzen, um ein Gleichgewicht zu finden. Doch der jüngste Tumult ist ein Hinweis darauf, dass wir kaum eine solche sanfte Anpassung erfahren werden.

Der Anstieg der Volatilität und zunehmend korrelierte Korrekturen über die verschiedenen Anlageklassen hinweg lassen vermuten, dass das Sentiment schwankt und das Risiko einer dramatischeren Korrektur bevorsteht. Wenn das Vertrauen wankt, dann werden überhebelte, fundamental instabile und überbewertete Anlagen wohl eher schnell aufgelöst werden. Der jüngste Anstieg des europäischen Appetits wird sicherlich Opfer eines solchen Gezeitenwechsels werden.

Ohne einen gemeinsamen Risikoaversionsantrieb - auf den ich zugegebenerweise seit einiger Zeit warte - könnte der Ausblick des Euro immer noch eine bärische Tendenz tragen. Das andere bekannte Thema ist für den FX-Markt die relative Geldpolitik. Bei ihrem letzten Zinsentscheid im November senkte die EZB den Leitzins als Reaktion auf einen plötzlichen Fall der Inflation. In der vergangen Woche traf der VPI der Eurozone auf ein Rekordtief von 0,7 Prozent, während sich die Arbeitslosenquote auf einem Rekordhoch von 12,1 Prozent hielt.

Kurs vor dem politischen Meeting in dieser Woche gibt es praktisch keine Erwartungen einer weiteren Zinskürzung - ob nun für den Benchmark- oder Einlagezinssatz (dem einige Beachtung gezeigt wurde, da ein Negativzinssatz als Option betrachtet wurde). Eine weitere Lockerung dieser Art wäre wohl unwirksam. Außerdem würde es eine Antwort auf eine eher bekannte Sorge darstellen. Angesichts der von der Troika geretteten Länder, deren Programme beendet werden (einige verweigern vorbeugende Kreditlinien), eines immer noch ungleichmäßigem Wachstums, Kreditverträgen für Unternehmen, steigenden kurzfristigen Zinsen und sinkender Liquidität, gibt es genügend Grund für die EZB ein neues, zielgerichtetes Stimulusprogramm einzuführen. Letztendlich ist die politische Haltung, ob sie nun aggressiv oder passiv ist, immer noch expansiv. Und gegen einen Fed-Taper und eine BoE Zinserhöhungsspekulation stellt das einen bärischen Kontrast dar. –JK

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.