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Euro-Rallye beginnt mit besseren Daten – Werden EONIA-Zinsen eine Handlung der EZB erzwingen?

Euro-Rallye beginnt mit besseren Daten – Werden EONIA-Zinsen eine Handlung der EZB erzwingen?

Christopher Vecchio, CFA, Senior Strategist
Euro_Rally_Begins_on_Better_Data_Will_EONIA_Rates_Force_ECB_Action_body_Picture_1.png, Euro-Rallye beginnt mit besseren Daten – Werden EONIA-Zinsen eine Handlung der EZB erzwingen?

Fundamentale Prognose für den Euro: Bullisch

- Der Euro begann die Woche orientierungslos, Grund dafür war die Tatsache, dass die Wachstumszahlen an Momentum verloren…

- …aber besser als erwartete PMI Daten vom Januar für die Region lösten in der Wochenmitte einen Breakout aus.

- Unter technischen Gesichtspunkten ist der EUR/USD auf eine weitere Rallye eingestellt, nachdem wichtige Unterstützungslevel gehalten wurden.

Der Euro stellte sich vergangene Woche als belastbar heraus und stieg um ein oder mehr Prozent gegenüber vier der sieben anderen Hauptwährungen an, während er sich gegenüber den zwei Top-Performern, dem Japanischen Yen und dem Schweizer Franken, gut behaupten konnte. Die Einbrüche beim EUR/JPY (-0,94%) und beim EUR/CHF (-0,72%) können auf einen globalen Umschwung hin zu sichereren Kapitalanlagen zurückgeführt werden, wobei Aktienmärkte am Abrutschen sind und hoch bewertete Staatsobligationen auf Rallyekurs liegen (Deutsche Bundesanleihen, US Staatsanleihen).

Obwohll anderweitig sich Skepsis breitmachte, nämlich in den Schwellenländern und im asiatisch-australasiatischen Bereich (EUR/AUD +2,12%, EUR/NZD +1,51%) sowie in Nordamerika (EUR/CAD +2,12%, EUR/USD +1,00%), erschien der fundamentale Hintergrund des Euros gestärkt. Die PMI-Zahlen vom Januar, die auf gemischte Ergebnisse im Dezember folgen - die übrigens der Grund waren für den Einbruch des Euro Anfang Januar - fielen stärker als erwartet aus, wodurch unser Kernthema für 2014 weiter zementiert wird: schnellere Wachstumraten halten wieder Einzug auf dem europäischen Kontinent.

Sämtliche Kennzahlen, die diese Woche veröffentlicht werden, müssen sich im Markt voraussichtlich den VPI-Zahlen vom Januar, die am Donnerstag und Freitag erwartet werden, unterordnen. Es wird erwartet, dass der deutsche Verbraucherpreisindex einige Turbulenzen aufweisen wird: die Monatszahlen sollen laut den Erwartungen um -0,4% niedriger ausfallen nach einem Zuwachs von +0,4% im Dezember; allerdings soll die jährliche Zahl laut den Prognosen um +1,5% gegenüber +1,4% steigen. Am Freitag werden laut den Marktvorhersagen die VPI-Schätzungen für die Euro-Zone (JAN) auf +0,9% von +0,8% (J/J) steigen.

Im Großen und Ganzen sind diese Zahlen nicht in ausreichendem Maße zuversichtlich, um zu verhindern, dass das Thema "Deflation" als Gesprächsthema wieder aktuell wird, wobei die Tendenz bestand, sich in Hinblick auf die Einheitswährung angesichts der Reaktion der Europäischen Zentralbank bärisch auszuwirken – den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,25% abzusenken. Und selbst dann wird die EZB vielleicht nicht sofort reagieren, wenn die Inflationszahlen eher schwach ausfallen.

Beim World Economic Forum in Davos in der Schweiz sagte der EZB-Präsident Mario Draghi ausdrücklich:"Ich bin mir keiner Deflation in der Eurozone bewusst…die mittelfristigen Inflationserwartungen sind nach wie vor stabil bei +2%." Übersetzung: niedrige Inflation spiegelt nicht die abnehmenden Wachstumsbedingungen (sinkende Nachfrage, die Kursdruck nach unten ausübt) wieder, sondern etwas anderes – schwaches Kreditwachstum.

Sicherlich gilt, dass wenn die EZB jemals einen Grund zum Handeln gebraucht hätte, wäre es die Versorgung des Marktes mit Liquidität im Überschuss, indem die kurzfristigen Marktzinsen für einen absehbaren Zeitraum auf niedrigem Niveau verankert werden. Finanzierungsdruck könnte entstehen: die über-Nacht-Zinssätze der EONIA (Referenzzinsatz im Interbanksystem) sind seit ein paar Wochen in einem Aufwärtstrend, wobei die Zahlen am 31. Dezember 2013 bis zu 0,446% betrugen und am Montag, den 20. Januar 2014, 0,359%. Dies sind die höchsten Werte, seit Präsident Draghi seine Behauptung “koste, was es wolle” näher erläutern musste, um den Euro im Juli 2012 zu retten.

Wenn man berücksichtigt, das die italienischen und spanischen Anleihenrenditen weiterhin außerordentlich tief bleiben (wegen der Krisennormen), wäre ein Anstieg bei den EONIA Zinsen vielleicht nicht besonders besorgniserregend (theoretisch könnten sie die EZB zu einer expansiveren Haltung veranlassen und somit dem Euro schaden). Die überschüssige Liquidität in der Eurozone steht bei €161 Mrd., aber erst, nachdem sie am 21. Januar auf €125 Mrd. gefallen war. Dies bedeutet, dass der steigende EONIA Zins von den LTRO Rückzahlungen abhängen könnte (EONIA Zinsen stiegen kurz am 20. Januar).

Ein Funding for Lending Scheme (FLS) nach BoE-Stil könnte die Kreditprobleme lösen, ohne den Euro mit einer massiven Bilanzexpansion er EZB zu gefährden, welche ein weiteres LTRO oder ein QE nach Fed-Art verursachen würden. Der EUR/USD ist technisch für eine bullische Bewegung bereit, und wir berücksichtigen diese Überlegungen und entscheiden uns diese Woche für eine bullische Tendenz für den Euro. –CV

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