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Sonderbericht: Indien und die Rupie in 2014

Sonderbericht: Indien und die Rupie in 2014

Gregory Marks,
forex_special_report_indian_rupee_body_x0000_i1029.png, Sonderbericht: Indien und die Rupie in 2014

Seit den (Allzeit-) Tiefs von August 2013, machte die Indische Rupie (INR) ungefähr 10% ihres Wertes gegenüber dem Dollar wett. Wenn wir die Rupie über eine längere Zeit anschauen, wird die kürzliche Bewegung in die richtige Perspektive gebracht (siehe USD/INR 1D). Die indische Wirtschaft ist kaum hochtreibend, wenn man sie mit den anderen Schwellenmärkten in den vergangenen fünf Jahren vergleicht. Dies, sowie weitere, in diesem Bericht ausführlich aufgezeigte Faktoren, haben die Rupie im letzten Jahrzehnt geplagt.

forex_special_report_indian_rupee_body_x0000_i1028.png, Sonderbericht: Indien und die Rupie in 2014

Obwohl Indien ähnlich, wachstumsfördernde Faktoren mit China teilt, hauptsächlich aufgrund einer großen Zahl an Arbeitskräften, die zu relativ niedrigen Löhnen in der Fertigung und Produktion eingesetzt werden kann, liegt Indien trotzdem in den meisten Meßkategorien hinten, einschließlich des BIP-Wachstums. Indien liegt 38 Plätze hinter China im Geschäftsklima-Index der Weltbank. Das Land hat zu kämpfen mit einer schwachen und schlecht organisierten Infrastruktur, Stromausfällen, Korruption und einer aufgeblähten Bürokratie. Als es im Westen nach der Finanzkrise kaum oder kein Wachstum gab, und Anleger gezwungen waren, weltweit nach höheren und stabileren Gewinnen Ausschau zu halten, konnte Indien nicht davon profitieren. Andererseits konnten diejenigen Nationen, die Rohstoffe an China exportierten, Wachstum verzeichnen und ihre Währungen nahmen an Stärke zu.

Es ist jedoch beachtenswert, da dies zunehmend relevant werden wird, weil die Schuldenmärkte in 2014 gestrafft werden, dass Indien nie die exorbitante Kreditausweitung und vom Staat geführte Investitionen hatte, welche in den vergangenen fünf Jahren der Treiber für das chinesische Wachstum gewesen sind. Davon könnten sie profitieren, um eine harte Landung der Schwellenmärkte zu verhindern. Der Stimulus von Peking in 2009 stieß die Rohstoff-Block-Währungen in die Höhe, während China deren Rohstoffe verschlang. Da jährlich weniger als 5 % der indischen Exporte von China konsumiert werden, ritt die indische Wirtschaft nicht auf der chinesischen Stimulus-Welle mit und litt stattdessen unter einem schwächeren Wachstum im Westen. In den fünf Jahren seit der Finanzkrise, verlor die Rupie gegenüber dem Greenback ganze 57%.

forex_special_report_indian_rupee_body_x0000_i1027.png, Sonderbericht: Indien und die Rupie in 2014

Konzentriert man sich auf die Kursbewegung im Laufe des vergangenen Jahres, kann die Abwertung der Rupie im Jahre 2013 auf eine Reihe von externen und internen Faktoren zurückgeführt werden. Wie wir im August in einer Detailanalyse ausführten, hat das Gerede der Federal Reserve gegen Ende Mai, das eine bevorstehende Drosselung der Anleiheaufkäufe suggerierte, eine massive Korrektur nach unten ausgelöst. Und das nicht nur bei der Rupie, sondern auch bei denjenigen Währungen, deren Kurserhöhung durch Positionierung im Carry-Trade und der Stärke des Rohstoff-Blocks angetrieben wurde (ZAR, BRL, MXN, AUD, NZD). Im Laufe der letzten Monate wurde die Rupie um 10% höher gehandelt gegen den Greenback und das Paar USD/INR bewegt sich seitdem in einer engen und relativen stabilen Range.

Ein inländischer Faktor, der die Rupie beeinflusst, war das massive Handelsdefizit und der abnehmende Anteil direkter ausländischer Investionen (FDI). Indien hatte mit höheren ICE Brent Crude Kursen zu kämpfen seit der Kursspitze im Jahre 2008. Diese zusätzlichen Aufwendungen haben Wachstumspotenzial abgezogen. Darüber hinaus ist Indien ein großer Goldverbraucher und die Kurssteigerung dieses Rohstoffs hat Indiens Importe an Wert steigen lassen.Die Nachfrage nach Gold ist ebenfalls angestiegen, da Privatpersonenin das Edelmetall investiert haben aufgrund seiner Wertbeständigkeit angesichts hoher Inflationsraten. Dies bewog die Regierung, 2013 gesetzliche Maßnahmen zu ergreifen, um den Import einzudämmen. Seitdem ist der Goldimport in Indien seit dem Hoch im Mai zurückgegangen. Laut Quellen innerhalb der indischen Regierung sollen diese Maßnahmen mindestens bis Ende März Gültigkeit behalten.

forex_special_report_indian_rupee_body_x0000_i1026.png, Sonderbericht: Indien und die Rupie in 2014  forex_special_report_indian_rupee_body_Picture_1.png, Sonderbericht: Indien und die Rupie in 2014

Die Rupie in 2014

Vereinigte Staaten

Unter Ausschluss der Expat-Arbeitskräfte aus Indien, sind die USA in Bezug auf das Handelsvolumen das Land, das am meisten zu Indiens Exporten beiträgt. Aufgrund der Daten, die im April 2012 beginnen und im September 2013 enden, waren die USA für fast 14% der indischen Exporte verantwortlich. Die Finanzkrise zeigte oft auf, dass nur die Kreditexpansion (Bsp. China) oder ein Wachstum des Exportmarkts (Bsp. Deutschland) die Möglichkeit boten, das BIP zu steigern. In diesem Umfeld mit Nullsumme, wird sich eine gesunde Rückkehr zum Wachstum und zu den Investitionen in den USA stark auf die indischen Exportmärkte und somit auf die gesamte Volkswirtschaft auswirken.

Inflation

Damit die Rupie wirklich in Fahrt kommt, wird der Besitz der Währung eine reale Rendite aufweisen müssen. Da die aktuellen Benchmark-Zinssätze der RBI stark unter den Inflationslevels liegen, besteht eine unmittelbare Gefahr, in die indische Wirtschaft zu investieren. Solange die Abweichung zwischen den beiden nicht abnimmt, wird die Rupie wohl weiterhin unter Druck bleiben. Ein Anstieg bei den Exporten, aufgrund des US-Wachstums, könnte der RBI die Möglichkeit geben, die Zinsen schneller zu erhöhen (siehe unseren Sonderbericht zur RBI).

Risiko der Schwellenmärkte

Während die Federal Reserve ihr Anleihenkaufprogramm im Laufe von 2014 abbauen wird, werden die Auswirkungen auf Bereiche, die sich am meisten auf das vom Kredit gestützte Wachstum verließen, wohl negativ sein. Wie wir in 2008 lernten führt die Straffung der Kreditbedingungen in einem überschuldeten System mit ungenügenden Risikokontrollen und laschen Berichtsstandards zur Katastrophe. Obwohl wir beim FDI einen Rückgang sahen und die Währungen der Schwellenmärkte seit Juni anstiegen, haben Länder mit Kapitalkontrollen und einer starken Einmischung in der Wirtschaft, wie China, sich bisher zu halten und das Risiko zu bannen.

Trotzdem zeigt die Tatsache, dass die People Republic Bank of China (PBOC) kurzfristig Milliarden von Dollars in den Interbank-Darlehensmarkt einpumpen muss (wie es im Januar der Fall war), die überdehnten Kreditmärkte von China. Eine Flucht vor riskante Aktiva in den Schwellenmärkten würde sich auf Indien, im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften, die auf der chinesischen, von Krediten gestützten Expansion nach der Krise ritten, weniger stark auswirken. Da die Kreditbedingungen nun nach der Reduzierung des Anleihenkaufprogramms der Fed verengen, könnten Investoren nun damit beginnen, eine sicherere Rendite anstatt einer hohen Rendite zu suchen. Dies würde dem Westen zugute kommen, und somit auch die indische Exportwirtschaft. Eine Verlangsamung in den Schwellenmärkten und China könnte sich kurzfristig sogar für Indien positiv auswirken, da die tieferen Energiekosten helfen würden, die problematischen Inflationslevel zu begrenzen.

Von Gregory Marks für DailyFX.com

DailyFX stellt Neuigkeiten zu Forex und technische Analysen, die sich auf Trends beziehen, die die globalen Währungsmärkte beeinflussen, zur Verfügung.